Reifenberg / Schmitshausen RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Windpark könnte Strom für ganze Verbandsgemeinde liefern

Nördlich der Stromleitung zwischen Reifenberg und Schmitshausen könnten sechs Windräder entstehen. Reifenberg und das Kapellchen
Nördlich der Stromleitung zwischen Reifenberg und Schmitshausen könnten sechs Windräder entstehen. Reifenberg und das Kapellchen (im Hintergrund zu erkennen) liegen südlich davon.

Zwischen Reifenberg und Schmitshausen könnten im nächsten Jahrzehnt fünf bis sieben Windräder stehen. Sie wären deutlich höher als die bisherigen Räder auf der Sickinger Höhe.

Die Planungsgemeinschaft Westpfalz hat untersucht, welche Flächen im Zweibrücker Land noch für Windräder in Frage kämen. Dazu zählt auch ein Streifen zwischen Reifenberg und Schmitshausen: nördlich der Stromtrasse, die vom Pfarrhöfchen aus Richtung Kneispermühle führt und die den Feldweg überquert, den die Reifenberger Bulldog-Autobahn nennen.

Auf diesem Streifen „wären wohl fünf, sechs, maximal sieben Windräder möglich“, sagte Reifenbergs Bürgermeister Pirmin Zimmer in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, die gut zehn Reifenberger und sogar ein Zuhörer aus Schmitshausen verfolgten. Die Windräder sollen eine Nabenhöhe von 180 Metern haben – „deutlich höher, als man das in unserer Region jetzt kennt“, sagte Zimmer. Die Flügel wären 75 bis 80 Meter lang, so dass die Flügelspitze am höchsten Punkt mehr als 250 Meter vom Boden entfernt wäre. Laut Nico Eichert, stellvertretender Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeinde, laufen größere Windräder jedoch ruhiger und langsamer: „Die kleinen sind sehr hektisch“, sagte er auf Nachfrage von Julia Köpke.

Ein Windrad dieser Größe kann im Jahr 10 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, und das sei „eher defensiv gerechnet“, sagte der Bürgermeister. Das bedeutet: Sollten zwischen Reifenberg und Schmitshausen sechs Windräder entstehen, könnte dieser Windpark problemlos den kompletten Stromverbrauch der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben decken. Die Gemeinde Reifenberg würde auch finanziell von dem Windpark profitieren. Laut Pirmin Zimmer bekäme sie 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Das wären pro Windrad 20.000 Euro im Jahr.

Die mögliche Fläche vom Schmitshauser Aussichtsturm aus gesehen. Links verläuft die Straße Richtung Reifenberg.
Die mögliche Fläche vom Schmitshauser Aussichtsturm aus gesehen. Links verläuft die Straße Richtung Reifenberg.

Zur Zeitschiene sagte Zimmer, dass die rechtliche Planung frühestens Mitte 2027 abgeschlossen sei, Ende 2028 dann die Umsetzungsplanung. Der Bau könnte frühestens 2030 beginnen. Zimmers Stellvertreter Thomas Velten fand, der Windpark wäre „aus Reifenberger Sicht relativ unproblematisch“: Der Wind wehe meist aus Südwesten – „von uns weg“ –, und auch der Schattenwurf sei kein Thema, weil die Räder nördlich des Dorfes stünden. Er erinnerte daran, dass die Entscheidung aber sowieso nicht der Gemeinde obliegt: „Wir haben da nicht viel zu sagen.“ Denn solange die rechtlichen Voraussetzungen wie Mindestabstände zu den Wohnhäusern eingehalten sind, kann die Gemeinde den Bau nicht ablehnen.

Ohnehin überwog die Zustimmung im Rat. Markus Hüther sagte: „Windräder sehe ich grundsätzlich positiv. Übers Aussehen kann man streiten, aber die Zukunft geht da hin.“ Anders als Solarparks nähmen Windräder auch weniger Platz weg. Julia Köpke bezeichnete Windräder als „das kleinere Übel“. Kai Hennemann dagegen fand: „Ich seh’ das schon ein bisschen skeptisch. Der Erholungsfaktor ist weg.“ Auch wenn man sie vom Dorf aus nicht höre oder sehe, würden sie sich aufs Landschaftsbild auswirken.

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