Kreis Südwestpfalz „Nicht immer nur Currywurst, Currywurst oder Currywurst“

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Rieschweiler-Mühlbach. „Kita isst besser“ heißt eine vom Mainzer Umweltministerium angestoßene Kampagne, mit der Kindergärten im Land ihre Angebote und die Essgewohnheiten mit einer langfristigen Schulung verbessern können. Mitgemacht hat auch die Kindertagesstätte „Kuckucksnest“ in Rieschweiler-Mühlbach. Andreas Sebald hat sich mit Leiterin Iris Faul über Gemüselasagne, Erdbeer-Smoothies, Currywurst, Currywurst und Currywurst unterhalten.

Frau Faul, was gibt es denn heute Gutes zu essen in der Kita?

Heute sind es Käsespätzeln, oder auch Wasserspatzen, wie wir dazu sagen. Aha. Stehen die bei den Kindern hoch im Kurs? Ja, eigentlich schon. Die machen wir immer mal wieder. Es ist ein fleischfreies Gericht. Fleischfrei: Steht das öfter auf dem Speiseplan? Bei uns gibt es nur einmal die Woche Fleisch, dazu einmal Fisch. Ansonsten ist das Essen vegetarisch. Lassen Sie mich raten: Fisch gibt es dann immer freitags? (lacht) Ja, das stimmt. Meistens gibt es freitags Fisch. Aber eigentlich wollten wir uns ja über das Projekt „Kita isst besser“ unterhalten. Was ist das genau? „Kita isst besser“ ist Teil eines Programms der Landesregierung. Dafür können sich Kindertagesstätten im Land bewerben. Wir wollten 2013 schon mal mitmachen, sind aber nicht ausgewählt worden. 2014 hat es dann aber geklappt. Damit sind wir im Kreis Südwestpfalz erst die zweite Kita, die mitmacht. Außer uns war bisher nur die Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Waldfischbach-Burgalben dabei. Und was geschieht bei dem Projekt? Innerhalb eines Jahres hatten wir, also das Team der Kita, mehrere Sitzungen mit einem Coach, einem Ernährungsberater. Dabei haben wir ein Programm entwickelt, wie wir speziell bei uns den Kindern Aspekte einer gesunden Ernährung vermitteln können. Aber auch konkret haben wir bei uns was verändert. Was wurde denn konkret verändert? Zunächst haben wir einmal die Woche, immer Donnerstag, ein gemeinsames Frühstück, für das wir auch einkaufen. Die Kinder brauchen an dem Tag nichts mitzubringen. Außerdem bieten wir die ganze Woche Getränke für die Kinder an, die Kinder müssen also nichts mehr mitbringen. Was gibt es zu trinken? Wir bieten Mineralwasser, Apfelsaft und Tee. Damit stellen wir sicher, dass die Kinder im Kindergarten keine süßen Limos wie Cola oder Fanta trinken, außerdem sind so die Probleme mit undichten Trinkflaschen, die die Kinder dabei hatten, beseitigt. Und wir haben an den Geburtstagsessen der Kinder etwas verändert. Was denn? Wenn ein Kind Geburtstag hat, darf es sich was zum Mittagessen wünschen. Und damit nicht immer nur Currywurst, Currywurst oder Currywurst auf den Tisch kommt, haben wir ein Heft mit Bildern entwickelt, aus dem sich die Kinder was aussuchen können. Da sind etwa 15 Gerichte drin abgebildet, die alle sehr lecker aussehen. So können wir das ganz gut leiten.Und wenn ein Kind doch Currywurst will? Es gibt auch mal Currywurst, alles mit Maß und Ziel. Aber mit dem Heft gibt es an Geburtstagen nicht nur Currywurst oder Spaghetti, sondern auch mal leckere Gemüselasagne. Alles, was wir bei den Coachings erarbeitet haben, wurde von uns auch schriftlich festgehalten. Die Punkte laufen also weiter, auch wenn das Programm jetzt ausläuft? Genau.Was sagen die Eltern dazu? Es wurde gut angenommen. Wir haben einen Elternabend gemacht dazu, da wurden unsere Veränderungen gut aufgenommen. Es gab eigentlich keine schlechten Rückmeldungen. In der Kita selbst wird ja schon länger speziell für die Kinder gekocht, wie empfinden Sie das? Ich finde es sehr gut, dass hier im Haus gekocht wird. Wir können so auch sehr gut und schnell reagieren. Steht etwa bei einem Kind ein Allergie-Verdacht auf Erdbeeren beispielsweise im Raum, können wir schnell reagieren. Oder auch bei muslimischen Kindern: Die bekommen dann einfach kein Schweinefleisch, sondern eine andere Sorte. Unsere Köchin war übrigens bei dem Coaching auch immer mit dabei. Das Programm „Kita isst besser“ ist im Sommer aber zu Ende ... Ja. Wir haben am 20. Juli noch den Abschluss des Projekts, da kommt der Kochbus, eine Aktion des Landes. Dann kochen die Kinder, die nach den Sommerferien in die Schule kommen, und anschließend veranstalten wir ein großes Essen mit den Eltern. Wie viele Leute kommen da? Wir haben 22 Vorschulkinder, mit Eltern rechnen wir schon mit an die 70 Leute. Das ist nicht schlecht. Und was werden die Kinder für die ganzen Gäste kochen? Gemüsepfanne mit Nudeln, dazu einen Erdbeer-Smoothie. (bld)

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