Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Schüler der Hauensteiner Realschule bepflanzen Waldrand

Unter Anleitung der„Ranger" Michael Hammer (links) und Stefan Ehrhardt (3.v.l.) bepflanzten Schüler der Hauensteiner Realschule
Unter Anleitung der»Ranger« Michael Hammer (links) und Stefan Ehrhardt (3.v.l.) bepflanzten Schüler der Hauensteiner Realschule plus den Waldrand an der Südostflanke des Nedings.

HAUENSTEIN. Die Schüler der Hauensteiner Realschule plus sind sich einig: „Das ist doch weitaus schöner als eine Doppelstunde Mathe. Und interessant dazu!“ Gemeinsam mit Revierförster Gerald Scheffler und zwei „Rangern“ bepflanzen die Jugendlichen den Waldrand auf einer Fläche an der Südostflanke des Nedings. Der alte Kiefernbestand dort war im vergangenen Jahr gerodet worden, weil er akut windwurfgefährdet war.

Jetzt also sorgen die Schüler der Wasgauschule – Mädchen sind nicht dabei – für einen neuen Bewuchs: „Vor allem Licht liebende Bäume und Sträucher“ seien für den Standort ausgewählt worden, erläutert der Förster die Auswahl der Pflanzen: Und so setzen die Jugendlichen, die zur Bio-AG zählen, junge Edelkastanien, Wildkirsche, Haselnuss, Vogelbeere und Mehlbeere – insgesamt sind es rund hundert Pflanzen, die an diesem Dienstagvormittag einen neuen Standort finden.

Angeleitet werden die elf Schüler aus der von Lehrer Christian Wolfer angebotenen Bio-AG und aus der Klasse 8b von den beiden geprüften Naturschutz- und Landschaftspflegern Stefan Ehrhardt und Michael Hammer vom Forstamt Hinterweidenthal. Die „Ranger“ sind behilflich bei der Standortwahl für die Pflanzen, geben Tipps zur Pflanztiefe, helfen, wenn der Waldboden gar zu viel Widerstand leistet oder die „Wuchshülle“, die die jungen Pflanzen vor Wildverbiss schützen wird, anzubringen ist.

Lebensnaher Biounterricht

Und sie erklären den Schülern die Besonderheiten der Pflanzen, informieren beispielsweise über die eher weniger bekannte Mehlbeere, die ein besonders hartes Holz ausbildet. „Sie ist bei uns weniger verbreitet“, sagt Gerald Scheffler, „und soll im naturnahen Wald vermehrt gepflanzt werden.“ Auch dass der so licht bepflanzte Waldrand ein Biotop für die Tierwelt wird, für Ameisen und Eidechsen, für Mäuse und eine vielfältige Vogelwelt etwa, wird thematisiert. Und so wird die Baumrandbepflanzung zu einem Stück lebensnahen Biounterrichts, in den auch Aspekte der CO2-Problematik und des Klimaschutzes einfließen können.

Auftakt zu einer intensiveren Kooperation zwischen Bio-AG und Forst

Die Schüler gehen engagiert und interessiert zu Werke. Man sieht ihnen den Spaß an dieser Arbeit an. Lukas stellt fest: „Es ist schön, etwas für die Natur tun zu können“, während Peter sich darüber freut, „gelernt zu haben, wie man Bäume und Büsche pflanzt“. Und Louis schließlich findet „die besonderen Werkzeuge, mit denen wir gearbeitet haben, sehr interessant“.

Die Pflanzaktion soll nur der Auftakt zu einer intensiveren Kooperation zwischen Bio-AG und Forst sein: „Wir werden mit der AG auch das Wachstum der Pflanzen verfolgen und werden, wenn nötig, die Pflanzen beispielsweise von Brombeerhecken freischneiden“, berichtet Christian Wolfer von einer Art Patenschaft, die die Schüler übernehmen werden. Auch sei angedacht, gemeinsam mit dem Forst Nistkästen zu bauen und in dem unweit der Schule gelegenen Gelände aufzuhängen. Die AG hatte sich in den vergangenen Wochen vornehmlich um die jahreszeitliche Bepflanzung rund um das und in dem Schulhaus gekümmert, hatte die Mitschüler regelmäßig auch mit Rätseln aus der Welt der Biologie überrascht.

Für die Aktion am Neding, die Teil der planmäßigen Waldbewirtschaftung im Forstrevier Hauenstein ist, hatte die Ortsgemeinde die jungen Pflanzen finanziert. Durch den Einsatz der Schüler, die mit einem herzhaften Frühstück belohnt wurden, fielen keine Pflanzkosten an. Weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt: Die so bepflanzte Fläche ist Ökokonto fähig und steht künftig zur Verfügung, wenn von der Gemeinde Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur verlangt werden.

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