Käshofen RHEINPFALZ Plus Artikel Robert Hettingers 48 Jahre alter VW Käfer ist ein Auto für besondere Anlässe

Der Käfer steht glänzend da. Ausfahrten macht Robert Hettinger nur bei schönem Wetter.
Der Käfer steht glänzend da. Ausfahrten macht Robert Hettinger nur bei schönem Wetter.

Leute aus der Nähe: Robert Hettinger aus Käshofen hat einen 48 Jahre alten Käfer, von dem er sagt: „Das ist ein komplett neues Auto.“ Der 67-Jährige hat den VW so aufwändig restaurieren lassen, dass keine Schraube mehr an ihrem Platz blieb.

Robert Hettinger sitzt mit seinem Formel-1-Clübchen im Garten mit Teich und weiter Aussicht über den Homburger Wald. Er schneidet Endiviensalat, seine Kumpels unterhalten sich über die geschmacklichen Nuancen von Wachtel- und Enteneiern. Gleich wird es wieder um die Formel 1 gehen, denn Hettinger hat ein Faible für motorisierte fahrbare Untersätze mit vier Rädern.

Der Rentner aus Käshofen hat zwei davon. Den Toyota für jeden Tag und seinen aufwändig restaurierten roten VW Käfer Cabriolet für Ausfahrten und besondere Anlässe. Der Käfer ist 48 Jahre alt und steht glänzend da. Es handelt sich um das Modell 1302 LS.

„Als mein Schwager vor 20 Jahren gestorben ist, wollte meine Schwiegermutter das Auto verkaufen“, erinnert sich Hettinger. Er habe dann gesagt: „Wenn Du es verkaufen willst, dann verkaufe es mir.“ Und so kam es. Er hat den Wagen, der sich in einem ziemlich schlechten Zustand befunden habe, professionell aufarbeiten lassen. „Das Auto ist von Grund auf neu, da war keine Schraube mehr drin“, sagt Hettinger, den die meisten im Ort nur Robby nennen und der sich als geselliger Kerwegänger schon mal mit ausgefallenen Hüten zeigt.

Doch zurück zum Fahrzeug: Der Wagen sei in Zweibrücken im Entlackungszentrum gewesen, ein Vinninger Karosseriebaumeister habe ihn anschließend geschweißt. Zudem wurde er KTL-beschichtet (grundiert), neu lackiert und wieder zusammengebaut. Eine Fotodokumentation hält jeden Schritt fest. Bei manchen Arbeiten hat Hettinger geholfen, wie er sagt, einen großen Teil aber machen lassen. So bekam der Wagen etwa neue Bremsen, Antriebswelle und Lenkung. „Das ist ein komplett neues Auto“, fasst der 67-Jährige zusammen.

Ausfahrten macht Robert Hettinger nur bei schönem Wetter, etwa zu Oldtimertreffen in Homburg und Zweibrücken, die dieses Jahr nicht stattgefunden haben und Kirkel, das am 19. und 20. September stattfinden sollte, aber laut Homepage der Oldtimerfreunde Kirkel-Limbach ebenfalls abgesagt wurde. Bei Regen und im Winter bleibt das Gefährt in der Garage.

Da sein Hobby kostspielig ist, arbeitet der 67-Jährige Rentner noch als Aushilfsfahrer im Homburger Dachbinderwerk Holzbau Heil. Für seinen Käfer macht er das gerne, denn den Unterhalt des Liebhaberstücks kann er sich mit dem Zuverdienst besser leisten, wie er sagt. Damit er das möglichst lange kann, hat er Ende 2019 seinen Führerschein und die Fahrerkarte erneuern lassen, hat seine Fortbildungen gemacht und sich ärztlich untersuchen lassen. Das hat ihn 600 Euro gekostet.

Das müsse sich noch lohnen, sagt er und lacht, dass sein grauer Schnauzbart leicht auf und ab hüpft. „Ich mache das noch, so lange es mir Spaß macht“, so Hettinger im Bezug auf seinen Job. Ursprünglich hatte er Metzger gelernt, konnte in seinem Beruf aber nur wenige Jahre arbeiten. Danach war er 40 Jahre bei der Firma Klein in Limbach als Berufskraftfahrer tätig, die letzten drei Jahre davon als Aushilfe.

Wenn er nicht gerade in seinem Käfer sitzt, engagiert sich der Wahlkäshofer, der gebürtig aus Elversberg stammt und seit 40 Jahren auf der Sickinger Höhe wohnt, im Obst- und Gartenbauverein. Für diesen kümmert er sich um das Wasserhaus. „Das ist der einzige Verein, dem ich angehöre“, sagt Hettinger, das mache er dafür aber mit Herzblut. Ansonsten trifft er sich noch wie am vergangenen Sonntag mit seinem Formel-1-Clübchen zum Rennengucken, Tippen und Fachsimpeln. Dann stehen die motorisierten Gefährte wieder ganz im Vordergrund.

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