Thaleischweiler-Wallhalben
Neue politische Landschaft im Verbandsgemeinderat
Zuletzt waren sich CDU und FWG im Verbandsgemeinderat Thaleischweiler-Wallhalben inhaltlich näher als die aktuelle Koalition von SPD und CDU. „Ich hatte gehofft, dass der Wähler honoriert, was die SPD-Mitglieder vor Ort leisten“, sagt deren Gemeindeverbandschef Timo Lehmann. Zwei Sitze verlor die SPD und Verbandsbürgermeister Patrick Sema (SPD) damit an Hausmacht. Einen Sitz gewann die CDU hinzu, die mit 13 Sitzen stärkste Fraktion ist. Es folgen die FWG (10), die SPD (7) und die FDP, die ihre zwei Sitze verteidigt hat.
Wie eine künftige Koalition aussehen könnte, lassen die vier im Verbandsgemeinderat vertretenen Gruppierungen offen. Unisono heißt es bei Lehmann wie beim CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Tobias Dreßler, beim FWG-Vorsitzenden Martin Eichert und bei FDP-Vizechef Andreas Weizel, dass man sich intern besprechen wolle und dann offen sei für alles. So schnell wie möglich wolle man aber die Weichen stellen, denn in der Verbandsgemeinde stehen große Herausforderungen an, zum Beispiel bei den Schulen.
Dass die SPD zwei Sitze verloren hat, enttäusche ihn natürlich, sagt Verbandsbürgermeister Patrick Sema. „Aber wir müssen das jetzt analysieren.“ Ob es beim bisherigen Geschäftsbereich-Zuschnitt für Beigeordnete bleibt, müssten die anstehenden Gespräche zeigen.
Argumente für die Beigeordnetenwahl?
„Wir freuen uns“, sagt Tobias Dreßler zum Abschneiden der CDU. Der Fraktion wird künftig mit Thomas Peifer der frühere Verbandsbürgermeister von Thaleischweiler-Wallhalben angehören. Von Listenplatz 28 ist er auf 3 nach vorn gesprungen. Sein Nachfolger als Ortsbürgermeister in Thaleischweiler-Fröschen, Florian Auer, ist von Platz 21 auf 7 gesprungen und sitzt künftig im Verbandsgemeinderat. Die Arbeit des Weselberger Bürgermeisters Michael Schmitt als Erster VG-Beigeordneter wurde vom Wähler honoriert – mit einem Sprung von Platz 20 auf 9. Sollte es eine Koalition mit CDU-Beteiligung geben, wäre dies ein gutes Argument für Schmitt bei der Beigeordnetenwahl. „Wir werden mit allen Gruppierungen sprechen“, sagt Dreßler.
„Wir sind gesprächsbereit“, erklärt Martin Eichert (FWG). Der wiedergewählte Schauerberger Bürgermeister ist – sollte es zu einer Koalition mit FWG-Beteiligung kommen – ein Kandidat für einen Beigeordnetenposten. Fraktionssprecher Peter Sammel rutschte von 2 auf 8. Hans-Dieter Bißbort aus Rieschweiler-Mühlbach (von 13 auf 3) und Tim Rether aus Thaleischweiler-Fröschen (von 21 auf 7) überzeugten die Wähler. Obernheim-Kirchenarnbachs künftige Bürgermeisterin Katharina Bäcker, die bei der FWG absehbar eine wichtigere Rolle einnehmen dürfte, kletterte vier Plätze nach oben auf Platz fünf. Für die FWG ist Wallhalbens früherer Verbandsbürgermeister Berthold Martin in den Rat eingezogen.
Koalition mit der FDP?
Gerhard Weis aus Thaleischweiler-Fröschen verteidigte bei der SPD seinen ersten Listenplatz. Mit Niklas Hunsicker aus Thaleischweiler-Fröschen (10 auf 3), und Alisia Gundacker aus Maßweiler, der Co-Vorsitzenden des SPD-Gemeindeverbandes, ziehen zwei weitere junge SPD-Mitglieder in den Rat. Alisias Vater Jürgen komplettiert die Reihe der Ex-Verbandsbürgermeister im Rat. Er hatte dieses Amt in Zweibrücken-Land inne.
Eine Koalition aus CDU und FWG hätte mit 23 Stimmen eine solide Mehrheit im Rat. SPD und FWG kämen zusammen auf 17 Stimmen. Das könnte knapp werden, wenn Ratsmitglieder mal fehlen, denn CDU und FDP kommen zusammen auf 15 Sitze.
Denkbar wäre – in der früheren Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen gab es diese Konstellation bereits –, dass die FDP für ein Dreierbündnis angefragt wird. „Wir warten mal ab, was kommt“, sagt Spitzenkandidat Andreas Weizel. Die pragmatische, vernünftige Arbeit der FDP habe der Wähler honoriert, so Weizel.

Wahlen Rheinland-Pfalz 2024: So hat die Pfalz gewählt
Verfolgen Sie live den aktuellen Stand der Auszählungen in unseren interaktiven Karten und Grafiken: Oberbürgermeister, Bürgermeister, Gemeinderäte, Kreis- und Stadträte, Bezirkstag - bei den Wahlen am 9. Juni könnte die Kommunalpolitik in Rheinland-Pfalz umgekrempelt werden. Foto: dpa /Jacob Schröter