Schmalenberg
Neues Domizil für den Forstzweckverband Holzland in Schmalenberg
Bei hochsommerlichen Temperaturen bezogen Revierleiter Christoph Wagner und seine Mitarbeiterin Christine Tinnes-Schaaf, die sich vornehmlich um den Holzverkauf kümmert, ihr neues Domizil. Der Forstzweckverband Holzland ist nun in der Hauptstraße 46 in einem denkmalgeschützten Gebäude zu finden. „Es ist wie ein richtiges kleines Forstamt“, freut sich Wagner nach dem erfolgreichen Umzug.
Im Forstzweckverband wird ein eigener Weg der Waldbewirtschaftung beschritten: Die Gemeinden Geiselberg, Schmalenberg, Steinalben und Waldfischbach-Burgalben sowie das Gebiet der Hembach-Genossenschaft lassen ihren Wald traditionell von einem eigenen Förster betreuen. Dabei besteht eine enge Kooperation mit dem Forstamt Johanniskreuz.
Holzvermarktung in der eigenen Hand
Das Holzland-Revier umfasst rund 1850 Hektar. Zusätzlich kümmert sich Wagner um Privatwälder in diesem Bereich. Für die Eigenständigkeit in der Waldbewirtschaftung sei immer gekämpft worden. Wagner erinnerte an das Jahr 2009, als der Zweckverband gegründet wurde. Georg Spieß, damals Vorsitzender, setzte sich besonders für diese Eigenständigkeit ein. Seit der Gründung hatte der Zweckverband seinen Sitz in Schmalenberg. „Ich war auch mit den vorherigen Räumen zufrieden“, erklärte Wagner. Die früheren Räumlichkeiten in der Kirchgasse 10 waren von außen wenig ansehnlich. Dennoch hatte die Ortsgemeinde diese so hergerichtet, dass Wagner und Tinnes-Schaaf optimale Arbeitsbedingungen vorfanden.
Tinnes-Schaaf war dazugekommen, als landesweit die vorherige Form der Holzvermarktung kippte und man sich beim Forstzweckverband entschloss, auch dieses Instrument in eigener Hand zu halten, um immer zu wissen, was mit dem Holz aus dem eigenen Revier passiert. Eine Entscheidung, die sich als richtig erwies, wie sich die anwesenden Mitglieder des Zweckverbands einig zeigten – Schmalenbergs Ortsbürgermeister Peter Seibert, Michael Oestreicher aus Waldfischbach-Burgalben und Klaus Reischmann aus Steinalben. „Die Kunden sind zufrieden, wir sind zufrieden“, bilanzierte Wagner.
Altes Gebäude wird abgerissen
Seit 2019 wird in Schmalenberg nicht nur das Holz des eigenen Reviers, sondern auch das der Gemeinden Heltersberg und Schopp sowie einiger Privatwaldbesitzer vermarktet. Die Zahlen stimmen, auch wenn Kommunen, die sich für eine Vermarktung über die Agentur in Maikammer entschieden hätten, derzeit preislich noch einen leichten Vorteil hätten. „Es wird Zeit, dass die Subvention, die ich für unfair halte, endet“, sagte Wagner. Man wisse, dass man nach Auslaufen der Subvention mit dem Forstzweckverband deutlich bessere Bedingungen bei der Holzvermarktung biete. Schon jetzt sei entscheidend, „dass wir immer wissen, was mit unserem Holz passiert“, so Wagner.
Felix Leidecker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, wünschte dem Zweckverband, dass dieser auch im neuen Domizil „die Erfolgsgeschichte bleibt, die er ist“. Die vorherigen Räumlichkeiten mussten aufgegeben werden, da das Gebäude abgerissen wird, um Platz für Parkplätze der Holzlandhalle zu schaffen. Für den Zweckverband entstehen neue Parkplätze gegenüber des Rathauses.
Symbolische Schlüsselübergabe
Für die Gemeinde Schmalenberg sei die Nutzung des denkmalgeschützten Hauses ein Gewinn, erklärte Peter Seibert, zugleich Zweckverbandsvorsitzender und Ortsbürgermeister von Schmalenberg. Die ehemalige Lehrerwohnung werde nun auf etwa 100 Quadratmetern nachhaltig genutzt. Die beiden Gemeindearbeiter Heidrun Müller und Joachim Gundacker haben maßgeblich dazu beigetragen, Büro- und Archivräume, ein Besprechungszimmer, eine kleine Küche sowie sanitäre Anlagen zu schaffen.
Dank der vielen Eigenleistungen sei das Budget von 30.000 Euro unterschritten worden. Die Schlüssel übergab Seibert symbolisch in einer besonderen Douglasienwurzel aus dem Schmalenberger Wald.