Heltersberg
Offene Fragen: Entscheidung über Badöffnung verschoben
Ein Online-Buchungssystem, das zum Beispiel bei Badbetreibern in der Region Kaiserslautern zum Einsatz kommen soll, könnte vermeiden, dass es an heißen Tagen zu Staus frustrierter Besucher vor dem Eingang kommt, die warten müssen, weil die Kapazität im Bad nicht reicht, sagte Andreas Peiser (SPD). Er hatte der Verwaltung im Vorfeld einen Ansprechpartner zu diesem Thema genannt. Die Verwaltung habe diesen kontaktiert, aber keine Auskunft erhalten, erläuterte der geschäftsführende Beamte, Frank Riesiger. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Hygienebestimmungen des Landes können in diesem Jahr, wie berichtet, maximal 450 Besucher zeitgleich das Bad nutzen.
Werkleiter Andreas Schneider begann in der Sitzung, das Konzept zu erläutern, das entsprechend der Hygieneverordnung eine Badöffnung ermöglichen soll. Neben der begrenzten Besucheranzahl betrifft das Reglementierungen wie die Trennung der Schwimmbereiche und geschlossene Duschen. Schneider kam gar nicht bis zum Ende, denn es entspann sich schnell eine Diskussion, die schon die Probleme beim Eintritt in den Mittelpunkt stellte. Etwa die Gefahr, dass das Bad bereits früh gefüllt ist und sich weitere Gäste ärgern, die mit ihrer Familie nicht mehr hineinkommen. Dabei gehe es auch um den Schutz der Mitarbeiter, gab Hans-Peter Pfeifer (Bürgerblock) zu bedenken. Die wären diesem Ärger ausgesetzt. Es wäre deshalb zu prüfen, ob man zumindest im Internet die aktuelle Besucheranzahl veröffentlicht, regte Jochen Werle (SPD) an. Zumal man auch davon abhänge, wie sich die Bädersituation im Umfeld gestaltet, ob zum Beispiel Trippstadt öffnet, wie sich die Lage in Kaiserslautern entwickelt und ob aus diesem Raum viele Badegäste kommen, sagte Felix Leidecker (CDU). Das sei schwer einzuschätzen.
Kein Online-Banking, aber Online-Buchung
Es sei amüsant, dass man auf der einen Seite um den Erhalt von Bankfilialen kämpft, mit dem Argument, dass älteren Mitbürgern kein Online-Banking zuzumuten sei, „und hier wird über eine Online-Buchung für das Schwimmbad nachgedacht“, sagte Georg Spieß (Bürgerblock). Das Freibad in Dahn, das am Donnerstag öffnet, verzichtet auf ein Online-Buchungssystem.
Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) bekundete den Willen der VG, das Bad zu öffnen: Man wolle den Menschen in der Region, vorrangig Besuchern aus der Verbandsgemeinde, im Sommer etwas bieten. Auch unter schwierigen Bedingungen. Die Öffnung sei eine Herkulesaufgabe, aber auch nicht schwieriger, als die Betreuung im Kindergarten oder den Schulunterricht zu organisieren, meinte Weber. Aber es funktioniere nur, unterstrich der Verbandsbürgermeister, wenn sich die Badegäste der besonderen Situation bewusst sind und Verantwortung übernehmen. Die VG könne nicht alles leisten, merkte er zum Beispiel zum Vorschlag an, dass die Verwaltung vor dem Eingang kalte Getränke für die Wartenden bereitstellen müsse.
Familienkarte wird teurer
Die Anzahl der Badegäste einzuschätzen, ist schwierig. Unabhängig vom Wetter stellt sich die Frage, ob mancher passionierte Schwimmer und bisheriger Dauergast unter den gegebenen Umständen nicht gänzlich auf den Schwimmbadbesuch verzichtet. Über alle möglichen Fragen wollen sich die Fraktionen vor einer endgültigen Entscheidung austauschen – auch was das Personal anbelangt, das nach aktueller Planung nur im Reinigungs-, nicht im Sicherheitsbereich aufgestockt werden soll.
Beschlossen hat der Rat, dass die Eintrittspreise – bis auf zwei Ausnahmen – unverändert bleiben. Teurer wird die Familienkarte: Die kostet künftig zehn statt acht Euro. Hintergrund ist, dass viele große Familien das Angebot nutzen. Wenn eine Familie mit drei Kindern Einzeltickets löste, würde sie 14,50 Euro Eintritt zahlen. Um den Verlust zu verringern, wurde der Familienkartenpreis erhöht. Familien sparen aber weiterhin. Die Abendkarte für Schwimmer, die ab 18 Uhr ins Bad gehen, kostet künftig 2,50 Euro (bisher zwei Euro). Beschlossen wurde auch, dass Saisonkarten angeboten werden sollen. Ob die sich in diesem Jahr finanziell lohnen, müsse jeder Schwimmer für sich abwägen. Sollte ein Online-Buchungssystem eingeführt werden, gab Andreas Schneider zu bedenken, „funktionieren die Saisonkarten aber nicht mehr“. Verbilligte Karten für Mehrfacheintritte, die im Hallen- und Freibad gültig sind, gibt es gleichfalls und bleiben gültig.