Kreis Südwestpfalz Radtour, Motorradausfahrt und Straßentheater

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Grenzland-Radwanderung im Hornbachtal, Motorrad-Saisonauftakt mit dem DRK in Contwig und in Zweibrücken das Straßentheaterfestival: Drei regelmäßige Veranstaltungen in Zweibrücken und Umgebung fielen am Wochenende auf den gleichen Tag. In die Quere kamen sich die Besucher kaum. Lediglich in Hornbach gab es eine kurze Überschneidung der Rad- und Motorradstrecken, und die Motorradfahrer durften nicht durch die Zweibrücker Hofenfelsstraße fahren.

Erschrocken ist am Sonntag gegen 11 Uhr ein älterer Teilnehmer der Grenzland-Radwanderung, als am Hornbacher Feuerwehrhaus plötzlich eine große Gruppe Motorradfahrer laut und schnell um die Ecke kam. Sie gehörten zur Saison-Eröffnungsfahrt der DRK-Bereitschaft Contwig. „Das muss doch nicht sein, dass sich Radfahrer und Motorradfahrer die gleiche Strecke teilen“, fand ein Rennradfahrer, der die Motorradgruppe vorbei lassen musste, bevor er vom Radweg auf die Straße in Richtung „Platte“ einbiegen konnte. „Die Polizei sichert die Strecke, die müssen natürlich nach vorne, da kann es schon mal sein, dass die ein wenig schneller fahren“, sagt Kai Harstick, Leiter der DRK-Bereitschaft Contwig, auf Nachfrage. Er organisierte die Saisoneröffnungsfahrt in diesem Jahr zum sechsten Mal. Er ergänzt: „Motorradfahrer sind nun mal keine Radfahrer.“ Dass die beiden Gruppen überhaupt aufeinandertrafen, liegt auch daran, dass die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land die traditionell am ersten Mai-Sonntag stattfindende Grenzland-Radwanderung wegen der Landratswahl am 7. Mai um eine Woche nach hinten geschoben hat. Wäre man beim üblichen Termin geblieben, wären sich Motorrad- und Fahrradfahrer gar nicht begegnet. Beide benutzten am Sonntag öffentliche Straßen, die nicht für den sonstigen Verkehr gesperrt waren. „Ich sehe das nicht dramatisch. Wir sind nur auf einem ganz kleinen Streckenabschnitt gemeinsam gefahren und hatten so gut wie keine Berührungspunkte mit den Radfahrern“, sagt Kai Harstick. Tatsächlich war nur der Anstieg bei Hornbach betroffen. Beide Strecken führten über die „Platte“ und das Gut Dennoch in Richtung Altheim, wo die Radfahrer auf den Radweg abbogen und die Motorradfahrer weiter in den Bliesgau fuhren. Dazu kommt, dass die meisten Radfahrer schon früher gestartet und entsprechend weit weg waren und dass größere Teile der Radstrecken abseits der Straße verlaufen. Die Strecken der Grenzland-Radwanderung haben sich zwar im Laufe der Zeit verändert, aber die derzeitige Streckenführung gibt es schon seit einigen Jahren. Die Biker-Veranstaltung fand zum zweiten Mal auf dem Heckenaschbacherhof statt, und Organisator Harstick bemüht sich jedes Jahr um neue Streckenverläufe. In diesem Jahr wurden zwei Touren angeboten, eine ins Saarland und eine in die Pfalz. Die Saarland-Tour entsprach ausnahmsweise derselben Strecke wie im Vorjahr, als die Ausfahrt laut Harstick ins Wasser fiel. „Das war bei den Genehmigungen einfacher“, sagt er. Denn die sind nach seiner Aussage viel Arbeit: „Jeder Bürgermeister einer betroffenen Gemeinde und jedes Ordnungsamt sowie die Polizei müssen zustimmen. Eigentlich wollten wir durch die Hofenfels- und die Homburger Straße in Zweibrücken fahren, aber mussten wegen des Straßentheater-Festivals umplanen.“ Die genaue Teilnehmerzahl der beiden Saison-Eröffnungsfahrten kann er nicht nennen, da sich unterwegs immer wieder Motorradfahrer von außerhalb der Gruppe spontan angeschlossen hätten. Registriert waren nach seinen Worten am Samstag 180 Teilnehmer, es seien in den Vorjahren aber auch schon mal über 1000 gewesen. Genehmigt wurde die DRK-Veranstaltung von der Kreisverwaltung. „Im Rahmen der dabei im Vorfeld vorgesehenen Anhörung wurden die Straßenbaubehörden sowie die von der gewählten Streckenführung betroffenen Polizeiinspektionen und Verbandsgemeindeverwaltungen kontaktiert, wobei auch die Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land keine Bedenken geäußert hatte“, erläutert Kreis-Sprecherin Ulla Eder. Sonderrechte stünden den Teilnehmern bei solchen Ausfahrten nicht zu, betont sie. Auch wenn die Polizei dabei ist, habe sich jeder an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Die Grenzland-Radwanderung am gleichen Termin sei der Kreisverwaltung nicht bekannt gewesen. Zweibrücken-Land habe sie auch nicht erwähnt, als die Verwaltung wegen der Genehmigung der DRK-Tour gefragt wurde. Auch Radtouren seien erlaubnispflichtig, „wenn mehr als 100 Personen teilnehmen oder wenn mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen ist“, schreibt Eder. Dazu zählten auch Radrennen, Mannschaftsfahrten und vergleichbare Veranstaltungen. Eine Erlaubnis erteile in erster Linie die Straßenverkehrsbehörde der jeweiligen Verbandsgemeinde. Eine Genehmigung durch die Kreisverwaltung oder den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Speyer als „höhere Verwaltungsbehörden“ sei nur dann erforderlich, wenn die Veranstaltung über den Bezirk einer Straßenverkehrsbehörde hinausgeht. Laut Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker wurden die Polizei und betroffene Behörden über die Veranstaltung informiert. „Natürlich haben wir uns auch mit den Franzosen abgestimmt.“ Denn die Strecke führt im Kreis Südwestpfalz nur durch die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, aber dazu durch einen Zipfel des Saarlandes und durch Frankreich. Damit ist im Landkreis nur eine Verbandsgemeinde betroffen, und in Frankreich gelten die deutschen Vorschriften nicht. Laut Reiner Stephan, Leiter des Ordnungsamtes, hätte die Verwaltung die Veranstaltung dennoch nicht selbst über eine Genehmigung entscheiden dürfen, da sie gleichzeitig Veranstalter ist. Allerdings habe man bisher keine Notwendigkeit gesehen, die Radwanderung von höherer Stelle genehmigen zu lassen. Schließlich würden die Teilnehmer nicht im Verbund fahren, sondern zu unterschiedlichen Zeiten starten. Dazu kommt, dass sie sich auf drei Strecken verteilen. Passiert ist auch am Sonntag so gut wie nichts. Laut Gundacker gab es nur einen Teilnehmer mit einer Schürfwunde, sonst keine Verletzten oder besonderen Vorkommnisse. Bei der großen Sporttour wurden 122 Teilnehmer gezählt, die Fitnesstour haben 120 Radfahrer genommen und die kleine Familientour 138. Insgesamt also 380 Teilnehmer.

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