Waldfischbach-Burgalben
Palliativversorgung: Pallimero kümmert sich um Patienten in großen Teilen der Westpfalz
Sieben Tage die Woche, täglich 24 Stunden steht das Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) von Pallimero den Patienten zur Seite. Im September hat der Dienst in Waldfischbach-Burgalben die Arbeit aufgenommen, kümmert sich um Patienten in der Westpfalz. HAE, sagt Ingo Ballmann, geschäftsführender Gesellschafter von Pallimero, sei ein ganz wichtiger Begriff für das Team. HAE steht für Herzlichkeit, Anteilnahme, Effizienz. Es sind Leitbegriffe, „wie wir unsere Arbeit verstehen, wie wir für die Menschen, die unsere Hilfe benötigen, da sein wollen“, erläutert Ballmann.
Dass er als Software- und Unternehmensberater mal geschäftsführender Gesellschafter eines ambulanten Palliativdienstes werden würde, habe er nicht gedacht, erzählt der 53-Jährige. Im Skiurlaub sei die Idee entstanden. Dort kam er mit Tanja Becker, Krankenpflegerin mit Palliativfachkraftausbildung, ins Gespräch. Sie schilderte ihm ihre Vorstellungen, wie so ein Palliativdienst arbeiten müsse. „Unsere Vorstellungen, wie man Menschen behandeln muss, haben sich gedeckt“, sagt Ballmann und bringt wieder HAE ins Spiel: Herzlichkeit und Anteilnahme seien entscheidend. „Aber damit es funktioniert, muss auch die Effizienz gegeben sein.“
Kleiner Vogel als Maskottchen
Begeistert von der Idee, „habe ich mich sofort auf die Suche nach Büroräumen gemacht“, erzählt er. Der Dienst sollte etwas Besonderes werden, „deshalb habe ich nach besonderen Räumen gesucht“. Weil Tanja Becker, Gesellschafterin von Pallimero und Teamleiterin der Palliativkräfte, aus der Südwestpfalz stammt, war klar, „dass es die Westpfalz werden soll, wo wir unseren Dienst eröffnen“, erzählt der aus Wiesbaden stammende Ballmann.
Er entdeckte die Räume der ehemaligen Posthalterei in der Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben, die zuvor die Baufirma Küntzler als Büros genutzt hatte. „Perfekt. Genau das, was wir wollten“, sagt Ballmann. Auch ein Name musste her. Der sollte Hinweise auf den Tätigkeitsbereich geben, aber nicht zu medizinisch klingen, verrät Ballmann. Palli für Palliativ als Namensteil war schnell gefunden. Die Assoziation, die alle Menschen haben, die mit dem Zeichentrick-Küken Calimero aufgewachsen sind, „ist bei Pallimero durchaus erlaubt“, sagt Ballmann schmunzelnd. Das niedliche Küken mit dem Eierschalenhut hat die Namensfindung möglicherweise unbewusst beeinflusst. Ein kleiner Vogel ist auch das Maskottchen von Pallimero. Das Maskottchen, das für palliative Leistung mit Herz steht, gibt es mittlerweile sogar in gehäkelter Form. „Vor allem die Kinder freuen sich über diesen kleinen Trostspender“, sagt Ballmann.
Enge Zusammenarbeit mit Angehörigen
Nachdem Räume und Name gefunden, bürokratische Vorgaben erfüllt waren, startete der Dienst Mitte September 2025 mit zwei Palliativärzten und vier Palliativfachkräften. Insgesamt hat Pallimero mittlerweile 13 Mitarbeiter – und das Team wächst weiter. Im Kreis Südwestpfalz, in den Städten Pirmasens und Zweibrücken sowie in den Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau und Landstuhl sind die Palliativspezialisten aus Waldfischbach-Burgalben im Einsatz.
Den Menschen, die den Dienst in Anspruch nehmen, „den letzten Weg so würdevoll, schmerzfrei und geborgen wie möglich zu gestalten, das ist unser Ziel“, sagt Ballmann. Dabei werde eng mit den jeweiligen Hausärzten, Pflegediensten, Hospizdiensten, Krankenhäusern, Apotheken und vor allem den Angehörigen zusammengearbeitet. Für Angehörige gibt es bei Pallimero die Möglichkeit, sich auszutauschen. Es gibt eine Erinnerung an jeden Patienten, der begleitet wurde. Auch für Patienten, für die das Seniorenheim ihre gewohnte Umgebung geworden ist, „sind wir da“, erläutert Ballmann.
Mehr Bildungsangebote und Förderverein geplant
Menschen, die eine nicht heilbare Krankheit haben, die mit begrenzter Lebenserwartung und einem besonderen Versorgungsbedarf verbunden ist, haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine ambulante palliative Versorgung. „Verordnen muss diese immer der Hausarzt“, erläutert Ballmann. Mit einem ambulanten Pflegedienst „hat die palliative Versorgung, die wir leisten, nichts zu tun. Wird ein Pflegedienst benötigt, arbeiten wir mit diesem eng zusammen“, sagt Ballmann. Der SAPV kümmert sich zum Beispiel um Schmerzlinderungstherapien, die nur Palliativmediziner verordnen können. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Hausarzt wichtig.
Im Haus in der Hauptstraße 65 entsteht derzeit auch eine Akademie, die Aus- und Weiterbildungsangebote unterbreitet. Im Februar steht ein Basis-Kurs Palliative Praxis auf dem Plan, der sich an alle richtet, die Menschen in deren letzter Lebensphase begleiten. „Diese Angebote wollen wir ausbauen“, sagt Ballmann. Zudem wird gerade die Gründung eines Fördervereins vorbereitet, der es zum Beispiel ermöglichen soll, letzte Wünsche zu erfüllen.
Info
Wer Fragen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung hat, kann sich an das Team von Pallimero wenden, Telefon 06333 9899350, E-Mail kontakt@pallimero.de.