Contwig
Pflegeheim will 15 Millionen Euro in Contwiger Ortsmitte investieren
In das Vorhaben investiert Römerhaus ungefähr 15 Millionen Euro. Geplant ist auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Gelände ein mehrteiliges Gebäude mit drei Vollgeschossen. Im Erdgeschoss werden laut Straub Küche, eine Cafeteria mit Außenbereich, Büros, Personal- und Therapieräume und ein Lager, in dem Bewohner persönliche Dinge abstellen können, untergebracht. Außerdem soll Platz für einen Friseur sein. Im ersten und zweiten Stock befinden sich jeweils 41 Einbett- und zwei Zweibettzimmer. Das macht in der Summe 90 Pflegeplätze, davon etwa 15 für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Die Zimmer werden etwa 24 Quadratmeter groß sein. „In der Großküche kochen wir jeden Tag selbst und frisch“, sagte Straub und wies darauf hin, dass die Küche ohne Probleme Essen für Schulen und Kindergärten zubereiten könne.
Insbesondere die SPD interessierte sich für die Arbeitsbedingungen des späteren Betreibers. Das wird das ebenfalls aus Schifferstadt kommende Partnerunternehmen Römergarten sein – Römerhaus baut, Römergarten betreibt. Roland Heitmann (SPD) wollte wissen, ob die künftigen Mitarbeiter nach Tarif bezahlt werden, ob das Unternehmen Leiharbeiter beschäftigt und wie diese bezahlt werden.
Möglichst viel eigenes Personal ausbilden
Straub erklärte, dass die Mitarbeiter nach Haustarif bezahlt werden, der aber über dem liege, was die Gewerkschaft für verschiedene Häuser ausgehandelt habe. Beim Thema Personal „sind wir nicht scharf auf Leiharbeiter. Sie sind nicht in unser System integriert, kennen unsere Standards nicht und sind teuer“, sagte Straub. Dennoch sei der Betreiber gezwungen, auch auf Leiharbeiter zurückzugreifen, wenn nicht genügend feste Mitarbeiter zu finden sind, beispielsweise, weil der Markt gerade leer ist oder der Nachwuchs noch in der Ausbildung steckt. „Unser Ziel ist, Leute fest anzustellen“, betonte Straub.
Den hart umkämpften Markt beim Pflegepersonal sprach David Betz (SPD) an. „Kann der hiesige Markt den Fachkräftebedarf abdecken?“, fragte er. Straub verneinte die Frage nicht, sprach aber von einem Mix aus selbst ausgebildetem Nachwuchs und Mitarbeitern aus dem Ausland. So gebe es momentan eine Reihe von Ländern, die Pfleger ausbilden und gleichzeitig Deutsch lernen lassen. „Wenn die Leute qualifiziert sind, ist es uns egal, woher sie kommen. Aber soweit irgend möglich, bilden wir selbst aus“, so Straub.
In Contwig gibt es mit dem Haus Sarepta der Diakonie bereits ein Pflegeheim, das nach eigenen Angaben 78 Plätze anbietet. Der Römerhaus-Chef sieht allerdings keinen Konkurrenzkampf auf die Gemeinde zukommen. Er rechnet damit, dass in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land in den kommenden Jahrzehnten ein Bedarf von bis zu 300 Plätzen entstehen wird. „Wir haben also keinen Verdrängungswettbewerb“, folgerte Straub.
Gebäude wird auf Pfählen stehen
Weil das Gelände, auf dem Römerhaus bauen will, direkt am Schwarzbach und damit in einem Hochwassergebiet liegt, baut das Unternehmen anders als sonst. Die Bodenplatte kommt auf einen Unterbau aus Pfählen ,und das Gebäude wird so angeordnet, dass es bei einem Hochwasser nicht wie ein Damm wirkt. Vielmehr soll das Wasser vorbeifließen. Straub wies darauf hin, dass die Pläne bereits sehr weit seien und unter anderem das Hochwasser-Thema bereits mit der Aufsichtsbehörde abgestimmt sei. „Wenn Sie uns grünes Licht geben, geht’s direkt weiter“, so Straub zum Gemeinderat. Das gab dieser, indem er einstimmig das Aufstellen eines Bebauungsplanes mit dem Namen „Seniorenresidenz Contwig“ beschloss.