Kreis Südwestpfalz „Schlachtabfälle und Hausmüll in Massen“

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Im September verschwanden in Maßweiler alle öffentlichen Mülleimer bis auf einen (wir berichteten am 17. Oktober). Eine Maßnahme, die Bürgermeister Herbert Semmet angeordnet hatte und die sich bewährt habe, wie er auf Anfrage mitteilte. Die Kreisverwaltung hatte dazu geraten und rät auch anderen Bürgermeistern dazu.

Mit dem neuen Müllkonzept habe die Eliminierung aller Mülleimer aus dem öffentlichen Leben nichts zu tun, versichert Maßweilers Bürgermeister Semmet. 98 Prozent der Bürger verhielten sich anständig und korrekt. Allerdings gebe es immer Einzelne, die öffentliche Mülleimer missbrauchten oder gar gezielt Müll daneben ablagerten. „Wo Müll ist, kommt auch immer noch anderer dazu“, so Semmets Beobachtung. Ein voller Mülleimer verleite Umweltferkel immer dazu, ihren Dreck noch nebendran zu werfen. „Ich habe öfter als einmal Leute beobachtet, die mit dem Auto vorbeifahren und einen Sack voll Müll reinwerfen.“ Dazu seien die Mülleimer aber nicht gedacht. Auch Hundekottüten hätten in den Mülleimern nichts zu suchen. In der Vergangenheit sei die Leerung der öffentlichen Mülleimer zu einem ziemlich hohen Aufwand mutiert, bis es Semmet im September reichte und alle Mülleimer wegkamen. Jetzt gebe es nur noch einen Mülleimer an der Bushaltestelle nahe des Brunnenplatzes. Und dabei soll es auch bleiben. Mit dem neuen Müllkonzept habe dies nichts zu tun. Ab Januar kann immerhin jeder Gebührenzahler Geld sparen, wenn er möglichst selten den Mülleimer vor die Tür stellt. Da könnte die Versuchung steigen, eine Tüte Müll mal fix im öffentlichen Mülleimer um die Ecke zu entsorgen. Auch die Empfehlung der Kreisverwaltung, öffentliche Mülleimer besser wegzumachen, statt ständig zu leeren, habe nichts mit den zu erwartenden Müllsparern zu tun, versichert Ulla Eder, Pressesprecherin der Kreisverwaltung. Verschiedene Bürgermeister würden immer wieder mal anfragen, wie mit den öffentlichen Müllbehältern umgegangen werden solle. Die Entscheidung liege letztlich aber immer beim Bürgermeister, betont Eder. Und die wollen nicht immer zu einem Schritt wie Semmet greifen. Sein Rieschweiler-Mühlbacher Kollege Heino Schuck will alle öffentlichen Mülleimer in den beiden Ortsteilen belassen. Schuck sieht überhaupt keine Veranlassung, die Eimer zu demontieren, sagte er auf Anfrage der RHEINPFALZ. Und wegen des neuen Müllkonzepts habe er auch keine Bedenken. „Das werden wir ja noch sehen“, so Schuck. In Lemberg hingegen wurden in der Vergangenheit schon einige Mülleimer entsorgt. Am Freizeitgelände rund um den Weiher seien alle Mülleimer entfernt worden. „Da landeten Schlachtabfälle und Hausmüll in Massen drin“, erzählt Bürgermeister Heinrich Hoffmeister. Nur noch einige wenige Mülleimer fänden sich in Lemberg und den Annexen. Und wenn diese missbraucht würden, seien auch die Mülleimer ganz schnell weg, kündigte der Lemberger Bürgermeister an. Wegen des neuen Müllkonzepts macht sich auch Hoffmeister keine allzu großen Sorgen. Nach dessen Einführung könne immer noch reagiert werden, sieht der Lemberger keinen akuten Bedarf zum Handeln.

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