Kreis Südwestpfalz Nur fünf Minuten Verspätung

Placeholder-Image

Thaleischweiler-Fröschen. Der erste Bus ist da. Er wartet auf Schüler. Vom Chaos, das befürchtet worden war, ist keine Spur. Viele Eltern haben den Appell befolgt, das Auto stehen lassen. Sie bringen die Kinder zu Fuß zum Bus. Zumindest auf den letzten Metern rund ums Schulgebäude. „Es gibt wohl kaum eine Bushaltestelle im Kreis, an der so viele Helfer im Einsatz sind“, sagt Schulleiter Bernd Schatzmann schmunzelnd. Werner Scheerer, bei der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben für die Schulen verantwortlich, fährt vor. Es ist seine zweite Schulstation des Tages. Die erste Station war Maßweiler, dort herrschte Mäusealarm vor Schulbeginn. Alles klar in Maßweiler, die Schule gehöre wieder den Schülern. Immer mehr Kinder kommen zur Bushaltestelle an der Grundschule in Thaleischweiler-Fröschen. Ihre Klassenkameraden aus Petersberg, Höheischweiler. Höhfröschen und Nünschweiler, die auch in den vergangenen Jahren schon mit dem Bus zur Grundschule fuhren, sind bereits auf dem Weg nach Wallhalben. An der Haltestelle an der Grundschule in Thaleischweiler-Fröschen warten die Kinder, die zum ersten Mal mit dem Bus zur Schule gebracht werden. Patrick Scher, Fahrdienstleiter bei dem für den Schülertransport zuständigen Busunternehmen QNV, ist vor Ort. Sein wichtigstes Arbeitsgerät auch an diesem Morgen ist das Handy. „Gestern haben wir die Nachricht bekommen, dass – bedingt durch den Brand in Rodalben – die Straße am Bahnhof gesperrt ist. Eine von vielen Umleitungen, die kurzfristig noch einkalkuliert werden muss.“ Auch der zweite Bus, der Schüler von Thaleischweiler-Fröschen nach Wallhalben bringen wird, „kommt über Rodalben und muss diese neuen Umleitungen fahren“, beantwortet Scher die Frage, die sich manche Eltern und Kinder bereits stellen: „Wo bleibt der zweite Bus“. Die Busfahrten so in den Fahrplan zu bringen, dass die Kinder innerhalb der gewünschten Zeiten zur Schule und wieder nach Hause kommen, „war schon eine Herausforderung“, bestätigt er. Nicht die einzige für das Unternehmen. Bekanntlich müssen auch die Grundschüler aus Waldfischbach-Burgalben seit Schuljahresbeginn baubedingt pendeln. Der zweite Bus ist auf dem Weg. Wie viel Verspätung wird er haben? Schatzmann und die Lehrerinnen, die die Schüler in den Bussen begleiten, lassen die Kinder sich schon mal schön im Schulhof aufstellen. Geordnet sollen die Busse betreten werden. Das funktioniert prima. „Der zweite Bus ist gleich da“, kann Scher nach einem weiteren Anruf vermelden. Augenblicke später fährt der zweite Bus am Schulgebäude vorbei. Noch einmal um die Kurve, um richtig vorfahren zu können. Zwei Busse reichen an diesem Tag, denn die Abc-Schützen werden erst am Dienstag eingeschult und fahren frühestens am Mittwoch in größerer Anzahl nach Wallhalben. Der Bus, der bereits gewartet hat – Thaleischweiler-Wallhalben zeigt das Richtungsschild – rollt vor, macht Platz für den zweiten Bus, der mit vier Minuten Verspätung eintrudelt. Angesichts der kurzfristigen Umleitungen sei das „richtig gut“, meint Scher, dass der Zeitplan halbwegs eingehalten werden kann. Die Türen der beiden Busse öffnen sich. Kein Gedränge, kein Geschubse. Sitzplatz um Sitzplatz füllt sich. Für viele Kinder ist es offensichtlich ein Riesenspaß, mit dem Bus zu fahren. „Wenn nichts los ist, dann ist es immer am besten“, sagt Uwe Exner von der Polizeiinspektion Waldfischbach-Burgalben. Der Polizeioberkommissar ist der zuständige Bezirksbeamte für die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Er ist vor Ort, um ein mögliches Verkehrschaos zu verhindern. Eingreifen muss er nicht. Er winkt lachend den Kindern im Bus zurück, die dem Polizeibeamten „Hallo“ durch die Scheiben zurufen, winken und sich auch winkend von den Eltern verabschieden. In den Planungen für die ersten Wochen, in denen die Kinder mit dem Bus fahren, war einkalkuliert, dass möglicherweise Eltern hinter dem Bus bis nach Wallhalben herfahren. Das ist nicht der Fall. Abschied am Schulhoftor, wie in den vergangenen Jahren auch. Zur Sicherheit, sagt Exner, fahre er mit bis Wallhalben. Er steigt ins Polizeiauto und fährt hinter den beiden Schulbussen her, die mit fünf Minuten Verspätung abgefahren sind. Wallhalben wir kommen! So heißt es jetzt mindestens ein Schuljahr lang.

x