Kreis Südwestpfalz Samtpfoten in der Fotofalle

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Auch wenn sie kaum einer je zu Gesicht bekommt: Die Wildkatze lebt in der Westpfalz. Das geht gesichert aus einer bundesweiten Untersuchung hervor, an der die BUND-Kreisgruppe Kaiserslautern beteiligt ist. Ebenfalls gesichert: Straßen sind für sie eine tödliche Gefahr. Und der Verlust an Lebensraum durch Neubaugebiete am Waldrand erschwert der Wildkatze das Dasein.

Von 2011 bis 2015 lief das Projekt „Wildkatzensprung“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch im Lauterer Süden wurden Wildkatzenhaare gesammelt und so das Vorkommen der Tiere per genetischem Fingerabdruck dokumentiert. Die Europäische Wildkatze, um die es in dem Projekt des BUND geht, ist äußerst menschenscheu. Zwar konnten vereinzelte Tiere immer wieder mal mithilfe von Fotofallen abgelichtet werden, gesicherte genetische Erkenntnisse erlauben solche Bilder jedoch nicht. Wie ihre Verwandten, die Hauskatzen, haben die Tiere eine Schwäche für den Geruch von Baldrian. Daher haben die Helfer bundesweit in den vergangenen Jahren angeraute Holzlatten im Wald aufgestellt und mit Baldrian-Extrakt eingesprüht. Vom Geruch angelockt, reiben sich die Tiere genüsslich am Holz, hinterlassen dabei Haare und ermöglichen so ihre genetische Identifikation. Die „Wildkatzenkontrolleure“ – Naturschützer, Jäger und Förster – sammelten gut 5500 Haarproben. Inzwischen liegen fast 2500 derartige Spuren von Wildkatzen vor, darunter von mehr als 600 einzelnen Tieren. Die BUND-Kreisgruppe Kaiserslautern um Karl-Heinz Klein stellte zusätzlich zu den Lockstäben noch einige Fotofallen auf, deren Auswertung unter anderem zu Schutzmaßnahmen für die Tiere beim Neubau des US-Hospitals Weilerbach führte. „Dort läuft ein bedeutender Wildtierkorridor, der auch von Wildkatzen genutzt wird“, berichtet Klein, der froh ist, dass die Sicherung dieses Wanderkorridors sowie ein umfangreiches Katzen-Überwachungsprogramm im Planungsverfahren Einzug hielt. Zwischen Kindsbach und Einsiedlerhof tappte südlich der Kaiserstraße ein Tier vor die Kamera. Und schließlich auch in Mackenbach. „In der Nähe des Golfplatzes hat ein Wildkatzenteam davor echt Ausdauer bewiesen“, schildert Klein, dass die Suche nach der Wildkatze ein mühsames Geschäft war. Ein ganzes Jahr lang wurde die Fotofalle dort wöchentlich kontrolliert, bevor im Sommer 2014 die Katze auf dem Bild erschien. Auch Dort wurden auch Haare an einer Holzlatte „erbeutet“. Die Laboranalyse brachte den eindeutigen genetischen Beweis: Es war eine Wildkatze. Auch zwischen Queidersbach und Gelterswoog gelang ein Foto. Zwischen Hauptstuhl und Nanzdietsch-weiler wurden Wildkatzenhaare den Lockstäben entnommen. Traurig: Zu diesen Wildkatzen-Nachweisen kommen etwa 20 Totfunde der seltenen Tiere. Allein am Langenberg bei Kaiserslautern-Ost wurden in den vergangenen Jahren acht tote Tiere entdeckt. „Tote Wildkatzen wurden mir im Landkreis auch aus Schopp und Otterberg gemeldet“, sagt Klein. „Der Population im nördlichen Pfälzerwald scheint es gut zu gehen“, stützt er sich dennoch auf seine bisherigen Ergebnisse. Die endgültigen Auswertungen des Projekts stehen allerdings noch aus. Für den BUND- Experten ist aber schon jetzt klar: Der Verlust an Lebensraum durch Straßen, Rodungen und Neubaugebiete am Waldrand sei ein Problem. Waldbesucher werden eher selten eine Wildkatze zu Gesicht bekommen. Sollte sich trotzdem ein Katzenbaby zeigen, sollte man unbedingt die Finger davon lassen, warnt Karl-Heinz Klein: „Die Wildkatzenmutter befindet sich in der Regel in der Nähe und kümmert sich um den Nachwuchs.“ Wer dennoch in Sorge sei, dem rät Klein, tags darauf erneut den Fundort aufzusuchen. Sollte das Kätzchen dann noch da sein, gelte es den Revierförster, Jagdpächter oder die Polizei zu informieren. „Aber auf keinen Fall die Findelkatze aus dem Wald mitnehmen“, betont Klein. (thea)

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