Käshofen
Rat möchte lieber die Haltestelle in der Ringstraße behindertengerecht ausbauen
Im Juni 2018 hatte der Kreistag den dritten Nahverkehrsplan beschlossen, mit dem der Plan aus dem Jahr 2008 fortgeschrieben wurde. In diesem ist als ein Ziel die vollständige Barrierefreiheit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bis Ende 2021 aufgeführt. Beim Schienenverkehr und bei den Fahrzeugen wurde dies bereits zum Teil umgesetzt. Die Bushaltestellen hinken hinterher.
Die Bushaltestellen wurden zunächst kategorisiert. Die Käshofer Haltestellen Pfalzwerke und Ringstraße erhielten die Kategorie B(1) und B(2), der Halt Ortsmitte die Kategorie C. B(1) bedeutet Ausbau bis Ende 2021, B(2) Ausbau bis 2025 und C Ausbau bei Gelegenheit, wenn auch die Straße erneuert wird. In einem gemeinsamen Abstimmungsgespräch bei der Kreisverwaltung wurde vereinbart, dass pro Ortsgemeinde eine Bushaltestelle bis Ende 2021 barrierefrei ausgebaut werden muss. In Käshofen sollte das die Haltestelle an der Abzweigung nach Homburg sein.
Der Gemeinderat stimmte am Montag mit der Enthaltung von Klaus Köhler dem Vorschlag der Verbandsgemeinde zu, das Büro Schönhofen aus Kaiserslautern mit der Planung zu beauftragen. Der Rat war sich einig, die Verbandsgemeinde prüfen zu lassen, ob nicht besser die Ringstraße, die Kategorie B (2) hat, zuerst ausgebaut werden soll. Dort steigen mehr Fahrgäste ein, sagte Bürgermeister Egon Gilbert auf Nachfrage. Außerdem könne man bei den Pfalzwerken nur auf einer Seite die Haltestelle ausbauen, weil der Gemeinde Grundstücke fehlen. Die Räte machten sich auch schon Gedanken, in welcher Form die Barrierefreiheit hergestellt werden soll. Dazu Bürgermeister Gilbert: „Wenn es so weit ist, haben wir noch genügend Zeit, darüber zu diskutieren.“
Käshofen wird vor allem von der Buslinie 232 bedient, die von Zweibrücken nach Martinshöhe und Bruchmühlbach führt. Morgens fährt zudem ein Bus der Linie 231 von der Ortsmitte nach Wallhalben ab. Dazu kommen Anruf-Sammel-Taxis, die das Bus-Angebot ergänzen, vor allem an den Wochenenden.
Der Gemeinderat beschloss ferner einstimmig ohne Diskussion den Doppelhaushalt 2020/2021. Als Investition sind darin 20 000 Euro Planungskosten für das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) aufgenommen. „Im Moment sieht alles noch gut aus“, kommentierte Gilbert den Haushalt. Kredite sind nicht vorgesehen.
Der Arbeitskreis Sanierung/Modernisierung des DGH hatte sich über die sinnvolle Umgestaltung des Hauses Gedanken gemacht. Wie Walter Hüther dem Rat berichtete, sei sich der Arbeitskreis einig, dass ein Gesamtkonzept erstellt werden soll – vom Dach über die Heizung bis hin zur barrierefreien Toilette. Wie Fred Konrad sagte, habe man sich intensiv mit dem Thema Heizung auseinandergesetzt. Falls man Deckenstrahler zur schnellen Aufheizung der Halle wolle, gelte es zu klären, ob die Dachkonstruktion dies zulässt. Die Ingenieurbüros Danner und Heller werden hinsichtlich der Energetik und der Statik Vorplanungen machen.
Im nichtöffentlichen Teil ging es um das im November 2014 gestohlene Kupferdach der Leichenhalle und die entwendeten Kupferfallrohre. Wie Gilbert nach der Sitzung mitteilte, leiste der Dieb momentan keine Zahlungen mehr. Wie geht es weiter? Der Bürgermeister: „Wir warten ab.“