Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel „Rettet Bänke“: Petition fordert Schutz für Sitzplätze im Wald

Wer im Wald unterwegs ist, muss mit waldtypischen Gefahren rechnen.
Wer im Wald unterwegs ist, muss mit waldtypischen Gefahren rechnen.

Sitzplätze im Wald sind bedroht: Eine Petition fordert, Wanderbänke und Schutzhütten zu retten. Doch die rechtliche Lage ist kompliziert.

„Rettet Wanderbänke und Schutzhütten“ – für dieses Ziel wirbt Wolfgang Greve aus Niedersachsen. Eigentlich sei er kein klassischer Wanderer, dafür aber Geocacher, also jemand, der mit Hilfe von GPS-Koordinaten auf die Suche nach versteckten Dingen geht. Gemeinsam mit seiner Partnerin sei er viel draußen unterwegs. Irgendwann sei ihnen aufgefallen, dass es kaum noch Bänke im Wald gebe, beziehungsweise von ehemaligen Bänken nur noch die Betonfüße übrig geblieben seien.

Der 68-Jährige machte sich auf die Suche nach der Ursache: Warum werden in Niedersachsen plötzlich so viele Bänke abmontiert? Der Hintergrund liegt in der sogenannten Verkehrssicherungspflicht (VSP). Diese besagt, dass der Waldbesitzer an den Stellen, an denen Menschen dazu animiert werden, sich länger aufhalten, für waldtypische Gefahren haftet. Das können beispielsweise Bänke oder Hinweistafeln sein. Rund um diese Stellen muss der Waldbesitzer für Sicherheit sorgen, damit nicht etwa ein Ast herabfällt oder ein Baum umstürzt.

Immer mehr Bänke verschwinden

Doch das ist aufwendig und stellt Waldbesitzende, darunter Kommunen und den Forst, vor große Herausforderungen. Und so werden nach und nach immer mehr Bänke im Wald abgebaut. Denn auf reinen Wanderwegen gilt die Verkehrssicherungspflicht nicht, dort müssen die Menschen laut Gesetz mit waldtypischen Gefahren rechnen.

Das Thema ist nicht nur in Niedersachsen aktuell. Bei seiner Recherche zum Thema stieß Wolfgang Greve auf die Berichterstattung der RHEINPFALZ, die sich mehrfach damit auseinandergesetzt hat.

Es gebe so viele Wanderer in Deutschland, da müsste es doch möglich sein, ihnen eine Stimme zu geben, dachte sich Greve. Und so startete er im Mai mit dem Wiehengebirgsverband Weser-Ems, in dessen Vorstand er aktiv ist, eine Online-Petition auf der Plattform „openpetition“. Der Sitz des Verbands, der über 80 Mitgliedsvereine umfasst, liegt in Osnabrück. Die Petition fordert, dass Bänke, Schutzhütten und Informationstafeln in den Wäldern erhalten bleiben sollen. Dazu soll im Bundeswaldgesetz klargestellt werden, dass die waldtypischen Gefahren auch an diesen Stellen gelten und für diese Bereiche keine Verkehrssicherungspflicht bestehe.

Jeder für sich selbst verantwortlich

Damit wäre dann jeder Wanderer selbst für seine Sicherheit an diesen Stellen verantwortlich – so wie beim Laufen durch den Wald. Für die Infrastruktur an sich sollte die VSP indes weiter gelten. Bei Bänken wäre das beispielsweise die Standfestigkeit.

„Die Petition läuft noch 15 Tage“, sagt der 68-Jährige. Das ursprüngliche Ziel seien 30.000 Unterschriften gewesen, um das Anliegen vor dem Petitionsausschuss des Bundestages persönlich vorstellen zu können. Leider seien bisher erst 9000 Unterschriften zusammengekommen, obwohl es viele Menschen gebe, die das Thema bewege, sagt Greve. Er hofft, dass bis zum Ende der Petition noch der eine oder die andere unterschreibt und der Sache so zu mehr Aufmerksamkeit verhilft.

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