Hinterweidenthal
Premiere für Open-Air-Rock
So oft wie am Dienstagabend dürfte „BirchTree“-Sängerin Melanie Wistuba die Wetter-App auf ihrem Handy selten zuvor überprüft haben. Noch drei Tage bis zur Premiere des TVH-Open Airs bleiben zum Aufbau. Am Freitag beginnt das Open-Air Spektakel um 19.30 Uhr mit dem Auftritt von „SaftWerk“. Die App Wistubas zeigt bis Donnerstag tristes Herbstwetter, aber ab Freitag, rechtzeitig zum Konzertbeginn, sind Sonnenschein und steigende Temperaturen vorhergesagt. Melanie Wistuba, Geschäftsführerin von „Sound & Light“, ist ebenso wie Peter Fischer, Schlagzeuger von „BirchTree“ und Geschäftsinhaber „Sound & Light“, überzeugt, dass Petrus am Freitag und Samstag ein Herz für Rocker haben wird. Der Vorverkauf via Internet ist in Gang, Restkarten für Freitag und Samstag sind noch erhältlich.
Ein Hauch von Festival-Atmosphäre
Am Dienstagabend ist Wistuba nicht mit Singen, sondern mit Bühnenaufbau beschäftigt, ebenso wie Peter Fischer, der verantwortlich für Ton und Licht ist, und Heiko Kustes, einer der drei Vorsitzenden des TVH, der Veranstalter ist.
Die Bühnenelemente stehen bereits. „Das haben wir gestern schon gemacht“, stellt Fischer mit stoischer Ruhe und voller Vorfreude auf die große „Birch Tree“-Premiere am Samstag vor heimischem Publikum fest. Am Abend zuvor legten auch Thorsten Doll und Sascha Müller Hand an. Sobald die großen Lautsprecher angebracht und die großen LED-Spots installiert sind, fährt das Aluminiumelement mittels Hydraulik in 4,50 Meter Höhe unters große Bühnendach. Ein Hauch von Festival-Atmosphäre macht sich bereits auf dem TVH-Gelände breit, während TVH Übungsleiter Sven Greiner die Turnerbuben in der Teufelstischturnhalle sportlich fordert und seine liebe Mühe hat, die neugierigen Jungs in die Halle zu bewegen, wo doch auf dem Parkplatz vor dem TVH-Gelände reges Treiben herrscht.
Hygiene-Konzept abgestimmt
Das Lächeln verliert Melanie Wistuba trotz des strömenden Regens nicht. „Die Vorbereitungen müssen getroffen werden, ob Regen oder Sonnenschein“, stellt Peter Fischer nüchtern fest, während er mit Akkuschrauber hantiert und das Aluminiumelement mit Sound und Licht langsam in Richtung Dach abhebt. „Wir haben’s für heute“, stellt er sichtlich zufrieden fest. Am Mittwoch wird noch ein 200 Quadratmeter großes Zelt aufgebaut, ebenso wie ein kleineres, 80 Quadratmeter-Zelt sowie ein großes Versorgungszelt.
500 Besuchern bietet die Überdachung Platz. Die Verköstigung übernehmen wieder TVH-Mitglieder. Auf Seitenwände wird verzichtet, damit die Luft zirkulieren kann. „Wir legen größten Wert auf die Einhaltung aller Corona- Richtlinien“, erklärt Fischer. Er steht, wie auch die Vorsitzende Rosel Dorst, in engem Kontakt mit dem zuständigen Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Hauenstein, mit dem das Hygienekonzept erarbeitet und abgesprochen ist. Dazu gehört auch die Maskenpflicht auf dem Gelände, ebenso wie die Einhaltung von Mindestabständen.
Am Freitag noch nur „Feinarbeiten“ geplant
Am Donnerstag werden die Zelte eingerichtet, Tisch und Sitzgarnituren aufgebaut und die Küche bestückt. „Wenn alles nach Plan läuft, sind wir am Donnerstagabend mit den Vorbereitungen fertig“, lautet der Zeitplan Fischers. Der Freitag dient den „Feinarbeiten“ sowie dem Soundcheck, bevor ab 18 Uhr der Einlass für das Konzert von „SaftWerk“ beginnt. Ab 19.30 Uhr beginnt das Open Air an beiden Tagen. Konzertende ist jeweils um 23 Uhr, um Mitternacht ist Veranstaltungsende terminiert.
Der Vorverkauf ist eher schleppend angelaufen. „Es liegt wohl daran, dass die Leute einerseits wegen Corona eher vorsichtig agieren und andererseits viele kurzfristig je nach Wetterlage entscheiden.“ Karten kann man auch noch vor dem Konzert beim Einlass online via Handy erwerben.
Das Open Air ist finanziell eine Herausforderung. Neben den üblichen Ausgaben für Band, Werbung und Logistik ist auch ein Security-Unternehmen im Einsatz, das die Einhaltung der Coronaregeln überwacht und für den reibungslosen Ablauf verantwortlich ist.
Dennoch: Melanie Wistuba freut sich extrem darauf, den Akkuschrauber gegen das Mikrofon am Samstag zu tauschen und Peter Fischer darauf, die Spezialwerkzeuge gegen Sticks und „Besen“ auszutauschen, vor erhofften zahlreichen Zuhörern.