Contwig / Bechhofen / Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Sefrin reicht das Nein von Betz nicht aus

Die Kindergärten sollen in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde überführt werden.
Die Kindergärten sollen in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde überführt werden.

Die Diskussion zwischen dem Bechhofer CDU-Bürgermeister Paul Sefrin und dem Contwiger VG-Beigeordneten David Betz (SPD) um die Kita-Trägerschaft ist wieder aufgeflammt.

Es geht um Betz’ Nein-Stimme im Contwiger Rat zur grundsätzlichen Übernahme der Kita-Trägerschaft durch die Verbandsgemeinde. Sefrin fordert von Betz dafür eine Begründung, kein einfaches Nein.

Betz stimmte in der Contwiger Gemeinderatssitzung am 16. Dezember als Einziger gegen den Grundsatzbeschluss, dass Contwig die Kindergarten-Trägerschaft an die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land abgibt. Als Begründung für seine Abstimmung gab der Contwiger nach der Sitzung gegenüber der Presse bekannt, dass er einerseits die geplante Einstellung von Springerkräften, die bei Bedarf das feste Kindergartenpersonal vor Ort unterstützen sollen, aus pädagogischer Sicht nicht teilten kann, anderseits wurde der Tagesordnungspunkt seines Erachtens zu spontan auf die Liste gesetzt.

Sefrin: Professionelle Kindergartenführung nötig

Sefrin kritisierte Betz dafür und erklärte unter anderem, dass die Gemeinden nicht mehr in der Lage sind, Kindergärten zu führen, zumal der Bürgermeister als Träger der Verantwortliche ist. „An dieser Stelle ist der Spagat zwischen einer ehrenamtlichen, nebenberuflichen Trägerschaft und der professionellen Führung einer großen Einrichtung nicht mehr zu leisten“, schrieb Sefrin. Betz konterte in seiner Stellungnahme, dass er nicht nachvollziehen kann, weshalb sich der Bechhofer Bürgermeister in die Abstimmung eines Contwiger Ratsmitgliedes einmischt.

Der Bechhofer kann Betz’ Abstimmungsbegründung nicht teilen. „Ich hätte erwartet, dass er nicht einfach nur nein sagt“, erklärt Sefrin. Im Gegenteil: Der Bechhofer Bürgermeister fordert von Betz als erstem VG-Beigeordneten, dass er Lösungen bringt, wie das Thema Kindergarten weiterhin behandelt werden kann. „Ich habe mich nur deshalb zu Wort gemeldet, weil mir das Thema wichtig ist. Von Einmischen kann da keine Rede sein“, kontert Sefrin.

Betz findet Diskussion „überzogen“

Der Bechhofer erklärt zudem, dass er sich täglich der Verantwortung durch die Kita-Trägerschaft stellen muss – wegen der Ansprüche der Kinder und der Eltern auf einen Betreuungsplatz. Wenn etwa wegen einer Krankheitswelle eine Gruppe geschlossen werden muss, gibt es Probleme wegen des Betreuungsangebots. Mit Springerkräften bei einer VG-Trägerschaft könne das Problem entschärft werden. „Den Eltern ist es wichtig, dass das Kind betreut wird, dass der Platz da ist“. Vertretungskräfte sind im Kita-Bereich anderen Ortes bereits etabliert und ein geeignetes Mittel, den Betreuungsbetrieb sicher zu stellen, schreibt der Bechhofer in einer Stellungnahme.

Der Contwiger will sich auf eine erneute Diskussion mit Sefrin nicht einlassen. „Ich finde die Geschichte überzogen, albern und völlig daneben“, gibt er bekannt. In einer früheren Stellungnahme untermauerte Betz seine Haltung zu einer möglichen Kita-Trägerschaft durch die Verbandsgemeinde. „Ich halte Springerkräfte tatsächlich nicht für die ideale pädagogische Lösung, das wurde auch richtig wiedergegeben“, schrieb er. Der Contwiger führte zudem an, dass er nicht nachvollziehen kann, weswegen der Bechhofer Bürgermeister sich in seine Abstimmung einmischt. „Das finde ich höchst befremdlich, würde mir persönlich jetzt auch nicht einfallen“, so Betz.

Betz schickt kleine Spitze an Sefrin

Betz schickte auch eine kleine Spitze in Richtung Bechhofen: „Offensichtlich ist der Ehrenamtler an dieser Stelle noch nicht genug ausgelastet, wenn er sich extra die Zeit nimmt, dies in meinem Fall zu kommentieren und extra eine Stellungnahme an die RHEINPFALZ zu schicken“. Betz zielte auf Sefrins Bemerkung ab, dass die Kita-Trägerschaft für einen Ortsbürgermeister im Ehrenamt eine Riesen-Aufgabe sei.

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