Merzalben RHEINPFALZ Plus Artikel Projekt für betreutes Wohnen: Senioren im Dorf behalten

Wer alt wird und Hilfe im Alltag braucht, soll in Merzalben künftig nicht gezwungen sein, das Dorf zu verlassen.
Wer alt wird und Hilfe im Alltag braucht, soll in Merzalben künftig nicht gezwungen sein, das Dorf zu verlassen.

In der Merzalber Hauptstraße, angrenzend an den Dorfplatz, soll eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft entstehen. Zwölf Senioren sollen auf drei Stockwerken Wohnungen mieten können, verbunden mit Dienstleistungen wie ambulanter Pflege. Zudem sind Bungalows geplant. Auch für die Nachbardörfer gibt es gute Nachrichten.

Die Idee für das Vorhaben ist im Zuge der Dorfmoderation als Schwerpunktgemeinde entstanden. Projektträger ist die BLM Projekt GmbH mit Sitz in Bann. Das Pirmasenser Architekturbüro Arnold und Partner plant das Vorhaben in Merzalben, über das Entwickler Patrick Buch bei der Ratssitzung am Mittwoch informierte. „Der Wunsch aus der Dorfmoderation heraus war es, ein Servicewohnen für Bürger von Merzalben zu schaffen“, sagte der Projektentwickler. Servicewohnen ist eine Form des betreuten Wohnens, bei der Leistungen wie Hausnotruf, Hausmeisterservice und die Vermittlung ambulanter Pflege angebunden sind. Die Gefühlslage vieler älterer Mitbürger brachte Buch auf folgenden Nenner: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht.“

Zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss sind am Dorfplatz geplant. Dazu gehört eine Wohn- und Pflegegemeinschaft für zwölf Bewohner in Wohnungen mit Service auf allen Stockwerken. Außerdem sollen auf einem angrenzenden Grundstück sechs behindertengerechte Bungalows mit je 65 Quadratmetern Fläche plus Stellflächen für Autos entstehen. Die Bewohner können sich einmieten. Auf Nachfrage von Peter Matheis (SPD) informierte der Projektentwickler, die Miete bewege sich zwischen neun und zehn Euro pro Quadratmeter. Das Höheischweilerer Unternehmen RKR Systembau soll das Ganze bauen.

Nachbarn nicht wegschicken

Zur Umsetzung muss die Gemeinde zunächst Baurecht schaffen mit einem Bebauungsplanverfahren. Der Gemeinderat hat dem Projekt grundsätzlich zugestimmt. Bürgermeister Michael Köhler berichtete, dass vor dem Einzug eine Bürgerversammlung angesetzt werden soll. „Wenn Leimer oder Münchweilerer kommen, werden die sicher nicht weggeschickt“, merkte er augenzwinkernd an.

Für eine weitere Idee von Bürgern aus der Dorfmoderation hat das Kaiserslauterer Planungsbüro Wolf Entwürfe entwickelt: Die Ortseingänge sollen schöner werden. Die Pläne aus Kaiserslautern stießen im Rat aber auf Kritik: Sie sehen vor, an den drei Eingängen aus Clausen, Münchweiler und Leimen kommend, Torbögen mir Rankgerüsten zu bauen, die die gesamte Fahrbahn überspannen. Es handelt sich um Stahlkonstruktionen mit Beton und Sandsteinverkleidungen. Nach einer ersten Schätzung belaufen sich die Kosten auf rund 12.000 Euro.

Passt besser in die Vorderpfalz

Peter Matheis meinte: „Wir sind vollkommen dafür, die Ortseingänge schöner zu gestalten und die Geschwindigkeit zu drosseln, aber Diskussionen gibt es bei uns in der Fraktion hinsichtlich der Folgekosten.“ Rüdiger Eser (SPD) wurde deutlicher: „Ich finde es zu groß. Ein Rankgerüst passt nicht zum Dorf. Es passt in die Vorderpfalz, aber nicht nach Merzalben.“ Markus Köller (CDU) schloss sich der Kritik Matheis und Esers an. „Als Grundlage sehe ich es positiv – ob es so pompös sein muss, sei dahingestellt“, merkte Eckhard Nickola an. Auf Vorschlag von Bürgermeister Köhler, fasste der Rat zwar den Grundsatzbeschluss zum Projekt. In der nächsten Sitzung soll der Planer aber über die Details informieren, bevor sich der Rat wirklich entscheidet.

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