Kreis Südwestpfalz Stambacher Kindergarten soll länger öffnen

Contwig will mehr Erzieher einstellen, damit der Stambacher Kindergarten nachmittags länger öffnen kann. Indes fehlen im Dorf für das kommende Schuljahr 39 Kindergartenplätze.
Wie Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) am Donnerstag im Gemeinderat mitteilte, wünschen sich viele Eltern längere Öffnungszeiten für den Kindergarten in Stambach. Das Ergebnis einer Umfrage ergab folgendes: Zwölf Familien wünschen sich, dass der Kindergarten bis 15 Uhr offen ist, elf Familien bis 16 Uhr und neun Familien bis 16.30 Uhr. Öffnungszeiten bis 12.30 Uhr sind für sieben Familien ausreichend. Bisher ist längstens bis 16 Uhr geöffnet, wobei es je nach Gruppe verschiedene Modelle gibt. „Die Eltern sind unzufrieden mit den Öffnungszeiten. Wir können momentan aber keine anderen anbieten, weil das Personal fehlt. Aufgrund der Umfrage haben wir nun einen Antrag gestellt und müssen abwarten, ob er genehmigt wird“, erklärte Bärmann. Aktuell gibt es in der Gemeinde mit dem katholischen, dem evangelischen und dem gemeindeeigenen Kindergarten im Ortsteil Stambach drei Kindergärten. Somit ist laut Bärmann Platz für 282 Kinder. Der Bedarf für das kommende Schuljahr liege aber bei 321 Plätzen. Das heißt, der Gemeinde fehlen 39 Plätze. Der neue Kindergarten, der an der Pestalozzi-Grundschule gebaut wird, kann 60 weitere Kinder in drei Gruppen aufnehmen. Allerdings wird der laut Plan erst 2020 fertig sein – und teurer werden als gedacht (wir berichteten zuletzt am Montag). Doch jeden Preis im Baugewerbe geht der Rat nicht mit. Das Angebot für die Elektrik haben die Ratsmitglieder am Donnerstag einstimmig abgelehnt. Wie Bärmann informierte, lag das billigste Angebot bei 193 000 Euro. Damit war es 83 000 teurer als die kalkulierten 110 000 Euro. Im baugleichen Kindergarten in Stambach, der 2015 fertig wurde, hat die Elektrik gar nur 90 000 Euro gekostet, so Bärmann. Sie war also mehr als 100 000 Euro billiger. Der Bürgermeister schlug deshalb vor, einen Mitarbeiter des Fachbüros einzuladen, der dem Bauausschuss erklären soll, wieso die Elektrik so teuer sein soll. Beispielsweise seien im Angebot 15 000 Euro vorgesehen, um die Computer zu vernetzen. „In Stambach wurde nur das Büro vernetzt. In Contwig sind alle Räume vorgesehen. Da müssen wir klären, ob das wirklich notwendig ist. Ich denke, bei der Elektrik ist Einsparpotenzial“, sagte Bärmann. „Dem stimme ich voll und ganz zu. Der Preis ist unvorstellbar“, bekräftigte Volker May für die SPD. Später fertig werde der Kindergarten nicht, wenn die Elektrik jetzt nicht vergeben wird. Die größten Arbeiten hat die Gemeinde bereits in den vergangenen Monaten vergeben, der Spatenstich war bereits am 12. April. Am Donnerstag folgten einstimmig die Aufträge für Fenster und Metallbau für 174 000 Euro an die Firma Weselberger Metallbau sowie Heizung (100 000 Euro) und Sanitär (93 000 Euro) an die Firma Scherer aus Höheischweiler. Diese Angebote liegen „erfreulicherweise im Rahmen“, sagte Bärmann. Er schätzt, dass der Kindergarten zwischen 2,6 und 2,7 Millionen Euro kosten wird. Also bis zu 500 000 Euro mehr als die geplanten 2,2 Millionen Euro und knapp eine Million Euro mehr als der Stambacher Kindergarten aus dem Jahr 2015. „Das ist fast nicht zu stemmen. Deshalb appelliere ich an das Land und den Kreis, uns nicht hängen zu lassen“, so Bärmann, der hofft, dass Land und Kreis mehr als die zugesicherten 800 000 Euro zuschießen. Damit Eltern ihre Kinder nicht in mehreren Kindergärten der Gemeinde auf die Warteliste setzen lassen oder anmelden, hat der Rat einstimmig beschlossen, ein Computerprogramm von der Firma Infosys Kommunal aus Kirkel für 2500 Euro zu kaufen, mit dem auch die Verbandsgemeinde arbeite. Das Programm soll von der Firma CMS aus Hornbach in allen Contwiger Kindergärten installiert werden, was je Kindergarten nochmals 200 Euro kostet. Wie Bärmann berichtete, haben Eltern ihre Kinder zum Teil in mehreren Kindergärten angemeldet oder auf eine Liste setzen lassen. Das habe es schwierig gemacht, den tatsächlichen Bedarf an Plätzen zu ermitteln. Wer sein Kind also künftig etwa im katholischen Kindergarten anmeldet, kann das danach nicht mehr im evangelischen oder dem Stambacher Kindergarten tun. Die Anmeldungen werden gesammelt. „Was nicht heißt, dass kein Kind mehr den Kindergarten wechseln kann“, so Bärmann. Stefan Schlachter (SPD) fragte, warum die Eltern ihre Kinder nicht einfach zentral bei der Verbandsgemeinde anmelden und dabei einen Erst- und Zweitwunsch nennen. „Dann braucht man kein Programm“, sagte Schlachter. Margit Ernst (CDU) warf ein, dass es bei der Verbandsgemeinde niemanden gibt, der das macht. Auch war sich der Rat unsicher, ob die Personalkosten auf lange Sicht nicht höher sind als die gut 3000 Euro für Programm und Installation.