Kreis Südwestpfalz Rat stimmt Plänen für Grundschule noch nicht zu

THALEISCHWEILER-FRÖSCHEN. „Was nächstes Jahr nicht ist, ist übernächstes Jahr“, fand Bürgermeister Thomas Peifer, als die Debatte anfing, sich im Kreis zu drehen. Der Rat sei sich „offenbar nicht einig“, und er wolle „nichts übers Knie brechen“, um „später eine gute Lösung für unsere Kinder zu kriegen“, sagte er. Es war vor allem die Frage, wo der Anbau an die Schule stehen soll, die für Uneinigkeit sorgte. Der Bauausschuss und der Schulträgerausschuss, in dem auch Lehrer und Eltern sitzen, sollen jetzt beteiligt werden. Weil der Planer ohne Beschluss keine Zuschussanträge stellen kann, verzögern sich Sanierung und Anbau aber möglicherweise um ein Jahr. Dass der Anbau für die Mensa schräg zwischen Schule und Turnhalle auf den Schulhof gebaut werden soll, hatte einigen Ratsmitgliedern schon vor drei Wochen nicht gefallen. Architekt Kurt Schwarz vom Planungsteam Südwest aus Dahn hielt dennoch an dem Standort fest: Man habe lange überlegt, und dies sei der beste Platz. Der Anbau sei barrierefrei zu erreichen, sei nach Süden gerichtet, stehe nah am Schulgebäude, und der Übergang könne überdacht werden und als Foyer dienen. Er müsse schräg stehen, um nicht dem Hauptgebäude Licht zu nehmen, und er bilde so eine Achse mit der Turnhalle. Weil der Pavillon abseits der Schule abgerissen wird, entstehe dort Platz für den Schulhof weiter von der Pestalozzistraße weg. Und da der Schulhof tiefer liegt, werde der Anbau auf Säulen stehen und wirken, als schwebe er. Zudem könne man sich bei Regen darunter aufhalten, ohne nass zu werden. Vor allem bei der SPD stießen diese Pläne auf Missfallen: „Ich hab’ gedacht, Sie präsentieren uns was revolutionär Neues. Den Plan kennen wir ja schon“, erinnerte Fraktionssprecher Heino Schuck an die Sitzung Mitte September, in der Bautechniker Thomas Schatton eben diesen Standort präsentiert und gegen die Einwände des Rates verteidigt hatte. Der Planer sollte sich doch „bemühen, alternative Vorschläge zu präsentieren“. Die Vorgaben der Verwaltung wirkten „wie ein Hemmschuh“. Was Kurt Schwarz zurückwies: Es gebe keine Vorgaben, er halte dies nach wie vor für den idealen Standort. Allerdings sei dies erst ein Vorentwurf, und man könne natürlich weitere Ideen einfließen lassen. Schuck fand zudem, dass der Anbau eben nicht auf Stützen schweben müsse, und störte sich an dem ebenfalls geplanten Lagerraum für den Hausmeister unter dem Foyer. Der solle seinen Traktor nicht unter dem Anbau am Schulhof abstellen, sondern sein Material besser weiter außen lagern, wo er niemanden stört. Volker Keller (SPD) fand, man sei beim Thema Ganztagsschule und Essensausgabe „nicht optimal vorbereitet mit diesen Plänen“. Wilfried Stein (CDU) regte zudem eine Verbindung zur Turnhalle mit Schwimmbad an, weil die Schüler ja mit nassen Haaren zurück in die Schule laufen müssten. CDU-Sprecherin Michaela Hüther fand schließlich, man müsse doch noch keine Details besprechen. Sie schlug vor, den Schulträgerausschuss einzubeziehen: „Die Lehrer wissen es doch besser.“ Eine völlig neue Variante brachte Andreas Traub (CDU) ins Spiel, der plötzlich in die Runde rief, wie viel es eigentlich kosten würde, die Schule ganz abzureißen und eine neue zu bauen. Sechs Millionen, ohne die Erdarbeiten, und genehmigt würde ein Neubau gar nicht, antwortete Thomas Schatton von der Verwaltung. Für die Sanierung und den Anbau rechnet Kurt Schwarz mit Kosten von 1,9 Millionen Euro, davon 612 000 für den Neubau und 700 000 Euro für die Sanierung des alten Gebäudes. Das soll unter anderem wärmegedämmt werden und ein neues Dach erhalten. Die Toiletten werden völlig neu gemacht, teilweise verlegt und durch ein Behinderten-WC ergänzt. Der Platz zwischen den jetzigen Toiletten und dem geplanten Anbau wird überdacht und als Foyer ins Gebäude integriert. Der Anbau ist vor allem für die Mensa, aber auch als Mehrzweckraum gedacht. Es ist auch Platz für eine kleine Küche, allerdings nicht zum Kochen, sondern nur für die Essensausgabe, da das Mittagessen weiter angeliefert werden soll. Die Auflagen, um selbst zu kochen, seien zu hoch.