Massweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Serval, der bei Bonn im Wald gefunden wurde, nach Maßweiler in die Auffangstation gebracht

Ein Serval ist eine Wildkatze, die aus Afrika stammt. Dieses Tier hat in Nordrhein-Westfalen einige Zeit im Wald gelebt. Wie es
Ein Serval ist eine Wildkatze, die aus Afrika stammt. Dieses Tier hat in Nordrhein-Westfalen einige Zeit im Wald gelebt. Wie es dazu kam, lässt sich wohl nicht mehr aufklären.

Neuzugang auf der Tierauffangstation in Maßweiler: Ein Exemplar der ursprünglich in Afrika heimischen Wildkatzenart Serval wohnt seit Anfang April in der Südwestpfalz. Das Tier wurde im Rhein-Sieg-Kreis bei Bonn im Wald eingefangen. Woher die Katze stammt, wie sie heißt und wie sie in die freie Wildbahn kam, ist nicht bekannt. Wie das Männchen künftig heißen soll, wird im Internet entschieden.

„Wir wissen leider nicht sehr viel über das Tier“, berichtet Eva Lindenschmidt, die stellvertretende Betriebsleiterin der Tierauffangstation. Spaziergänger hatten den Exoten im Dezember im Wald im Rhein-Sieg-Kreis (Nordrhein-Westfalen) gesichtet und den Behörden gemeldet. Die machten sich auf die Suche nach der Kleinkatze, die in freier Wildbahn in Afrika vorkommt. Es dauerte aber eine Weile, bis das Tier im Januar in eine Lebendfalle tappte. Auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe wurden die Behörden bei Tierart fündig. Der Verein betreibt in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Vier Pfoten“ die Auffangstation bei Maßweiler.

Die Katze aus Afrika hat wohl einige Zeit im Wald gelebt

Woher die Katze stammt, darüber können die Verantwortlichen nur spekulieren. Fachleute haben sein Alter auf drei bis vier Jahre geschätzt. Er stammt womöglich aus einer möglicherweise illegalen Privathaltung, worauf die Tatsache deutet, dass er nicht gechipt war, berichtet Lindenschmidt. Wie er in den Wald gekommen ist, wo er einige Zeit gelebt haben muss, wird sich wohl nie klären lassen. „Vielleicht ist er seinem Besitzer ausgebüxt oder wurde sogar ausgesetzt“, vermutet sie.

Nachdem die Behörden den Kater gefangen hatten, musste er erst einmal in Quarantäne und ein wenig aufgepäppelt werden. „Er hatte schon einiges an Gewicht verloren“, berichtet Lindenschmidt. Der Serval kam vorübergehend in Nordrhein-Westfalen bei einer Privatperson unter, die Erfahrung im Umgang mit Wildtieren hat. Nachdem er dort geimpft, gefüttert und gechipt wurde, war er nach einigen Wochen bereit für den Umzug nach Maßweiler. Die Maßnahmen liefen vor rund einem Jahr, als der Puma Tikam auf die Station kam, ähnlich ab, zieht Lindenschmidt Parallelen. „Wir müssen da immer auf das Okay der Behörden warten und die Regularien einhalten.“

Wie Puma Tikam braucht der Serval ein Gehege, das oben geschlossen ist

Jetzt wohnt der rund zwölf Kilogramm schwere Kater in Maßweiler, ist derzeit im Luchsgehege untergebracht, das der Verein für verletzte Tiere aus dem Luchsprojekt vorhält. Dort fühle er sich sichtlich wohl. „Er ist schon deutlich entspannter und nicht mehr so nervös“, berichtet die Biologin. Auch beim Sonnenbaden sei er schon gesehen worden. Dauerhaft werde für die Katze wohl ein Gehege umgebaut, auch ein Neubau stehe im Raum. Die sprungfreudige Katze braucht, wie Puma Tikam auch, ein Gehege, das nach oben geschlossen ist, um einen Ausbruch zu verhindern.

Züchter kreuzen Servals mit Hauskatzen und verkaufen die Jungen für mehrere tausend Euros

Die recht hochbeinige Katzenart zählt zur Unterfamilie der Kleinkatzen. Ein solches Tier in Deutschland zu halten, habe schlichtweg finanzielle Gründe. Wie Lindenschmidt erklärt, gibt es für Nachkommen einer Serval-Hauskaten-Verbindung, sogenannte Savannah-Katzen, einen Markt, auf dem für Nachkommen der ersten Generation – ein Elternteil Serval, ein Elternteil Hauskatze - mehrere tausend Euro für ein Tier gezahlt werden. Savannah-Katzen gelten als Hauskatzenrassen. Der Preis richtet sich danach, vor wie vielen Generationen der Serval eingekreuzt wurde, also wie hoch der prozentuale Anteil an Wildkatzenblut im Tier ist.

Der Serval, der nun in Maßweiler lebt, hat noch keinen Namen. Darüber sollen die Facebook-Nutzer abstimmen dürfen, kündigt Lindenschmidt an. Eine Vorauswahl sei im Moment in Vorbereitung.

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