Hinterweidenthal / Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Sonderfahrten der Wieslauterbahn zur Übergabe des Förderbescheids

Im September 2022 schaute sich Ministerin Katrin Eder im ehemaligen Tanklager in Hinterweidenthal um und war sehr angetan von de
Im September 2022 schaute sich Ministerin Katrin Eder im ehemaligen Tanklager in Hinterweidenthal um und war sehr angetan von dem Projekt, in großem Stil Holztransporte auf die Bahn zu verlagern.

Am Montag, 8. Januar, kommt die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder in die Südwestpfalz und bringt den Förderbescheid für die Erneuerung der Wieslauterbahn mit. Aus diesem Anlass gibt es auf der Bahnstrecke Pendelfahrten mit einem Triebwagen.

Auf den Förderbescheid aus Mainz wird im Kreis Südwestpfalz gewartet, seit Ministerin Katrin Eder (Grüne) bei einem Besuch im September 2022 große Sympathien für das Projekt hatte erkennen lassen. Dabei geht es sowohl darum, die Wieslauterbahn fit für die Weiterführung des traditionellen Ausflugsverkehrs zu machen als auch darum, Holztransporte in großem Stil auf die Schiene zu verlagern. Mittelfristig wird auch eine Integration der Wieslauterbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt angestrebt.

Anlässlich der feierlichen Übergabe des Förderbescheides bietet der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr (ZÖPNV) Rheinland-Pfalz Süd, in Kooperation mit den Eisenbahnfreunden Dahn, der DB Regio und der Albtalbahn-Verkehrsgesellschaft am Montag, 8. Januar, Pendelfahrten auf der Bahnstrecke im Dahner Felsenland an. Dabei gilt für die Züge auf der Wieslauterbahn offenbar de facto eine Art inoffizieller Nulltarif. Zum Einsatz kommt ein Triebwagen der Baureihe 643 (Talent) von DB Regio.

Erste Abfahrt um 12.55 Uhr

Den Auftakt der nachmittäglichen Pendelfahrten bildet laut einer Mitteilung des Zweckverbands der Zug von der Station Busenberg-Schindhard (in Dahn-Reichenbach) nach Dahn (Abfahrt um 12.55 Uhr) und von dort zurück bis nach Bundenthal-Rumbach. Die Abfahrt in Dahn Süd um 13.10 Uhr ist passend für das Ende der sechsten Stunde im Dahner Schulzentrum.

Es folgt eine Pendelfahrt von Bundenthal bis Hinterweidenthal Ort und zurück, bevor der Triebwagen um 14.52 Uhr wieder zurück und von Hinterweidenthal direkt nach Landau weiterfährt. Dabei ist die Abfahrt in Dahn Süd um 14.30 Uhr Richtung Bundenthal wiederum auf den Stundenplan in Dahn abgestimmt (Ende der siebten Stunde).

Michael Zwick, Bürgermeister der VG Dahner Felsenland, sagt zum Thema Wieslauterbahn: „Seit Jahren verfolgen wir in der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland eine nachhaltige Tourismusstrategie, die insbesondere auf eine intakte Naturlandschaft und den Naturgenuss setzt. Die Modernisierung und der Ausbau der Wieslauterstrecke unterstützt genau diese Strategie. Unser Bestreben ist es, möglichst viele unserer Gäste zur Nutzung der Strecke bewegen zu können. Mittelfristig sollte auch die Etablierung eines Taktverkehrs gelingen.“

Vollintegration in den Rheinland-Pfalz-Takt

Michael Heilmann, Direktor des ZÖPNV Rheinland-Pfalz Süd, sagt dazu: „Die Sanierung und Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik wird nun aufs Gleis gesetzt, wofür wir uns als ZÖPNV Süd viele Jahre engagiert haben. Die Verlagerung von Gütertransporten und der Personenverkehr ergänzen sich gegenseitig und stärken die Wirtschaftlichkeit der Schiene. Bei der Wieslauterbahn reden wir über eine Eisenbahnstrecke, die, überregional bekannt, als Teil des Dahner Felsenlandes ein großes Potenzial für den touristischen orientierten Verkehr besitzt, aber als regionale Erschließungsachse auch das Potenzial für die Wiedereinführung des täglichen Verkehrs haben sollte. Deshalb wird im Auftrag des ZÖPNV Süd nun untersucht, ob und wie die Voll-Integration in den Rheinland-Pfalz-Takt auf eine volkswirtschaftliche Grundlage gestellt werden kann.“

Ministerin Eder betont: „Die Wieslauterbahn leistet entscheidende Beiträge für die landespolitischen Klimaziele. Die Förderung und Ertüchtigung der Wieslauterbahn stellt eine weitere Weiche in Richtung Verkehrswende und Klimaschutz. Die Wieslauterbahn ist eine der schönsten Bahnstrecken und der älteste Ausflugszug in Deutschland. Nun wird nicht nur eine Stilllegung aus Sicherheitsgründen verhindert, sondern die Strecke technisch ertüchtigt und neue Möglichkeiten für klimafreundlichen Transport geschaffen. Deswegen ist es besonders erfreulich, dass das ehemalige Nato-Tanklager Teil des Nachtrags zum Förderbescheid aus dem Jahr 2022 geworden ist. Auf dem Gelände sollen Holzverladeterminals gebaut und über ein Anschlussgleis mit der Strecke der Wies-lauterbahn verbunden werden. So können bedeutende Transportleistungen auf die Schiene verlagert und im Zusammenspiel mit dem Personenverkehr entscheidende Beiträge für die landespolitischen Klimaziele erreicht werden“, erläutert Eder die Bedeutung der Investition in die Schieneninfrastruktur im Dahner Felsenland.

15 Kilometer lange Strecke

Das Land beteiligt sich mit 8,7 Millionen Euro und übernimmt somit 85 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Der Landkreis Südwestpfalz zahlt den Eigenanteil der Verbandsgemeinde von 1,5 Millionen Euro.

Die Wieslauterbahn verläuft auf einer Länge von gut 15 Kilometern zwischen Hinterweidenthal Ost an der Queichtalbahn und Bundenthal-Rumbach. Als Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist seit 2007 die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) für die Streckeninfrastruktur verantwortlich. Von April bis Oktober fahren mittwochs, samstags, sonn- und feiertags Züge von Neustadt und Karlsruhe nach Bundenthal. Außerdem gibt es zusätzliche Züge zu besonderen Anlässen wie dem Dahner Martinimarkt.

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