Kreis Südwestpfalz Neuerdings jede Nacht geöffnet

Der ärztliche Bereitschaftsdienst in Pirmasens bietet künftig mehr Service. Ab sofort ist die Anlaufstelle für Kranke nach Sprechstunden-Ende der Niedergelassenen jede Nacht geöffnet. Das soll sowohl Hausärzte als auch die Notfallambulanz im Städtischen Krankenhaus entlasten.
Ab sofort ist in der Pettenkoferstraße 13 jede Nacht mindestens ein Arzt dienstbereit, sagt Günter Zinßius, der den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Pirmasens managt. Bis Mitternacht sind sogar zwei Mediziner vor Ort, plus eine Helferin und ein Fahrer. Bislang waren zwei Ärzte bis in die Morgenstunden dienstbereit, dafür aber nicht täglich. Zinßius hätte auch weiterhin gerne mit zwei Medizinern bis in die Frühe gearbeitet, zumal das Versorgungsgebiet sehr groß ist: „Das geht von Schmalenberg bis Ludwigswinkel, wir sind für 110 000 Menschen in 54 Ortschaften zuständig.“ Aber die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV) sehe nur Bedarf für einen einzigen Arzt nach Mitternacht. Zinßius verweist auf das benachbarte Städtische Krankenhaus: „Wenn der Arzt draußen unterwegs ist, ist eine Helferin da, die kann auch den Notarzt alarmieren, wenn es notwendig erscheint.“ Das Personal am Telefon in der Bereitschaftsdienstzentrale sei so geschult, dass es Situationen einschätzen könne und wisse, wann jemand am besten gleich ins Krankenhaus gehen soll. „Wir behandeln ja keine lebensbedrohlichen Erkrankungen, sondern vertreten die Hausärzte. Wir versorgen Wunden und Verletzungen, helfen bei Infekten und akuten Schmerzen.“ Zinßius stellt klar, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst nicht jeden Kranken daheim aufsuchen könne. „Wir versorgen Kranke in Seniorenheimen und ältere Menschen, die nicht gehfähig sind.“ Rufe jemand an und sage, er habe kein Auto, werde er gebeten, ein Taxi zu nehmen oder sich vom Nachbarn fahren zu lassen. Auch bei Kindern gebe es grundsätzlich keinen Hausbesuch. 2015 suchten 10 000 Menschen den Bereitschaftsdienst auf, wo die Wartezeit im Schnitt höchstens eine halbe Stunde beträgt. Rund 50 Mediziner teilen sich die Dienste, meist Niedergelassene, die dafür 50 Euro die Stunde erhalten. Finanziell beteiligen müssen sich laut Zinßius rund 140 Niedergelassene an dem Vertretungsmodell, das sie entlastet. Sie zahlen dafür 270 Euro im Monat. Der Pirmasenser Krankenhaus-Geschäftsführer Martin Forster plädiert schon länger dafür, die Bereitschaftsdienstzentrale täglich zu öffnen. Schließlich platze die Notfallambulanz im Städtischen mit zuletzt 16 000 Fällen im Jahr an manchen Tagen fast aus den Nähten, müssten Patienten bis zu zwei Stunden warten. „Gerade in den Abendstunden arbeiten wir mit einer reduzierten Belegschaft. Da ist es wichtig, dass die Ärzte sich um die wirklich akuten Notfälle kümmern können“, so Forster. Info —Ab sofort hat die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in Pirmasens, Pettenkoferstraße 13, Telefon 06331/19292, täglich geöffnet. Besetzt ist sie montags, dienstags und donnerstags jeweils von 19 Uhr bis zum Folgetag um 7 Uhr, mittwochs ab 14 Uhr bis Donnerstag 7 Uhr, freitags ab 16 Uhr bis montags um 7 Uhr durchgehend. |cla