Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Schimmel-Kita: Schuldfrage weiter offen

Der Kindergarten-Neubau in der Maßweilerstraße bleibt vorerst eine Baustelle. Eigentlich sollte die Einrichtung schon 2020 in Be
Der Kindergarten-Neubau in der Maßweilerstraße bleibt vorerst eine Baustelle. Eigentlich sollte die Einrichtung schon 2020 in Betrieb gehen.

„Die Mühlen der deutschen Behörden mahlen langsam“, kommentiert Ortsbeigeordneter Thorsten Maisch den aktuellen Sachstand bezüglich der Schimmel-Kita in Contwig. Ein „Schuldiger“ ist noch immer nicht offiziell benannt.

Der Rechtsstreit um die Kita in der Maßweilerstraße geht weiter. Maisch hofft, dass nach den Sommferien wieder etwas Bewegung in das laufende Verfahren kommt. Ursprünglich sollte der Neubau bereits 2020 in Betrieb genommen werden. Doch der Bau lief alles andere als planmäßig: Noch bevor die Kita öffnen konnte, hatte es im Baukörper geschimmelt. Die Folge: ein sofortiger Baustopp – damals noch während der Amtszeit des ehemaligen Contwiger Ortsbürgermeisters Karlheinz Bärmann.

Weiteres Problem: Da bereits 2019 Kinder für die neue Kita angemeldet und die entsprechenden Plätze zugesichert worden waren, musste eine Lösung her. Kurzerhand wurden die Verwaltungsräume des Rathauses in der Ortsmitte zum Kindergarten umfunktioniert und die bestellten Möbel darin aufgebaut. Das allerdings hat nicht ausgereicht, um aus dem Gebäude ein geeignetes „Kinderhaus“ zu machen: Ein zweiter Fluchtweg musste her, ebenso die Treppe im Inneren kindersicher gestaltet werden. Auch die Bücherei ist umgezogen. All das war nicht gerade billig.

Maisch: Noch kein Eröffnungstermin bekannt

Zurück in die Maßweilerstraße: Das neue Flachdach der Kita ist laut Maisch zwar noch nicht fertiggestellt, aber zumindest so weit abgedichtet, dass der Baukörper trocken bleibt. „Wir haben da oben jetzt keine Tropfsteinhöhle“, sagt der Beigeordnete. Wann der Kindergarten endgültig eröffnet werden kann, ist allerdings nach wie vor unklar. Schon im März diesen Jahres hatte Contwigs Bürgermeisterin Nadine Brinette kaum Hoffnungen gehegt, dass die Einweihung noch in diesem Jahr stattfinden wird.

Contwig ist im Zweibrücker Land nicht die einzige Gemeinde, in der ein Kita-Bauprojekt deutlich länger dauert als zunächst geplant. In Althornbach hat sich die Herstellung des Anbaus ebenfalls in die Länge gezogen – wenn auch aus anderen Gründen. Mehrere Faktoren spielten hier eine Rolle: erst die Kommunalwahl 2019, dann Streit über die Art und Weise des Anbaus, anschließend die Corona-Pandemie und letztlich der Ukraine-Krieg samt Inflation. Parallel zur langen Bauzeit sind die Kosten für die Maßnahme in die Höhe geschnellt: Statt den ursprünglich geplanten 800.000 Euro beträgt die Rechnung nun über zwei Millionen Euro. Anders in Reifenberg: Hier ist eine Kita-Baustelle schnell und günstig über die Bühne gegangen, das Gebäude in Modulbauweise für vergleichsweise kleines Geld binnen kurzer Zeit erweitert worden.

x