Kreis Südwestpfalz Räder-Klau im großen Stil

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Autohäuser und Reifenhändler sind bundesweit Ziel von Einbrechern, die es auf Kompletträder abgesehen haben. In der Pfalz wurden laut Polizei Fälle in Zweibrücken, Pirmasens Kaiserslautern und Landau gemeldet. In Kaiserslautern wurden in zwei Autohäusern insgesamt 60 Reifen samt Felgen von den Wagen abmontiert und gestohlen.

Um es vorwegzunehmen: Die Polizei hat keine Beweise, dass es sich bei den Dieben um ein und dieselbe Bande handelt – wenngleich vieles darauf hindeute, dass es sich um organisierte Kriminalität handelt. Die Vorgehensweise war identisch: Sowohl beim Reifen-Klau in der Merkurstraße als auch im Hertelsbrunnenring wurden Wagen auf dem Gelände der Autohäuser auf Steinen aufgebockt und Dutzende von Rädern gestohlen. Die Polizei geht davon aus, dass in beiden Fällen jeweils mehrere Täter am Werk waren. Denn der Einbruch und der Abtransport der Räder erforderten viel Aufwand, letztendlich müsse auch ein Kleinlaster oder ein Sprinter zum Abtransport des Diebesgutes verwendet worden sein. Wer steckt hinter solchen Diebstählen? Wie und wo werden die Reifen an den Mann gebracht? Auch hier antwortet die Polizei zurückhaltend. Womöglich landeten sie im Ausland, aber es sei zu vermuten, dass es auch in Deutschland Absatzmärkte gebe. Wer Abnehmer der Reifen sei, ob sie en gros oder einzeln verkauft würden, lasse sich nicht sagen. Mit Sicherheit könne man jedoch sagen, dass die Diebe auf Kompletträder aus sind. Bei dem Diebstahl im Hertelsbrunnenring wurde das Autohaus möglicherweise vor der Tat ausgespäht. Einem Zeugen war tags zuvor ein Mann aufgefallen, der Ausstellungsfahrzeuge mit einem Smartphone fotografierte. Der Zeuge wurde stutzig und konnte eine brauchbare Beschreibung abgeben. So soll der Mann, der die Fotos machte, 30 bis 35 Jahre alt und 1,80 bis 1,85 Meter groß sein, er hatte schwarze kurze Haare, einen dunklen Teint und sprach perfekt Deutsch. Der Zeuge merkte sich auch, dass er einen dunklen 5er BMW mit Hamburger Kennzeichen fuhr. Was diese Zeugenangaben angeht, liefen die Ermittlungen, sagt Angela Walz von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz. Sie will nicht ausschließen, dass Autohäuser und Reifenhändler auf diese Art und Weise vor Diebstählen ausspioniert werden. Es sei daher wichtig, Mitarbeiter zu sensibilisieren, was sich im Umfeld des Betriebes tut. Wenn auffällige Personen im Umfeld beobachtet werden, vor allem solche, die Fotos machen, sollten die Betriebe die Polizei verständigen, sagt die Sprecherin. Auf Prävention setzt die Innung des Kfz-Gewerbes Westpfalz. Viele Firmen lagerten Reifen ein, würden deshalb zum Ziel von Einbrechern, erklärt der Obermeister der Innung, Peter Reißland aus Dellfeld. Reißland ist gerade dabei, ein Rundschreiben an Betriebe der Kfz-Branche rauszuschicken, in dem auf die richtige Prävention hingewiesen wird. (dür)

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