Kreis Südwestpfalz „Sicherheit geht vor“

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Die beiden jungen Männer, die in Lauterecken und in Nordrhein-Westfalen Explosivstoffe gehortet haben, befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft auf RHEINPFALZ-Anfrage gleichlautend mitgeteilt. Die Polizei widersprach Stimmen, die den Aufwand für den Abtransport der Explosivstoffe als „völlig überzogen“ bezeichnen.

In der Sache gibt’s derzeit relativ wenig Neues – weil die Staatsanwaltschaft Zweibrücken, die wegen des Verdachts auf Sprengstoffbesitz und auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat gegen den 18-Jährigen Lauterecker und seinen 24-jährigen Kollegen ermittelt, aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nichts rauslässt. Fragen der RHEINPFALZ unter anderem zu den Kontakten der beiden Beschuldigten in die rechte Szene, zu ihrem beruflichen Hintergrund und zu ihren Absichten mit den allein in Lauterecken sichergestellten 250 Kilogramm Pyrotechnik, darunter rund 110 Kilogramm hochbrisantes Material, blieben unbeantwortet. Ebenso die Frage, was mit den in einem Bunker bei Baumholder eingelagerten Explosivstoffen passiert. Sobald es etwas Neues zu berichten gebe, werde die Staatsanwaltschaft sich von sich aus melden. Die Polizei hat derweil den Umfang des Einsatzes gerechtfertigt, mit dem das in einem Privathaus in Lauterecken sichergestellte Material abtransportiert worden ist. „Die Sicherheit der Bürger hatte dabei oberste Priorität“, sagte Polizeisprecherin Angela Walz. Da bei dem 18-Jährigen nicht nur herkömmliche Böller gefunden worden seien, sondern auch Ausgangsmaterialien, mit denen Feuerwerk selbst hergestellt werden konnte und wohl auch wurde, habe niemand abschätzen können, in welchem Mischungsverhältnis die Materialien gestanden hätten und folglich auch nicht, wie gefährlich die unprofessionellen Basteleien gewesen seien. Das hätten nach einer Testexplosion auch die erfahrenen Beamten des Landeskriminalamts so gesehen. Daher habe man auch Spezialisten des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei hinzugezogen, um das Gefährdungspotenzial abschätzen zu können. „Alle waren sich einig, dass das Material brisant ist und die Bergung unter hohen Sicherheitsauflagen erfolgen muss.“ Dazu zählten auch die aufgebotenen gepanzerten Fahrzeuge, mit denen im Falle einer Explosion die Druckwelle zumindest zum Teil hätte aufgefangen werden können. Schließlich hätten auch noch die Witterungsverhältnisse eine wichtige Rolle gespielt – zu Beginn der Bergung waren es unter zehn Grad Minus. „In dem Haus waren ja aus Sicherheitsgründen Strom und Gas abgestellt. Das heißt, dort war es ebenfalls sehr kalt.“ Daher hätten die Experten sich bei der Bergung immer mal wieder für eine Weile aufwärmen müssen, damit nicht wegen kalter Finger plötzlich etwas fallengelassen werde. „Das hat die Dauer natürlich auch verlängert.“ Walz hat kein Verständnis für die Kritik an den umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen: „Wie groß wäre denn das Geschrei gewesen, wenn wirklich etwas passiert wäre?“ |wop

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