Schmitshausen RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Leben in der alten Wanderhütte im Wald

Haben die Schmitshauser Rasthütte im Wald für ein Jahr gepachtet: Rudi Müller und seine Frau Corinna.
Haben die Schmitshauser Rasthütte im Wald für ein Jahr gepachtet: Rudi Müller und seine Frau Corinna.

Fünf Jahre lag sie im Dornröschenschlaf, jetzt hat die 50 Jahre alte Rasthütte direkt an einem Wanderweg im Schmitshauser Wald einen neuen Pächter.

Für Samstag hatten Rudi Müller und seine Frau Corinna zur Wiedereröffnung in die Schutzhütte der Schmitshauser Rosen- und Naturfreunde im Wald direkt am Gräfin-Sonja-Bernadotte-Weg eingeladen, und die Hütte war nachmittags voll. Fünf Jahre hatte sie im Dornröschenschlaf gelegen und war unbewirtschaftet, bevor der Wallhalber zusammen mit seiner Frau vier Wochen lang renovierte, die Küche erneuerte und die über 50 Jahre alte Rasthütte am Brecherswald auf Vordermann brachte.

Einen „mittleren vierstelligen Betrag“ hat das Ehepaar in die Erneuerung investiert. Doch warum investiert man in eine Waldhütte, wenn andere Gastronomen wegen massiv gestiegener Preise teils langjährige Objekte schließen müssen? „Ich bin Rentner. Mir ist zuhause die Decke auf den Kopf gefallen“, erklärt der neue Hüttenpächter.

Die Bratwurst macht er selbst

Seit 2018 ist der 67-Jährige im Ruhestand, war bei Opel in Kaiserslautern als Maschinenschlosser angestellt, hat aber Metzger gelernt. Als Metzger hat er nach seiner Ausbildung nie gearbeitet, dennoch will der Wallhalber teilweise Würste für die Hütte selbst herstellen. „Die Bauernbratwurst mache ich selbst, den Rest kaufe ich bei Metzgern in der Region“, kündigt er an. Er betritt mit der Hütte gastronomisches Neuland. Seine Frau hatte schon als Bedienung in der Schmitshauser Waldhütte ausgeholfen, kennt also die Gegebenheiten noch von früher. Und die gemeinsame Tochter Michelle ist gelernte Köchin und hat den ein oder anderen Tipp gegeben.

Die Brecherswaldhütte wird laut Rudi Müller eine Selbstbedienungshütte. Denn seine Frau Corinna arbeitet tagsüber als Floristin bei Blumen Gegner am Zweibrücker Hauptfriedhof, ist also nicht immer verfügbar. 34 Sitzplätze bietet die Rasthütte innen, rund 40 Plätze werden bei schönem Wetter vor der Hütte geöffnet. Der Mietvertrag, den die Müllers mit dem Rosen- und Naturfreundeverein Schmitshausen geschlossen haben, läuft nach ihren Angaben erst einmal ein Jahr lang, dann sehe man weiter. Die Resonanz auf die Neueröffnung am Samstag bezeichnet das Ehepaar als gut, zumindest wetterbedingt zufriedenstellend, da es am Samstag viel geregnet hatte.

Der Bürgermeister freut sich

Auch Bürgermeister Markus Schieler freut sich über die neue Einkehrmöglichkeit in der Nähe des Jugendzeltplatzes. „Das wertet die Gemeinde auf, wenn man in der Hütte einkehren kann. Ich freue mich, dass sie reaktiviert wurde“, sagte er am Samstag auf einer Gassirunde mit dem Hund im Dorf, noch bevor er selbst an der Hütte war.

Das Speisenangebot wird laut Corinna und Rudi Müller hüttenüblich. Neben Getränken will man eine kleine Essenauswahl anbieten, etwa Wurstsalat, Bratwurst, Leberknödel und Obatzter mit Brezel. „Wir machen das selbst, wir kaufen nichts fertig, außer die Würste und die Leberknödel beispielsweise“, erzählte Corinna Müller bei der Eröffnung.

Die Rasthütte ist über 40 Jahre alt. 2011 hatte der Verein Decke und Boden erneuert, und die Hütte bekam einen neuem Ofen. Bei einem Pächterwechsel 2014 wurde die Waldhütte samt Toiletten vom Verein grundlegend renoviert.

In der Nähe des Mühlenwanderwegs

Die Hütte im Schmitshauser Brecherswald unterhalb des Dorfes ist mit dem Auto über die Sonnenberg- und die Brunnenstraße zu erreichen. Sie liegt am Waldlehrpfad und am Gräfin-Sonja-Bernadotte-Weg. Weiter unten verläuft der Mühlenweg. Am Gebäude findet man einen Boule-, einen Grill- und einen Spielplatz.

Info

Geöffnet hat die Hütte mittwochs, freitags und samstags von 11 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr, nach Vereinbarung auch länger, je nach Wetterlage.

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