Rodalben
Stadt will Turnern bei Hallensanierung unter die Arme greifen
Dem Rodalber Stadtrat schwante am Dienstag nichts Gutes, als Bürgermeister Claus Schäfer über die fällige Grundsanierung der mittlerweile 50 Jahre alten Sporthalle der Turnerschaft Rodalben (TSR) in der Lindersbach informierte. Die Kosten könne der Verein auch mit seinen 1200 Mitgliedern allein nicht stemmen, sagte er. Demnach sei die Unterstützung der Stadt gefordert.
Der Appell dafür seitens der Turnerschaft lag bereits schriftlich vor. Der im Laufe der Jahre entstandene Renovierungsstau sei beträchtlich, hieß es in dem Schreiben. Vom Dach über Fenster und Türen bis zum Boden reiche die Liste für notwendige Erneuerungen, die Fassadenverkleidung komme hinzu und auch der Brandschutz. Die Grobschätzung für die Kosten habe sich anfangs auf 3,5 Millionen Euro belaufen. Diese Summe dürfte mittlerweile auf fünf Millionen Euro angestiegen sein, meinte Schäfer. Zehn Prozent betrage der Eigenanteil der Turnerschaft: 500.000 Euro.
Investition für Sport und Gesellschaft
Die Turnerschaft selbst bezeichnete die Investitionen als „Maßnahmen, um die Zukunft zu sichern“. Sicherheitsmängel gingen mit Einschränkungen einher. Dabei gehe es nicht nur um den Sport, sondern auch um gesellschaftliche Veranstaltungen wie Empfänge und Präsentationen.
„Rodalben ohne die Turnerschaft – unvorstellbar“, meinte der Bürgermeister, selbst Mitglied und unter anderem Hallensprecher – mitunter mit eigener Trompetenbegleitung – bei den Handballspielen. Er bat deshalb, die auf die Stadt zukommenden Ausgaben im Haushalt zu berücksichtigen, was die Fraktionen auch akzeptierten.
Keine LBM-Förderung für Horberg-Straßen
„Nicht vor 2024“ könne die Erneuerung der reparaturbedürftigen Straßen auf dem Horberg angepackt werden, erklärte Schäfer. Zuvor stehe der Ausbau der Friedhofstraße an mit der Erneuerung der Kanalleitungen, was die Werke auslaste. Bei den Straßen auf dem Horberg handele es sich um Anliegerstraßen. Deshalb gebe es hier keine Förderung vom Landesbetrieb Mobilität, Fördermittel seien beim Ministerium zu beantragen. An Kosten sei mit 2,5 Millionen zu rechnen. Die Summen für den Straßenbau bewirkten den Anstieg der wiederkehrenden Beiträge, kündigte Schäfer an.
Für die Planung der Straßen auf dem Horberg stehen vorsorglich 60.000 Euro im Haushalt bereit. Für die CDU-Fraktion trug Hubert Hubele den Antrag vor, bei Ingenieurbüros Honoraranfragen zu stellen und zugleich die Fördermittel zu prüfen. Während Dietmar Ulmer (SPD) in dieser Sache keine Eile sah, den Antrag in die Mitte des nächsten Jahres verschieben wollte und Ulrike Kahl-Jordan (parteilos) von der „bloßen Beschäftigung von Ingenieurbüros“ ohne konkrete Vorgaben sprach, begründete Florian Christ das CDU-Anliegen mit „hinreichender Vorlaufzeit“ vor Beginn der Maßnahme. Bei der Abstimmung setzte sich die CDU mit neun zu acht Stimmen durch.
Stadtrat unterstützt Aldi-Pläne
Kosten für die Planung des gewünschten Aldi-Marktes auf dem Gelände der früheren Schuhfabrik Servas seien bislang nur dem Investor entstanden. Während die SGD Süd das Vorhaben in einer Video-Konferenz laut Schäfer „kritisch“ beurteilte – vor allem wegen der zu großen Entfernung zur Innenstadt und der Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern –, sprach der Stadtrat dem Investor seine volle Unterstützung aus. Dieser zeigte sich bereit, ein Zielabweichungsverfahren durchzuführen, wenn er ein Signal für ein positives Ergebnis erhalte.
In ihren Stellungnahmen äußerten sich Hubert Hubele (CDU), Dietmar Ulmer (SPD), Barbara Metzger (Grüne) und Ulrike Kahl-Jordan (parteilos) positiv. Sie hoben dabei den Nutzen für die Bürger und die Beseitigung des „Schandflecks“ der alten Industrieruine hervor. Einstimmig fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss, den Aldi-Bau in Rodalben „zu unterstützen und die baurechtlichen Voraussetzungen zu schaffen“.