Kreis Südwestpfalz Spezialasphalt und viel Platz zum Rangieren

615 000 Euro kostet der Bau des neuen Contwiger Wertstoffhofs. Er kommt in die Nähe des jetzigen Wertstoffhofs, rückt allerdings vor in Richtung Bauhof und wird weit größer als bisher. Grund ist das neue Abfallkonzept des Landkreises: Weil es keine festen Sperrmülltermine mehr gibt, können die Leute ihren Sperrmüll direkt beim Wertstoffhof abgeben.
Der Wertstoffhof bleibt in der Schwarzbachstraße, der Verlängerung der Bahnhofstraße. Er wird künftig am Bauhof beginnen und am Trafohäuschen enden. Das Grundstück hinter dem Trafohäuschen und die Fläche des derzeitigen Wertstoffhofes möchte die Firma Naturprodukte Schwarz übernehmen, die am Ende der Straße angesiedelt ist. Der neue Wertstoffhof wird 4150 Quadratmeter groß, davon werden 3000 Quadratmeter asphaltiert, teilweise mit Spezialasphalt, der dem großen Gewicht der Container und der Zugmaschinen standhält. In der Mitte wird es wegen der Container eine breite Rangierfläche geben. Diese Pläne erläuterte Planer Harald Krupp aus Waldfischbach-Burgalben am Dienstag den Mitgliedern des Kreistags, die hier bei ihrer Rundreise durch den Landkreis haltmachten (). Heino Schuck (SPD), Bürgermeister von Rieschweiler-Mühlbach, schlug vor, die Container nicht rechtwinklig zur Straße zu stellen, sondern diagonal, das erleichtere das Rangieren ungemein. Planer Krupp sagte zu, dies zu prüfen. Neu dazu kommt eine Rampe, die an den großen Containern vorbeiführt, damit man Sperrmüll, Bauschutt und Grünabfall leichter von oben in die Container werfen kann. Außerdem wird es überdachte Tonnen geben, und der Verkehr wird in einem Ring durch den Wertstoffhof geführt. Wegen der Größe des Hofes brauche man künftig mindestens zwei Mitarbeiter, sagte Krupp. 615 000 Euro wird der Bau kosten. Er sollte im Frühjahr beginnen, aber immer noch müsse man die Frage der Entwässerung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion klären. „Das kann ein bisschen verzwickt werden“, sagte Krupp. Man werde für das Regen- und Löschwasser wohl ein Rückhaltebecken bauen müssen. In den Schwarzbach dürfe man es nicht leiten. Versickern darf das Wasser auch nicht wegen der Altlasten im Boden: Das Gelände war früher das Tanklager der hier stationierten US-Amerikaner. Vom Wertstoffhof aus fuhren die Kreistagsmitglieder an die Contwiger Integrierte Gesamtschule (IGS), wo sich Schulleiter Thomas Höchst für die Unterstützung in den vergangenen Jahren bedankte. Der Landkreis ist Schulträger. Die IGS bekommt einen großen Anbau und eine neue Sportanlage (). Höchst sagte erneut, dass die Schule sehr froh sei, eine Schule an einem Standort bleiben zu können. Eine Alternative zum Neubau wäre gewesen, dass die IGS auch ein altes Schulgebäude in Zweibrücken nutzt. Das hätte die Schulgemeinschaft zerstört, sagte Höchst. Im September wird die Schule mit der Oberstufe beginnen. 117 Anmeldungen liegen vor, aber erfahrungsgemäß würden die nicht alle kommen. Der Schulleiter rechnet mit 95 Elftklässern. Dann hat die Schule 750 Schüler, davon 550 Ganztagsschüler. Bernd Schumacher (Grüne) kritisierte, dass die Pläne für den Neubau den Klimaschutz zu wenig berücksichtigten. Die Kreisbereisung endete mit einem Besuch des Wasserspielplatzes hinterm Contwiger Freibad () und einem gemeinsamen Essen im Gasthaus Bärmann. Bevor sie nach Contwig fuhren, hatten sich die Kreistagsmitglieder in Hornbach die Pläne für eine psychosomatische Privatklinik auf dem Oberbeiwalderhof zeigen lassen. Das Haus mit 56 Einzelzimmern − alle mit Bad und Balkon − soll 2018 öffnen. Anfang des nächsten Jahres sollen die Bagger rollen. Der ehemalige Bauernhof, der nun für 15 Millionen Euro umgebaut wird, ist in Besitz der Herzog-Wolfgang-Stiftung und steht unter Denkmalschutz. „Unsere Aufgabe als Stadt ist dabei, die Grünanlage zwischen dem Hof und der Altstadt zu entwickeln“, sagte Stadtbürgermeister Reiner Hohn. (bfl/sbn)