Contwig
Schwimmbad wäre in zweieinhalb Tagen startklar
„Wir arbeiten, wie wenn wir aufmachen würden“, berichtet Schwimmmeisterin Jutta Döring. Seit Mitte März sind Döring und ihr Team im Einsatz, um das Schwimmbad aus dem Winterschlaf zu holen. Los ging es mit Rasen mähen und Hecken schneiden, dann wurde der nahe gelegene Wasserspielplatz gereinigt und die Wasserleitungen kontrolliert. Anschließend widmeten sich die Mitarbeiter den Becken. Nach dem Winter werde dort zunächst das Wasser abgelassen, dann ordentlich gesäubert und dampfgestrahlt.
„Im Moment arbeiten wir am Schwimmerbecken“, berichtete Döring in der Woche vor Ostern. Über Springer- und Planschbecken arbeitet sich das Team vor zu den Umkleiden, dem Maschinenraum und den Sanitäranlagen, wo auch die Leitungen durchgeprüft werden. „Da gibt es schon mal über Winter einen Rohrbruch“, erzählt Döring. Fliesenleger kümmerten sich gerade um die Winterschäden rund um die Becken.
Saisonvorbereitung im Gange
Die Saisonvorbereitungen laufen laut Döring gut, wenn da nur nicht die Unwägbarkeit des Eröffnungstermins wäre. „Das müssen wir abwarten, da haben wir keinen Einfluss drauf“, sagt Döring. Normalerweise öffne das Bad– auch in Absprache mit den Kollegen vom Freibad in Zweibrücken – Mitte Mai. Das sei dieses Jahr aber nicht machbar, da mit Blick auf die Corona-Pandemie derzeit keine seriösen Prognosen möglich seien.
Dem unsicheren Öffnungstermin kann Döring dennoch etwas Positives abgewinnen: „Wir haben ein wenig mehr Zeit, stehen nicht unter Druck“, sagt Döring, die seit 43 Jahren im Contwiger Bad als Fachkraft für Bäderbetriebe arbeitet, wie es offiziell heißt. „An meiner Tür hängt aber ein Schild mit der Aufschrift ,Bademeister’“, erzählt sie. Den Begriff findet sie, wie auch Schwimmmeisterin, völlig in Ordnung. Meisterin ist Döring sowieso: Anfang der 80er Jahre legte sie die Meisterprüfung ab.
Noch kein Chlor bestellt
Auch wenn Döring das Bad kennt wie kaum eine Zweite, ist die Situation auch für sie neu. Die Becken bleiben, nach der Reinigung erstmal leer – auch aus finanziellen Gründen. „Wenn Wasser drin ist, muss die Umwälzung laufen und das kostet Geld“, erklärt Döring. Auch das für den Betrieb der Becken benötigte Chlor habe sie zunächst noch nicht bestellt. „Ich will hier nicht auf unbestimmte Zeit volle Gasflaschen rumstehen haben.“ Denn – auch das sei möglich – vielleicht fällt die Saison 2020 komplett aus. „Kann Ihnen niemand sagen.“
Bad wäre schnell startklar
Allerdings sei das Bad innerhalb von wenigen Tagen startklar. Bis das rund 1200 Kubikmeter Wasser fassende Schwimmerbecken vollgelaufen ist, brauche es rund zweieinhalb Tage, das Nichtschwimmer-Becken laufe in einem Tag voll. Wann aber der großen Feuerwehrschläuche, die für diesen Zweck zum Einsatz kommen, ausgerollt werden dürfen, steht noch nicht fest. Döring wagt trotzdem eine vorsichtige Prognose, stellt den Beginn der Sommerferien Anfang Juli in den Raum. Schiebt aber sofort hinterher: „Genau kann ich das aber natürlich nicht sagen.“
Schön fände sie es aber. Denn ein Bad ohne Gäste, das ist nur bei der Saisonvorbereitung schön. „Wir haben ein Super-Publikum hier in Contwig“, findet die Schwimmeisterin. „Wir sind froh, dass wir es haben.“