Kreis Südwestpfalz Schwanenweiher läuft langsam leer

Immer wenn jemand ins Wasser geht, schiebt er den Kies beiseite. Irgendwann liegt die Ton-Schicht frei und wird beschädigt. Bade
Immer wenn jemand ins Wasser geht, schiebt er den Kies beiseite. Irgendwann liegt die Ton-Schicht frei und wird beschädigt. Badende Hunde sind zwar weniger für den Schaden verantwortlich, aber sie erhöhen den Druck auf die freiliegende Schicht.

Der vor etwas mehr als zehn Jahren restaurierte untere Schwanenweiher zwischen Käshofen und Homburg, der einst als künstlich erschaffene Anlage zum Schloss Karlsberg gehörte, muss repariert werden. Das Wasser versickert im Boden, weil Dernoton, eine abdichtende Ton-Schicht unter Wasser, beschädigt wurde – von Menschen und Tieren, die dort baden. Die Reparatur kostet 75 000 Euro. Einen Zeitplan gibt es noch nicht.

Der Weiher liegt im Tal zwischen Käshofen und Homburg und ist zu Fuß sehr gut erreichbar. Wenn man die Homburger Straße in Käshofen herunterfährt, erreicht man nach vielen Kurven in einer Senke an einer Brücke einen Parkplatz, exakt an der Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Geht man von dort auf einem asphaltierten Weg in Richtung Bechhofer Grillhütte, erreicht man eine Abzweigung, die nach kurzer Zeit bergauf zum unteren Schwanenweiher führt. Zuständig für die Sicherheit und den Erhalt des unteren Schwanenweihers ist der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBBL) in Kaiserslautern, weil der Weiher noch auf pfälzischem Gebiet liegt. Die beiden Weiher werden von einer Fachfirma gepflegt und bei Bedarf mit Wasser befüllt. Dabei ist auch schon aufgefallen, dass aus dem Weiher Wasser versickert. Das Gelände sei im Mai 2016 sogar teilweise eingebrochen, teilt der LBBL auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Es hatte sich ein Krater gebildet, der mittlerweile wieder mit Erde befüllt wurde. Der Aschaffenburger Landschaftsarchitekt Peter Jordan hat festgestellt, dass der Schaden unter Wasser entstanden ist, weil stellenweise kein Kies mehr auf dem Dichtstoff Dernoton liegt. Bei der Wiederherstellung des Weihers vor gut zehn Jahren wurde eine 20 Zentimeter dicke Kiesschicht über das Dernoton gelegt, und danach wurde die Anlage mit Wasser befüllt. Wird nun der Kies beiseite geschoben, liegt das Dernoton frei und kann beschädigt werden. Dadurch wird der Weiher immer undichter, Teile des Bodens werden ausgespült, und es können Krater entstehen. Das ist am Schwanenweiher passiert. Laut dem Gutachter hat sich der untere Schwanenweiher zu einem beliebten Wasserspielplatz entwickelt. Der Weiher werde sogar mit Luftmatratzen befahren. Und an Christi Himmelfahrt würden Vatertagswanderer ihre Getränke darin kühlen. Außerdem planschen Hunde zur Abkühlung im Wasser. Jedes Mal, wenn Mensch und Tier den Weiher betraten, schoben sie etwas Kies beiseite, der die Dernotonschicht schützen sollte. Dabei kam es schließlich zur Beschädigung, die wiederum die Versickerung des Wassers auslöste. Tiere sind laut Peter Jordan weniger für den Schaden verantwortlich. Allerdings hätten sie den Druck auf die freigelegte Isolationsschicht erhöht. Sibylla Hege-Bettac vom LBBL teilte der RHEINPFALZ auf Anfrage mit, dass für die Wiederherstellung des unteren Schwanenweihers 75 000 Euro veranschlagt worden seien. Allein die zu ersetzende Dernotonschicht koste 15 000 Euro. Es müsse eine Fläche von 350 Quadratmetern ausgetauscht werden. Wann das passiert, steht noch nicht fest. Damit das Material, das das Dernoton schützen soll, nicht mehr herabrutscht, würden zudem Blockstein-Quader von etwa einem Meter Länge und einem halben Meter Höhe eingebaut. Außerdem soll zusätzlich Grobschotter verwendet werden.

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