Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Schulsportanlage: Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik

Aus der Sportanlage für die IGS-Oberstufe in Waldfischbach wird nichts. Deshalb werden die Schüler künftig zweimal die Woche nac
Aus der Sportanlage für die IGS-Oberstufe in Waldfischbach wird nichts. Deshalb werden die Schüler künftig zweimal die Woche nach Thaleischweiler zur Kreissportanlage gebracht.

Er verwahre sich dagegen, „dass jetzt die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben den Schwarzen Peter zugeschoben bekommt“, sagt Bürgermeister Michael Oestreicher nach der Entscheidung des Landkreises, keine große Freisportanlage für die IGS zu bauen.

Der Kreisbauausschuss hat sich am Montag nach gut vier Jahren mit Verhandlungen, Gesprächen und Ortsterminen endgültig von diesem Projekt verabschiedet. Auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn wird eine kleinere Freisportanlage gebaut, für die Oberstufe wird ab Pfingsten ein Bustransfer zur Kreissportanlage in Thaleischweiler-Fröschen eingerichtet.

Oestreicher (BWB) erinnert an die Ausgangslage für die Gemeinde: Es habe fraktionsübergreifend die Meinung und im Herbst 2019 auch einstimmig den Beschluss im Rat gegeben, dass man versuchen soll, die IGS-Sportstätten auf dem SGW-Gelände zu realisieren. „Ein ganz wichtiger Grund dafür war, dass es im Ort schon zwei Sportplätze gibt, und niemand wollte, dass im Freizeitgelände Bruchwiesen ein dritter Sportplatz gebaut wird“, sagt der Bürgermeister.

Hätte sich weiteres Gespräch gewünscht

„Wir hätten uns gewünscht, dass man sich in kleiner Runde, also Vertreter von Kreis, SGW, Ortsgemeinde, unterstützt von der Verbandsgemeinde, noch mal zusammensetzt“, sagt Oestreicher. Dieser Wunsch sei an den Kreis herangetragen und abgelehnt worden. Die Gemeinde hatte sich damit am Freitag, 16. April, an die Verwaltung gewandt. Die vom Kreis Anfang März gesetzte Frist lief am Dienstag, 20. April, ab. Nach dem Ortstermin im Februar hatte die Landrätin im Bauausschuss im März deutlich gemacht, dass alles besprochen sei. Offen geblieben war die entscheidende Frage, ob die SGW der Einzäunung des Geländes hin zum Spielfeld zustimmt. Für den Kreis war das aus haftungsrechtlichen Gründen ein Muss im Vertrag.

Die Vertragsentwürfe lagen auf dem Tisch. Dazu hätte die SGW noch Anmerkungen gehabt, „von denen wir uns gewünscht hätten, dass sie der Kreis noch mal in Betracht zieht“, sagt Oestreicher. Das hätte aber aus Kreissicht zunächst ein klares Ja der SGW zur Einzäunung erfordert. Ansonsten sah der Kreis keine Grundlage für weitere Gespräche. Das Einverständnis gab es nicht bis Fristende. Und im Schreiben der SGW von Anfang Mai an den Kreis, das kurz vor der Bauausschusssitzung abgeschickt wurde, ist noch mal unmissverständlich festgehalten, dass ein Zaun, der die Laufbahn zum Fußballfeld hin abgrenzt, nicht in Betracht komme.

Wege mit Stoppuhr abgelaufen

In der Woche vor Fristende startete die Gemeinde ein Umlaufverfahren, um den Beschluss von 2019 aufzuheben, der dem Kreis das Gelände in den Bruchwiesen für die Sportanlage überlassen hätte. Das habe aus Sicht der Ortsgemeinde einen wichtigen Grund gehabt: Wenige Wochen vor diesem Verfahren „war für uns das Sportgelände beim SV Burgalben überhaupt erst zum möglichen Thema geworden“, sagt Oestreicher. Gemeindevertreter hätten sich das Gelände angeschaut, und der Beigeordnete Alexander vom Hagen sei die Wege von der Schule zu den Sportplätzen in Burgalben und Waldfischbach mit der Stoppuhr abgelaufen, um sie zu vergleichen. „Der Unterschied beträgt momentan weniger als drei Minuten, wobei durch die Reaktivierung eines früheren kleinen Waldpfades hinter dem Eingang Höheinöder Straße nach der Waldbrücke dieser nochmals um eine Minute verkürzt werden könnte“, sagt Oestreicher. Das habe er der Landrätin in einem Schreiben Anfang Mai mitgeteilt. Das Burgalber Gelände sei zuvor in einer Fraktionssprechersitzung am 30. März Thema gewesen. Da sei mehrheitlich, nicht einstimmig, entschieden worden, den Beschluss von 2019 aufzuheben, um über den Sportplatz in Burgalben reden zu können, sagt Oestreicher.

Die Landrätin hat im Kreisbauausschuss mitgeteilt, dass man sich das Gelände in Burgalben angeschaut habe. Wegen der Entfernung, vor allem aber, weil es ein gefährlicher Weg entlang der viel befahrenen Hauptstraße ist, sei dies kein machbarer Vorschlag.

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