Die Restaurants werden von der Corona-Krise nicht verschont. Ihre Gasträume mussten die Wirte schließen, wann und wie es weitergeht ist noch ungewiss. Die Zeit nutzen die Gastronomen unterschiedlich. Manche renovieren, andere verkaufen weiter Mahlzeiten. Wir haben bei einigen Gastwirten im Zweibrücker Land nachgefragt.
Von Corona-Ruhe ist im Capito in Hornbach derzeit keineswegs die Rede. Auch wenn Inhaber und Chefkoch Christian Dörr aktuell nicht am Herd steht, hat er alle Hände voll zu tun: „Wir streichen, renovieren und machen den Laden schön“, erzählt Dörr im RHEINPFALZ-Telefoninterview. Speisen liefert der Gastronom nicht aus. Gründe hat er dafür mehrere: Die wenigsten seiner Kunden kommen aus der Nähe, und „es lohnt sich nicht, nach Sulzbach Essen auszufahren“. Zudem sei es ein gewaltiger Unterschied, ob er seine Menüs schön auf dem Teller anrichtet oder ob er sich in Mitnehm-Pappschachteln packt. Finanziell sieht es bei ihm noch annehmbar aus. „Wir haben den März noch normal abgerechnet, jetzt ist das Team aber in Kurzarbeit“, so Dörr. Dass es nach der Krise direkt wie gewohnt weitergeht, das bezweifelt der Gastronom. „Vielen Menschen fehlt das Geld. Ich weiß nicht, ob die Leute dann direkt essen gehen. Wobei auf der anderen Seite wollen die Leute wieder raus. Ich will ja auch wieder essen gehen“, sagt Dörr.
Die Wallhalber Landgrafenmühle in Wallhalben bietet einen Abholservice an. „Gerade die Stammgäste nehmen den aus Solidarität in Anspruch“, berichtet Chefin Christine Venzke. Sie trauert bereits jetzt um das Jahr 2020: „Ich hätte ein sehr gutes Jahr gehabt.“ Von ihren 20 Gästezimmern sind derzeit nur wenige belegt. Ab und an habe sie Geschäftsleute und Monteure, die dürfe sie noch beherbergen, aber nicht bewirten. Urlauber dürfen derzeit nicht mehr in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten.
Auch beim Roseneck in Schmitshausen gibt es Essen zum Mitnehmen. Laut Inhaber Rudi Danner wird dieser Service aber nur spärlich genutzt. „Gestern hatten wir nichts, vorgestern kamen vier Leute“, so Danner am Mittwoch. Der Gastronom spricht sich vehement gegen einen Lieferservice aus. Damit verdiene er nichts, zahle womöglich sogar drauf. „Wenn ich sehe, dass der Italiener, der der Feuerwehr 15 Pizzen bringt, noch zwei Flaschen Rotwein kostenlos drauflegt, dann kann ich gleich zusperren“, sagt Danner. Finanziell steht sein Laden noch gerade so da. „Wir kommen jeden Monat immer so rüber die Runden. Das ist auch jetzt noch so“, erklärt der Wirt. Einen Kredit bei der Bank will er nicht aufnehmen. „Lieber schließ’ ich zu, statt mich jetzt noch zu verschulen. Den Laden führen ich und meine Frau. Und wir sind beide Rentner.“
Udo Kiefer, Inhaber des Wiesbacher Hofes in Wiesbach, bietet im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern einen Lieferservice an – zumindest am Wochenende. Zudem gibt es auch Essen zum Abholen. „Das wird schon gut angenommen. Alles in allem mach’ ich aber damit nur ein Drittel des regulären Umsatzes“, so Kiefer. Diese Woche liefen bei ihm die Osterbestellungen, dafür hat er sogar eine eigene Karte aufgesetzt. „Es kommen aktuell viele Stammgäste zu uns. Hin und wieder sehe ich aber auch Kunden, die ich nicht kenne“, berichtet der Gastronom. Kiefer hat auch Positives zu berichten: „Die Leute geben derzeit viel Trinkgeld.“ Da die laufenden Kosten in seinem Betrieb sehr hoch seien, hat sich Kiefer dazu entschieden, neben der bundesweiten Finanzförderung auch einen Kredit aufzunehmen.
Weder Lieferservice noch Abholdienst bieten das Gasthaus Borst in Maßweiler und das Restaurant zum Hannes in Niederhausen an. Bei beiden Restaurants passe das nicht zum Stil des Ladens. Heike Schwuchow-Geßner, Inhaberin des Hannes, hat derzeit wie die Wallhalber Landgrafenmühle ein paar wenige Übernachtungsgäste – ebenfalls Geschäftsleute und Monteure. Den Rest der Zeit nutzt sie, um ihren Laden auf Vordermann zu bringen.
Info
Die
Südwestpfalz Touristik
listet auf suedwestpfalz-touristik.de Restaurants der Region auf, die einen Abhol- und oder Lieferservice anbieten. Für
Zweibrücken und das Zweibrücker Land stehen folgende Gasthäuser in der Liste: Kneispermühle (Wallhalbtal), Zum Roseneck (Schmitshausen), Cockpit (Pottschütthöhe), Restaurant Katz (Wallhalben), Pizzeria Memo (Wallhalben), Gasthaus Bärmann (
Contwig), D’Antonio (Contwig), Hähnchenbuud (Contwig), Zur Dorfschenke (Dietrichingen), Wiesbacher Hof (Wiesbach), Blaue Adria (Zweibrücken), Ilan (Zweibrücken), King's Pizza (Oberauerbach), Der kleine Grim (Zweibrücken), CM Pizza und Crêpes (Zweibrücken).
Die Liste wird erweitert. Restaurants, Hofläden und lokale Erzeuger, die Abhol- und Lieferservices anbieten, können sich bei der Geschäftsstelle der Südwestpfalz Touristik per Mail an
info@suedwestpfalz-touristik.de oder unter Telefon 06331/809-126 melden.