Südwestpfalz
Reichert: Vierspuriger B10-Ausbau erhöht Sicherheit
Der Hauensteiner CDU-Landtagsabgeordnete Christof Reichert hat die schweren Unfälle mit Lastwagen auf der Bundesstraße 10 in jüngster Zeit zum Anlass genommen, um mit kleinen Anfragen an die Landesregierung nach der Entwicklung der Unfallzahlen auf dem 44 Kilometer langen B10-Abschnitt zwischen Pirmasens und Landau zu fragen. „Aus der Antwort auf meine kleinen Anfragen ist klar zu erkennen, dass insbesondere im dreispurigen Bereich die meisten Unfälle passieren“, teilt Reichert mit.
Aus den Unfallzahlen, die das rheinland-pfälzische Innenministerium dem Landtagsabgeordneten zur Verfügung stellte, ergibt sich, dass die meisten Unfälle auf dem Streckenabschnitt zwischen Hinterweidenthal und Rinnthal passieren. 2018 waren es 104 Unfälle auf der 8,8 Kilometer langen Strecke, an 41 davon waren Lastwagen beteiligt. Die Zahlen waren 2019 und 2020 in diesem Bereich rückläufig, 2021 stiegen sie wieder an. 80 Unfälle wurden registriert, an 26 waren Lkw beteiligt. In diesem Jahr waren es bis zum 27. September 53, an 14 waren Lkw beteiligt.
Hinterweidenthal-Rinnthal unfallträchtig
Dieser Streckenabschnitt war, gemessen an der Länge und der Anzahl der Unfälle, 2018 und 2021 der unfallträchtigste der insgesamt 44,8 Kilometer langen Strecke zwischen Pirmasens und Landau. Um die Häufigkeit vergleichen zu können, hat Reichert ermittelt, zu wie vielen Unfällen es pro Jahr je Kilometer Strecke kommt. Im Jahr 2018 waren es zwischen Hinterweidenthal und Rinnthal zwölf Unfälle je Kilometer, 2021 waren es noch neun, Ende September lag der Wert bei sechs.
Übertroffen wurden diese Werte in den Jahren 2019 und 2020 im Bereich der 4,1 Kilometer langen Baustelle zwischen Landau-Godramstein und der Auffahrt auf die Autobahn 65. Hier ereigneten sich 2019 rund 14 Unfälle je Streckenkilometer, 2020 waren es 13. Auch im laufenden Jahr liegen hier die Zahlen am höchsten, bislang krachte es je Kilometer achtmal, in knapp die Hälfte der Unfälle waren Lastwagen verwickelt.
Von A62 bis Hinterweidenthal recht sicher
„Am sichersten ist die B10 im vierspurigen Bereich, insbesondere was die besonders schweren Unfälle mit Lkw betrifft“, schreibt Reichert. Im 17,1 Kilometer langen Streckenbereich zwischen der A62 bei Höheischweiler und Hinterweidenthal krachte es 2018 59-mal, in zwölf Fällen waren Lastwagen beteiligt. 2021 sanken die Zahlen auf 64 Unfälle, davon acht mit Lastwagen. Bis Ende September hat es in diesem Bereich 35 Unfälle gegeben, viermal waren Laster beteiligt.
Auf dem 44,8 Kilometer langen B10-Abschnitt zwischen Pirmasens und dem Anschluss an die A65 hat es beim Blick auf die vergangenen fünf Jahre 2019 am häufigsten gekracht. Insgesamt 318 Unfälle waren dort registriert worden, an 89 waren Lastwagen beteiligt. Damals war der Abschnitt zwischen A62 und Hinterweidenthal besonders unfallträchtig, hier wurden 109 Zusammenstöße, 16 mit Lkw-Beteiligung, registriert.
Reichert: Ausbau senkt Unfallrisiko
Die wenigsten Unfälle wurden in vergangenen Jahren im Bereich der Tunnel bei Annweiler registriert, zumindest was die absoluten Zahlen betrifft. Am häufigsten krachte es im Jahr 2018, an 36 Unfällen auf der 8,4 Kilometer langen Strecke waren 22 Lkw beteiligt. Dieser Bereich ist nur zweispurig ausgebaut, in den Tunneln gilt Tempo 60.
Für Reichert lassen die Zahlen nur einen Schluss zu: „Wird die B10 zügig vierspurig ausgebaut, sinkt hierdurch auch das Unfallrisiko.“ Und er ergänzt: „Bei allen Diskussionen um Umwelt geht es hier um Sicherheit und Menschenleben. Das Verkehrsaufkommen auf der B10 ist bereits jetzt hoch. Ein vierspuriger Ausbau wird diesem Aufkommen lediglich gerecht. Der Steigerung des Verkehrsaufkommens werden wir durch eine Verzögerung des Ausbaus oder gar einem Stillstand, sicherlich nicht entgegenwirken. Der Sicherheit schon.“ Zuletzt sank die Zahl der Unfälle, an denen Lastwagen beteiligt sind.
Der Hauensteiner CDU-Abgeordnete fordert daher die Landesregierung und das zuständige Ministerium auf, den vierspurigen Ausbau der Straße zügig voranzubringen. „Es gilt, die notwendigen Planungs- und Genehmigungsschritte jetzt ohne Verzögerung umzusetzen, damit mit dem Bau der restlichen Abschnitte schnellstmöglich begonnen werden kann“, so Reichert abschließend.