Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel SPD spricht sich für eine Grundschule in Stambach aus

Bürgermeister Karlheinz Bär will den Grundschulstandort in Contwig erhalten (unser Bild). Die SPD würde das Gebäude aufgeben und
Bürgermeister Karlheinz Bär will den Grundschulstandort in Contwig erhalten (unser Bild). Die SPD würde das Gebäude aufgeben und bevorzugt einen Anbau in Stambach.

Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) hat seinen Standpunkt vergangene Woche deutlich gemacht: Er will, dass es im Ort zwei Grundschulen gibt – eine in Contwig und eine in Stambach. Die SPD-Gemeinderatsfraktion ist da anderer Meinung.

Nach dem Vorstoß Bärmanns vergangene Woche kontert nun die Gemeinderatsfraktion der Sozialdemokraten und spricht sich „für einen gemeinsamen Schulstandort aus – und zwar in Stambach“, heißt es in einer Mitteilung. Dort sei mit einer relativ neuen Turnhalle und dem Schulgebäude „ein Großteil der Infrastruktur vorhanden, sodass mit einem Anbau und gegebenenfalls einer Sanierung des Bestandsgebäudes ein einziger Schulstandort entstehen kann, der allen Ansprüchen genügt“, teilte die SPD-Fraktion des Gemeinderates Contwig-Stambach mit. Die SPD fordere deshalb die Fraktionen des Verbandsgemeinderates (VG-Rates) dazu auf, an der grundsätzlichen Entscheidung festzuhalten, Stambach als einzigen Grundschulstandort auszubauen.

Rat stoppt Anbau in Stambach vorerst

Vergangenen Donnerstag hatte der VG-Rat nach Bärmanns Einwand eine Eilentscheidung der Fraktionssprecher im VG-Rat und der Verbandsgemeindespitze von Ende März vorerst aufgehoben. Diese sah vor, die Grundschule in Contwig aufzugeben, am Gebäude in Stambach anzubauen, in das später alle Klassen umziehen sollen. Der Ortsbürgermeister hatte zuvor seine Bedenken unter anderem hinsichtlich zu hoher Kosten und der Verkehrsbelastung für die Kinder geäußert.

SPD: Zwei Standorte aufwendig

Die SPD kontert: Schon jetzt sei die Organisation an zwei Schulstandorten, insbesondere in den Fächern Religion und Sport, aufwendig, da die Kinder und Lehrer wiederholt von Stambach nach Contwig und umgekehrt fahren müssten – bei einem Schulstandort würde die VG die Transferkosten zwischen beiden Orten sparen, so die SPD. Auch schnelle Absprachen zwischen Lehrern seien an einem Standort schneller möglich, betonen die Sozialdemokraten, die den Standort mit einer Grundschule in Stambach und der Integrierten Gesamtschule in Contwig für die Zukunft gut aufgestellt sähen.

Zankapfel seit einem Dreivierteljahr

Die Contwiger Grundschule ist seit einem Dreivierteljahr wiederholt Thema, weil ein zusätzlicher Klassenraum im Keller wegen Schimmelbefalls nicht genutzt werden kann. Das Contwiger Gebäude ist deshalb sicherheitshalber seit November gesperrt. Die Sanierung würde einer ersten Studie zufolge knapp 320 000 Euro kosten, eine im Anschluss durchgeführte Generalsanierung weitere zwei Millionen. Der Anbau in Stambach soll dem Zweibrücker Architekturbüro Grub zufolge rund 1,4 Millionen Euro kosten, die Zwischenlösung mit Containern für drei Klassen weitere 130 000 Euro.

Bärmann hegte Zweifel daran, ob diese Schätzung stimmt. So werde die Zwischenlösung schon teurer, weil man nicht drei, sondern vier Klassen unterbringen müsse, und er rechnete damit, dass auch in Stambach eine Sanierung ansteht, sodass auch dort die Kosten noch deutlich steigen werden. Die Frage der Gesamtkosten will auch die SPD klären lassen, genauso wie die eines möglichen Renovierungsstaus im Stambacher Schulgebäude und dessen energetischer Versorgung.

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