Erfweiler
Pirminius-Plakette: Ohne die Jägerkapelle läuft nichts
Ohne die Jägerkapelle geht in Erfweiler fast nichts. Ob ein offizieller Anlass der Ortsgemeinde, ein kirchlicher Feiertag oder ein Fest, die Musiker sorgen für guten Ton und gute Stimmung. Schon bei der Gründung des Musikvereins im Jahr 1925 wurde die Unterstützung und Beteiligung bei kirchlichen Anlässen, neben der Pflege von Heimat und Brauchtum, in die Satzung aufgenommen. Die Kapelle hat sich verpflichtet, sich jederzeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Für dieses Engagement erhielt sie in diesem Jahr die Pirminius Plakette des Bistums Speyer aus den Händen von Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Bisher wurde die Ehrung nur Einzelpersonen zuteil. Die Jägerkapelle ist die erste Gruppe, die die Plakette erhält.
Die Abholung der Kommunionkinder und ihr Zug zur Kirche wären ohne Begleitung der Jägerkapelle kaum denkbar. Zu Fronleichnam spielten die Musiker schon in Dahn, Schindhard und Hinterweidenthal. Zum Hochfest Maria Himmelfahrt führt die Kapelle seit der Fertigstellung des Winterkirchels 1949 alljährlich die Wallfahrtsprozession von Erfweiler hinauf zur kleinen Kirche an. St. Martin mit Laternenumzug und weihnachtliche Klänge vom Hahnfels aus hoch über dem Ort an Heiligabend – die Jägerkapelle ist unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Feier.
Jung und Alt proben zusammen
Bei der Kerwe im Festzelt geht es stimmungsvoll zu. Wer Blasmusik für verstaubt und aus der Mode gekommen hält, kann sich hier eines Besseren belehren lassen. Festzeltmusik wechselt mit bekannten Melodien aus Gospel oder Schlager. Dass die Musik ins Ohr geht und ankommt, davon sprechen die großen Augen der Kinder, die fasziniert vor der Bühne stehen und die Musiker bestaunen.
Der Nachwuchs spielt im Verein eine wichtige Rolle. Wer ein Blasinstrument lernen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Jeden Dienstag wird im Dorfgemeinschaftshaus geprobt. Mit Erfahrung und Können kümmert sich der musikalische Leiter Lothar Frary zusammen mit vier Jugendleitern um die Nachwuchsmusiker. Hier musizieren Alt und Jung gemeinsam. Das gefällt beispielsweise Nina Burkhard an der Kapelle. „Es macht einfach Spaß, miteinander Musik zu machen“, sagt die 14-jährige Klarinettistin.
Pandemie durchgestanden
Corona hat es auch der Jägerkapelle schwergemacht, aber die Musiker sind bei der Stange geblieben. „Wir haben immer geprobt, wenn es erlaubt war, manchmal draußen im Freien, mit großem Abstand“ erinnert sich der Vorsitzende Gustav Burkhard. Der Älteste in der Runde ist Franz-Josef Burkhard: Er war 40 Jahre lang im Vorstand und spielt immer noch mit Begeisterung die Basstuba. Begonnen hat er damit vor 64 Jahren. „Wir verstehen uns alle gut, die Gemeinschaft gefällt mir“, sagt Burkhard.
Der neueste Zweig des Musikvereins ist ein Kinderprojektchor, den Anne Frary leitet. Am Partnerschaftsjubiläum mit Bel-Erf im Mai hat sich erstmals ein solcher Chor beteiligt. „Es hat großen Spaß gemacht, sowohl den Kindern als auch mir“, sagt Frary. Ab dem 2. November wird für ein Weihnachtskonzert geprobt. Mitmachen können Kinder ab fünf Jahren. Am 23. Dezember treten sie vor der Kirche auf.