Merzalben RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzer Familienbetrieb mit Tradition: Die Geschichte hinter Dockers by Gerli

Die Ideen für die neuen Schuh-Kollektionen werden am Firmensitz in Merzalben entwickelt, erzählen Marc und Simone Grossmann.
Die Ideen für die neuen Schuh-Kollektionen werden am Firmensitz in Merzalben entwickelt, erzählen Marc und Simone Grossmann.

Aus dem Pfälzerwald in die Welt: Am Standort Merzalben werden die Schuhkollektionen der Marken Dockers by Gerli und Camel Active designt. Gefertigt wird in Asien und Indien.

Modische Schuhe zu bezahlbaren Preisen – das ist das Credo der Marke Dockers by Gerli. Zum Sortiment gehören Schuhe für Kinder, Damen und Herren, erklärt Simone Grossmann, Personalchefin der Schuh-Import und Export Gerli GmbH. Ihr Vater, Bruno Heim, hatte das Unternehmen 1973 gemeinsam mit Geschäftspartner Gösta Andersson in Merzalben gegründet. Los ging es in den Räumen einer ehemaligen Gaststätte, erinnert sich die 57-Jährige.

Heute ist mit ihrem Sohn, Marc Grossmann (24), bereits die dritte Generation im Familienunternehmen aktiv. Simone Grossmanns Ehemann, Ralf Grossmann sowie Sven Andersson, der Sohn des Gründers Gösta Andersson, haben die Geschäftsführung inne. Der Verwaltungssitz ist in Merzalben geblieben, allerdings längst in ein modernes Gebäude verlegt worden. 45 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Neben der Marke Dockers findet sich der Name Camel Active auf dem großen Schild, das am Eingang steht. Seit drei Jahren – in der Branchensprache seit fünf Saisons – hat Dockers by Gerli die exklusiven Vertriebsrechte für die Damen- und Herrenschuhe von Camel Active in Europa.

Unterschiedliche Zielgruppen

Dockers und Camel seien klar voneinander abgegrenzt, erklärt Simone Grossmann. Camel-Schuhe seien höherpreisiger als Dockers, bei ihnen werde viel mit Echtleder gearbeitet. Daher würden sie in Indien gefertigt, wo es ein großes Wissen bei der Verarbeitung von Leder gebe. Dockers-Schuhe werden in Asien produziert, der Großteil in China, wie Marc Grossmann erklärt. Die Zielgruppe der Camel-Schuhe liege bei Menschen ab 50 Jahren, bei Dockers liege der Schwerpunkt auf einer jüngeren Zielgruppe, wobei Schuhe vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter angeboten werden.

Neue Kollektionen für Dockers nehmen ihren Ausgang in Merzalben, schildert Marc Grossmann. Dort werden die ersten Entwürfe, die ersten Designs der Schuhe gefertigt. Die Inspirationen für die neusten Trends finden die Kollektionsteams auf Reisen. Früher sei es üblich gewesen, in die USA zu fliegen, heute werde eher im europäischen Raum geschaut, etwa in den Niederlanden. Die Weiterentwicklung der Kollektionen finde im Anschluss in Asien statt, Dockers by Gerli unterhält in China ein Büro mit drei Mitarbeitern. Von dort aus werde die Produktion koordiniert und die Qualitätsstandards überprüft.

Lager in Thaleischweiler-Fröschen

Die gefertigten Schuhe der Marke Dockers by Gerli gehen anschließend zum Großteil an das Lager nach Thaleischweiler-Fröschen und danach weiter an Händler in ganz Europa und dem Nahen Osten. Nachdem die vorherigen Lager im Umkreis zu klein geworden seien, sei vor zwei Jahren ein Stockwerk des ehemaligen Reno-Komplexes in Thaleischweiler-Fröschen angemietet worden, berichtet Simone Grossmann. Dort seien derzeit zehn Mitarbeiter tätig. In Münchweiler gebe es noch einen Lagerverkauf, der Freitagnachmittags und Samstagmorgens geöffnet habe.

Im Firmensitz in Merzalben sind die Marken Dockers by Gerli und Camel Active auch optisch präsent.
Im Firmensitz in Merzalben sind die Marken Dockers by Gerli und Camel Active auch optisch präsent.

Bei Camel Active laufe der Prozess sehr ähnlich ab, nur mit dem Unterschied, dass die Kollektionen, die das Team aus Merzalben entwickelt hat, nach dem Designprozess noch mit dem Lizenznehmer abgesprochen werden. Die Distribution erfolge über einen Logistikdienstleister in Mindelheim. Derzeit liege das Verhältnis Dockers zu Camel etwa bei 80 Prozent zu 20 Prozent, überschlägt Marc Grossmann. Die Marke Dockers by Gerli sei fest etabliert, Camel Active befinde sich im Aufbau. Sie seien mit der aktuellen Entwicklung beider Marken sehr zufrieden, bekräftigt Simone Grossmann. Pro Jahr würden etwa drei Millionen Paar Schuhe verkauft.

Viele Reisen in der Schuhbranche

Neben den Büros in Merzalben und China gibt es noch eines in Spanien, dort seien sechs Menschen beschäftigt, schildert Simone Grossmann. Früher seien die Schuhe dort produziert und dann importiert worden.

Die Schuhbranche sei nach wie vor mit vielen Reisen verbunden, erzählt Marc Grossmann. Er kommt gerade aus Asien zurück, davor war er in Indien. Seit Mai 2024 ist Marc Grossmann im Familienunternehmen und lernt nun Schritt für Schritt alles kennen. Die vergangenen fünf Jahre verbrachte Grossmann in Braunschweig: Zuerst habe er ein duales Studium beim Textilunternehmen New-Yorker absolviert, danach zwei Jahre als Junior-Einkäufer gearbeitet. Bei Dockers by Gerli ist er nun für den Vertrieb und die Kollektionsgestaltung verantwortlich.

Das Unternehmen bilde regelmäßig aus, ist dafür mit dem Gütesiegel „Pro Fachkraft“ ausgezeichnet worden. Derzeit gebe es drei Azubis aus dem kaufmännischen Bereich, erklärt Simone Grossmann. Sie legt Wert auf ein freundschaftliches Verhältnis zu den Mitarbeiter und flache Hierarchien. Die Firma sei dank der Mitarbeiter gewachsen, etliche davon feierten bereits ihr 40. Jubiläum. Damit die Mitarbeiter zufrieden sind, werde einiges getan, so gebe es eine Kooperation mit einem Fitnessstudio, in dem Angestellte kostenlos trainieren könnten, weiter seien Gleitzeit und Arbeiten im Homeoffice problemlos möglich, nennt Simone Grossmann weitere Beispiele.

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