Landgericht Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Rennen mit der Polizei geliefert: 19-Jähriger jetzt halbes Jahr ohne Führerschein

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Vor der Berufungskammer beim Landgericht Zweibrücken wurde am Donnerstag ein 19-Jähriger aus Pirmasens zu sechs Monaten Fahrerlaubnisssperre verurteilt, weil er in der Nacht zum 29. April 2019 mit seinen Opel Adam viel zu schnell durch Zweibrücken und anschließend über die Landstraße nach Contwig gerast ist.

Der junge Mann musste sich für die Tat bereits vor dem Jugendschöffengericht Pirmasens verantworten. Dem damaligen Urteil zufolge hätte der mittlerweile 19-Jährige seinen Führerschein für neun Monate abgeben sollen. Der junge Mann legte Berufung ein, wollte freigesprochen werden.

Führerschein im Gerichtssaal abgegeben

Die Berufungskammer beim Landgericht folgte dem Wunsch des 19-Jährigen nicht: Er erhielt lediglich einen kleinen Abschlag von drei Monaten. „Die Sperre tritt erst ein, wenn der Führerschein bei der Akte liegt“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Schubert. Flugs zückte der Verurteilte seinen Führerschein aus der Hosentasche und übergab ihn der Protokollführerin des Gerichts, die neben ihm saß. Für die kommenden sechs Monate muss er nun auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

Lichthupe und Haltesignal ignoriert

In der Verhandlung sagten erneut die beiden Polizisten aus, die den Angeklagten in dessen Opel Adam verfolgt hatten. Es geschah in der Nacht zum 29. April vergangenen Jahres in Zweibrücken. Den Beamten zufolge legte der 19-Jährige an der Kreuzung Saarlandstraße-Landauer Straße, nur unweit vom Gefängnis, einen sogenannten Kavaliersstart hin. Auf der Gegenfahrbahn sei er über den dortigen Linksabbiegestreifen in Richtung Niederauerbach gefahren und soll, so der Kommissar, mit 100 Stundenkilometern durch die Stadt auf die Zufahrt in Richtung Contwig gefahren sein. „Die Verfolgung riss mit dem schweren Streifenwagen ab. Ich konnte vor dem Zubringer wieder aufschließen und dem Opel folgen“, schilderte der Beamte die Ereignisse. Lichthupe und Haltesignal hätte der Fahrer ignoriert. Vor der Kreuzung zur Fasanerie, dort gilt zunächst Tempo 80, dann 60, sei der Fahrer 120 gefahren. In diesem Tempo sei er dann auch über die Kreuzung gerast – die Ampel zeigte Rot. „Ich bin nur drüber gerollt“, so der Angeklagte.

Richter: „Er wollte ein Rennen fahren“

Nun habe der Kommissar Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet und habe den Flüchtenden angehalten. „’Ich dachte, Sie möchten mit mir ein bisschen schnell fahren’, sagte er zu mir, als ich ihn ansprach“, betonte der Kommissar. „Das war eine deutliche Ansage“, so der Vorsitzende Richter Schubert und ergänzte: „Er wollte ein Rennen fahren. Er ist ein junger Mann, hat 100 PS unter der Haube und neben sich ein hübsches junges Mädchen.“ Die junge Frau trat ebenfalls in den Zeugenstand. Sie und ihr Freund erklärten unisono, sie hätten das hinter ihnen fahrende Auto nicht als Polizeiauto erkannt. „Das Auto hat uns gedrängelt“, betonten beide. Das Gericht schenkte dem keinen Glauben und verurteilte den 19-Jährigen zu dieser Jugendstrafe.

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