Clausen Rathaus soll Dorfgemeinschaftshaus werden: Streit um Kompetenzen und Pläne
Der Gemeinderat von Clausen hat in seiner jüngsten Sitzung ausführlich über den geplanten Umbau des Rathauses debattiert. Im Sitzungssaal wurde bereits die Statik geprüft und die Tragfähigkeit der Decke inspiziert. Für das Projekt, das im Rahmen der Dorferneuerung durchgeführt wird, sind 800.000 Euro veranschlagt. Allerdings herrschte unter den Ratsmitgliedern Unsicherheit darüber, ob diese Kostenschätzung eingehalten werden kann.
Diplom-Ingenieurin Nadine Hemmer vom Planungsbüro Hemmer Kaiserslautern präsentierte die ersten Vorentwürfe. Sie erklärte, dass bis zu 75 Prozent der Kosten gefördert werden könnten. Förderfähig seien Jugendraum, Bürgermeisterzimmer, Vereinszimmer, ein großer multifunktionaler Saal, Versammlungsräume, Küche, Nebenräume für zuvor genannte Nutzungen sowie Sanitärräume.
Kritik: Niemand in Planung einbezogen
Keine Förderung gebe es für Arbeitsräume der Gemeindemitarbeiter und Lagerräume für externe Nutzung. Hemmer erklärte, dass das Gebäude nicht barrierefrei ist und ein entsprechender Zugang zum Rathaus geschaffen werden müsse. Mit einem Aufzug könnte das Obergeschoss erreicht werden. Die Zufahrt und der Bauhof sollten möglichst freigehalten werden. Ein Ausbau des Dachgeschosses sei nicht vorgesehen.
Laut Ortsbürgermeister Jens Dresen laufen die Vorplanungen für den umfangreichen Umbau gut. Der zweite Beigeordnete Johannes Seibel (CDU) kritisierte, dass es keine vorherige Abstimmung etwa in einem „kleinen Komitee“ aus Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden gegeben habe, sondern ein bereits fertiger Plan dem Rat präsentiert wurde. Auch CDU-Fraktionssprecher Thomas Schmittner befürchtet, „dass der vorliegende Planentwurf bereits in Stein gemeißelt ist“. Er schlug beispielsweise bewegliche Trennwände für den jetzigen Ratssaal vor.
Dresen: „Dies ist alles eine grobe Planung“
Dresen hob die vielseitige Nutzbarkeit eines „größeren, multifunktionalen Raumes“ hervor, der auch für Seniorentreffen und als Kinderhort genutzt werden könne. Monika Woll (FWG) betonte, dass die Bevollmächtigung des Ortsbürgermeisters nur für die jeweilige Planungsphase gelten sollte, nicht über die gesamte Baumaßnahme. Michael Kaiser (CDU) äußerte Bedenken hinsichtlich der geplanten Kosten von 800.000 Euro. Dem hielt Dresen entgegen: „Dass das Rathaus teuer wird und wir auch Eigenleistungen erbringen müssen, ist klar. Dies hier ist alles eine grobe Planung.“
Eine weitere Diskussion entfachte sich über den im Planungsentwurf vorgesehenen Außenaufzug. Nadine Hemmer betonte, dass der Umbau des Rathauses zu einem Dorfgemeinschaftshaus für alle Generationen einen barrierefreien Zugang erfordere und ein Aufzug daher unerlässlich sei. Die Erste Beigeordnete und FWG-Sprecherin Viktoria Meyer befürwortet, dass Beigeordnete und Fraktionssprecher in die Entscheidungsprozesse der weiteren Umbauplanungsphase eingebunden werden sollen.
Da sich die Planung noch in der Vorentwurfs- und Diskussionsphase befindet, schlug der Ortsbürgermeister vor, Anfang nächsten Jahres die fertigen Pläne dem Rat zur Entscheidung vorzulegen. Danach könnten die Förderanträge im Jahr 2026 gestellt werden.