Hauenstein
Ortsbürgermeister appellieren an Wahlberechtigte
„Andere kämpfen um das Wahlrecht, wir haben es und nutzen es nicht umfassend“, so beginnt der Wahlaufruf des ersten Beigeordneten der Ortsgemeinde Hinterweidenthal, Helmut Disque, mit dem er im Amtsblatt seine Mitbürger auffordert, bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der VG Hauenstein zahlreicher als im ersten Wahlgang zu den Wahlurnen zu gehen.
In den vergangenen Wochen hatten alle Ortschefs der acht Ortsgemeinden um eine hohe Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl gebeten. Einzig Hinterweidenthal war ausgeschert. Ortsbürgermeisterin Bärbel Schenk hatte auf einen Aufruf verzichtet. Das holt nun der Beigeordnete Helmut Disque nach.
Er nimmt im aktuellen Amtsblatt auf die mit 30,8 Prozent „sehr geringe“ Wahlbeteiligung in der Teufelstischgemeinde Bezug und konstatiert: Mit einer höheren Wahlbeteiligung bestehe auch die Möglichkeit, „der Gemeinde für die künftigen Aufgaben und Entscheidungen in der Verbandsgemeinde mehr Gewicht zu verleihen“. Deshalb ruft er zum Gang an die Wahlurne auf: „Helfen Sie mit, die Wahlbeteiligung zu steigern.“
Hohe Wahlbeteiligung wichtig
Der Schwanheimer Bürgermeister Herbert Schwarzmüller, der kommissarisch die Geschäfte der Verbandsgemeinde führt, schreibt: „Für die weitere Entwicklung unserer Gemeinden ist eine hohe Wahlbeteiligung sehr wichtig.“ Ähnlich äußert sich Manfred Schoch, der Ortschef Wilgartswiesens: „Da diese Wahl über die Zukunft der Verbandsgemeinde entscheiden kann, ist es sehr wichtig, dass wir eine hohe Wahlbeteiligung haben.“ Damit dokumentierten die Bürger „das Interesse an dem Fortbestand der VG Hauenstein und stärken den neuen Bürgermeister für seine Gespräche mit der Landesregierung“.
Auch Thomas Funck, der Ortschef Dimbachs, argumentiert, dass eine hohe Wahlbeteiligung den künftigen Amtsinhaber bei seinen Aufgaben stärke. Eine hohe Zustimmung gebe auch Rückenwind für die „weiteren Gespräche mit der Landesregierung“. Sie verschaffe dem künftigen Verwaltungschef eine „starke Position, bei Verhandlungen mit der Landesregierung in Mainz die Verbandsgemeinde Hauenstein zu erhalten“, meint denn auch Lugs Ortschef Hermann Rippberger. Und Armin Ladenberger aus Darstein hofft, dass „wir die Wahlbeteiligung noch steigern können“.
Parteien geben keine Wahlempfehlung ab
Schon in der vergangenen Woche hatte Michael Zimmermann, der Hauensteiner Ortsbürgermeister, zur Wahl aufgerufen und allen fünf Kandidaten „ausdrücklich Dank und Anerkennung“ ausgesprochen. Eine Wahlempfehlung wollte Zimmermann, der ja auch Gemeindeverbandsvorsitzender der CDU ist, für seine Partei ausdrücklich nicht geben, ebenso wenig wie Andreas Wilde für die SPD. Auch die Kandidaten selbst, Günter Schneider, der von der CDU unterstützt worden war, und der SPD-Kandidat Thomas Kästner verzichteten darauf, ihren Wählern eine Empfehlung an die Hand zu geben.
Einzig Tobias Walter, der Einzelbewerber aus Hauenstein, sprach sich auf Anfrage für eine Wahl Thomas Weisgerbers aus: Der verfüge über entsprechende Verwaltungserfahrung und bringe den versprochenen „frischen Wind von außen“. Auch erscheine ihm Weisgerber „unabhängiger“ als Patrick Weißler, der von der FWG unterstützt wird. Weisgerber könne „ohne Seilschaften agieren“, meint Walter.