Kreis Südwestpfalz Plätzchen in Gemeinschaftsproduktion

Viele Backrezepte stammen aus Illustrierten, die die Damen eifrig sammeln. Das Foto zeigt (von links) Renate Schmidt, Roswitha C
Viele Backrezepte stammen aus Illustrierten, die die Damen eifrig sammeln. Das Foto zeigt (von links) Renate Schmidt, Roswitha Celo, Betreuerin Michaela Ecker, Rosemarie Lupp, Betreuerin Elke Schäffer-Diehl, Josef Klein und Klara Ludes.

«Contwig.»Neben Kuchen werden in der Vorweihnachtszeit im Contwiger Haus Sarepta auch Plätzchen gebacken. Als die RHEINPFALZ zu Besuch ist, werden in der Tagespflege die Plätzchen ausgestochen. Michaela Ecker, die Leiterin der Tagespflege, hat am Morgen den Teig gemacht und kalt gestellt.

Kaum ist es 10 Uhr, geht es los. Alle ziehen ihre blauen Gummihandschuhe an. Nur Josef Klein hat zu schaffen, bis er mit seinen großen Händen drinnen ist. Die Damen um ihn herum schäkern. Elke Schäffer-Diehl hilft ihm, dann kann es losgehen. Klara Ludes, Renate Schmidt, Josef Klein, Roswitha Celo und Rosemarie Lupp rollen den Teig aus und stechen Sterne, Tannenbäume und Keksmänner aus. Renate Schmidt sagt: „Ich hatte mir schon überlegt, was ich heute wohl den ganzen Tag machen würde.“ Plätzchenbacken hatte sie nicht auf der Rechnung, und sie freut sich darüber. Sie hat auch zu Hause schon einiges gebacken, erzählt sie. In der Tagespflege, wo sie regelmäßig hinkommt, wurden schon Spritzgebäck, Löwenzähne, Kokosmakronen, Zimtwaffeln und Zimtsterne gebacken. Rosemarie Lupp hat zuhause auch schon gebacken und zählt auf: „Spritzgebackenes, Löwenzähne, Schokoladenbrot und Hildabrötchen“. Das Spritzgebäck wurde am Montag aufgegessen, weshalb heute noch mal die Dosen mit den „Ausstecherle“ gefüllt werden, wie Micheala Ecker mit den vorderpfälzischen Wurzeln sagt. Die Damen stechen aus und legen die Plätzchen auf die Bleche. Josef Klein bepinselt die fertigen mit verquirlten Eigelb und Milch. Danach bestreuen die Frauen die Plätzchen mit Zuckerdekor. Dabei werden Sprüche gemacht und viel gelacht. Nicht alle können oder wollen mithelfen. Es werde niemand gezwungen, sagt Ecker. Man dürfe sich auch zurückziehen. In der Tagespflege werden nicht nur Plätzchen gebacken. Es wird jeden Tag ein Kuchen gebacken, der nachmittags verspeist wird. Für Geburtstagskinder gibt es einen Wunschkuchen. Gerade für die Gäste, die nicht täglich da sind, sei das interessant, sagt die Leiterin der Tagespflege. Zweimal die Woche wird auch gemeinsam zu Mittag gekocht, das sei immer ein Highlight. „Man muss gucken, was machbar ist“, sagt Ecker, „viele der Damen können noch ganz gut Kartoffeln schälen“. Das Helfen in der Küche gehört fest mit dazu. Doch zurück zu den Plätzchen. Viele Rezepte stammen aus Illustrierten, die die Damen eifrig sammeln. Aber nicht nur: „Kürzlich hat eine Dame das Kochbuch Ihrer Mutter mitgebracht“, erinnert sich Michaela Ecker. Rezepte, die nicht ankommen oder nicht schmecken, werden aussortiert und weggeworfen. Häufig kämen auch von den Gästen Vorschläge, etwa dass in den Teig mehr Eier rein müssten. „Für uns ist das toll, weil wir merken, dass es den Gästen richtig Spaß macht“, sagt Elke Schäffer-Diehl. „Wir haben früh angefangen zu backen und singen auch viele Weihnachtslieder“, so Schäffer-Diehl weiter. Als die ersten Plätzchen ausgekühlt sind, setzt Rosemarie Lupp die bunten Ausstecherle in die Dose – und dort werden sie nicht lange bleiben.

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