Zweibrücken Niemand weiß, ob der Wolf von der Sickinger Höhe noch lebt

Der Wolf war im Sommer offenbar nur auf der Durchreise.
Der Wolf war im Sommer offenbar nur auf der Durchreise.

Im Sommer zog ein Wolf über die Sickinger Höhe. So plötzlich das Tier da war und Weidetiere riss, so plötzlich verschwand es auch wieder. Ob der Wolf noch lebt, ist unklar.

Laut Julian Sandrini vom Landeskoordinationszentrum Luchs und Wolf ist der Südwestpfalz-Wolf mit der Bezeichnung „GW2886m“ seit den Angriffen auf Weidetiere im Sommer 2022 nicht mehr aufgetaucht. Auch in anderen Bundesländern wurde das Tier nicht mehr entdeckt, Hinweise gibt es keine.

Laut Sandrini passiert das häufig. Grund ist, dass die Jungtiere mit zunehmenden Alter ihr Stammrudel verlassen und teilweise quer durch die Republik ziehen. Dabei suchen die Wölfe ein neues Territorium. Und für Sandrini hat es den Anschein, dass es sich beim Südwestpfalz-Wolf um eben so ein Tier auf Durchreise gehandelt haben muss. Zu dieser Theorie passt auch, dass sich die Übergriffe auf Weidetiere auf eine größere Strecke verteilen.

Viele junge Wölfe kommen um

Die erste Meldung zu GW2886m in der Südwestpfalz stammte aus dem Dahner Felsenland, dort traf es Mitte Juli Ziegen und Schafe. Die Folgemeldungen trafen Ende Juli bis Mitte August ein, betrafen Tiere auf Weiden in Schmitshausen, Martinshöhe und letztlich Käshofen. Offen ist für Sandrini auch, ob der Wolf überhaupt noch am Leben ist. Während der Suche nach einem neuen Territorium passiere es immer wieder, dass Wölfe bei Unfällen mit Autos oder Zügen oder gar bei Revierkämpfen mit anderen Wölfen sterben.

Die Landwirte in der Südwestpfalz, die Tiere nachweislich durch den Wolf verloren haben, bekommen den Schaden ersetzt. Weil sich aber der Wolf nicht angesiedelt hat, wird die Südwestpfalz laut Sandrini auch nicht zum Wolfs-Präventionsgebiet ernannt. Wäre das passiert, hätte es zur Folge gehabt, dass Landwirte Kosten für bessere Weidezäune zum Abwehren des Wolfes bezahlt bekommen.

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