Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Sirenentest: Zwischen abartig laut und unverständlich

Auf dem Dach des Bürgerhauses wurde eine digitale Sirenenanlage installiert, die über Gefahrenlagen informieren soll. Das Foto z
Auf dem Dach des Bürgerhauses wurde eine digitale Sirenenanlage installiert, die über Gefahrenlagen informieren soll. Das Foto zeigt (von links) einen Mitarbeiter der ausführenden Firma Fischer, Ortsbürgermeister Michael Zimmermann, den Beigeordneten Andreas Wilde (kniend) und Verbandsbürgermeister Patrick Weißler.

Donnerstag, kurz nach 16 Uhr: Wer unvorbereitet war – und das waren die meisten –, dem fuhr ein gehöriger Schreck in die Glieder: Eine neue Sirenenanlage, die auf dem Dach des Bürgerhauses installiert worden war, lieferte einen überaus lauten Nachweis ihrer Leistungsstärke.

Die Anlage dient zunächst als Modellprojekt. Wenn sie sich bewährt, sollen solche Alarmsysteme an mehreren Stellen in Hauenstein und auch in der gesamten Verbandsgemeinde installiert werden. Rund 13.500 Euro kostet die digitale Sirene, die das oberpfälzische Unternehmen Sirenenbau Fischer installiert hat. Die Anschaffung hatte, wie Bürgermeister Patrick Weißler auf Anfrage mitteilte, der Verbandsgemeinderat beschlossen und dafür im Haushalt 15.000 Euro bereitgestellt. Sie leistet stolze 1200 Watt und kann außer den Sirenentönen auch Textnachrichten verbreiten und so den Grund des Alarms im Klartext benennen.

Der erste Testlauf am Donnerstag war recht kurzfristig über Facebook angekündigt worden – und überraschte deshalb. Er bestand aus drei Signalen: Zunächst war ein ständig auf- und abschwellender Sirenenton zu hören, der auf eine „Großschadenslage“ hinweist und auffordert, auf die Durchsagen zu achten und/oder das Radio einzuschalten. Danach folgten die Signale „Feueralarm“ mit einem zweimal unterbrochenen Dauerton von einer Minute Länge und schließlich die „Entwarnung“ als ununterbrochener Dauerton von einer Minute. Auf die einzelnen Sirenensignale folgten gesprochene Hinweise darüber, dass es sich um einen Probealarm handle, und zuletzt, dass der Testlauf beendet ist.

Bürgermeister Patrick Weißler verfolgte den Ablauf des Tests an verschiedenen Standorten im Dorf. Er sammelte Eindrücke unter anderem im Baugebiet Kühhohl und an der Kapelle und kommentierte: „Sehr gut hörbar, klares Signal und gut verständlich.“ Weißlers Wahrnehmung wurde in einer Whatsapp-Gruppe, die der das Projekt federführend begleitende Beigeordnete Andreas Wilde flugs eingerichtet hatte, aber nur teilweise bestätigt.

Zwar gab es auch hier positive Rückmeldungen: „Definitiv gute Technik“ war zu lesen. „Es war, als wäre die Anlage einen Meter neben mir“, hieß es aus dem Kapellenweg, und aus der Dahner Straße verlautete: „Abartig laut!“ Von anderen Standorten – Alte B10 beispielsweise oder am Schwimmbad – wurde angemerkt, dass nichts oder nur wenig zu hören war. Die Qualität der Sprachnachrichten wurde unterschiedlich bewertet: Von „Durchsagen sehr gut verständlich“ über „Sprachnachricht schlecht zu verstehen“ bis hin zu „Sprachnachricht wegen Echo nicht zu verstehen“ reichten die Kommentare.

„Das hatten wir erwartet: Wir werden an einigen Stellschrauben drehen und nachjustieren müssen“, meinte Wilde, der den Test aber „durchweg positiv“ bewertete. Nun würden noch weitere Informationen gesammelt. Das Feedback wird einfließen, wenn der Rat demnächst über den weiteren Ausbau des Systems berät, unterstrich Bürgermeister Weißler.

Der Beigeordnete Wilde, der darauf hinwies, dass die „Sirenenfreunde Südwestpfalz“ wertvolle Hinweise geliefert hätten, teilte mit, dass der Bund 80 Millionen Euro zur Ertüchtigung der Sirenenanlagen bereitstellen werde. „Da wollen wir Gewehr bei Fuß stehen, wenn dieser Fördertopf offiziell geöffnet wird.“

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