Clausen Neubaugebiet in Clausen: Schützengärten oder Talstraße?

Hier könnte das Neubaugebiet Schützengärten entstehen – mit Blick auf den Kirchturm.
Hier könnte das Neubaugebiet Schützengärten entstehen – mit Blick auf den Kirchturm.

Clausens Gemeinderat prüft zwei Flächen für ein neues Baugebiet. Die Schützengärten gelten als Favorit. Doch es gibt Hürden bei beiden Optionen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Clausen stand die „Ausweisung neuer Wohnbauflächen als Grundsatzbeschluss“ im Vordergrund. Das Projekt wurde mittels Power-Point-Präsentationen von dem beauftragten Planungsbüro Dilger in Dahn vorgestellt. Damit war auch klar, dass das bereits in Vorplanung ausgearbeitete Neubaugebiet Gehrenäcker passé ist. Die Gemeinde ist derzeit nicht im Besitz von anzubietendem Baugelände.

Ortsbürgermeister Jens Dresen informierte in der Ratssitzung, dass bereits im November 2024 beschlossen wurde, die Planung Neubaugebiet Gehrenäcker aktuell nicht weiter zu verfolgen. Als Alternative wurden zwei weitere Flächen in Betracht gezogen. Einmal die Talstraße mit einer Fläche von 22.200 Quadratmetern. Zum anderen eine in den Schützengärten mit einer Größe von zirka 14.900 Quadratmetern. Mit der Flächenbewertung wurde das Ingenieurbüro Dilger aus Dahn beauftragt. Wie Dresen bekanntgab, ergab die Bewertung, dass beide Gebiete sich für eine Bebauung grundsätzlich eigneten, wobei die Fläche Schützengärten bei einer möglichen Entwicklung vorzuziehen sei.

Momentan eher wenige Bauanfragen

Ingenieurin Kerstin Lesmeister vom Büro Dilger stellte ausführlich die einzelnen Bewertungen der Flächen vor. Sie erinnerte daran, dass der Gemeinde eine Brutto-Baulandfläche von 1,9 Hektar genehmigt wurde. Aufgrund der momentan eher wenigen Bauanfragen sei es nicht erforderlich, die volle Fläche in Anspruch zu nehmen. Die Referentin sieht einige Probleme bei der Talstraße: Zunächst liegt für diesen Bereich kein Bebauungsplan vor, es handelt sich um Freifläche. Erschwerend komme hinzu, dass dieses Gelände mit einer Biokartierung belegt ist. Deswegen müsse die Gemeinde mit höherer Ausgleichs- und größerer Bereitstellungsfläche rechnen, sollte dieses Gebiet als Neubaugebiet genutzt werden.

In den Schützengärten würde es schneller gehen, informierte Lesmeister. Das Gebiet liegt im Ortskern. Zwar sei die räumliche Entwicklung wegen bestehender Bebauung beschränkt, doch liegt ein Bebauungsplan vor. Erschwerend sei, dass die Fläche in 27 Flurstücke mit diversen Besitzern – ohne Gemeindebeteiligung – aufgeteilt ist. „Hier müssten die Besitzverhältnisse geklärt werden“, sagte die Ingenieurin. Die Kosten der Bauleitplanung bezifferte sie für die Talstraße auf etwa 43.000 Euro brutto und für die Schützengärten auf zirka 34.000 Euro brutto.

Rat tendiert zu Schützengärten

Bisher habe er keine Gespräche mit Grundstücksbesitzern geführt, sagte Dresen. Er meint: „Es ist gleich, wo wir ein Neubaugebiet planen, die Gemeinde hat keine eigene Fläche.“ Der CDU-Fraktionssprecher Thomas Schmittner favorisiert den Bereich Schützengärten. Er sieht die Chance, dass mit der Erschließung dort die Problematik bei Starkregen im Bereich Wiesen-/Hauptstraße beseitigt werden könnte.

Die Sprecherin der FWG-Fraktion, Viktoria Meyer, sagt zu den Schützengärten: „Gerade diese Örtlichkeit bietet aus unserer Sicht die Chance, vielfältige und moderne Wohnformen zu realisieren.“ Es könnten nicht nur klassische Familienhäuser, sondern auch zeitgemäße Tiny-Häuser oder ein Mehrgenerationenhaus mit barrierefreien Wohnungen entstehen, „die es aktuell so in Clausen nicht gibt“. Damit würde ein Wohnquartier entstehen, das generationenübergreifend funktioniere und auf aktuelle gesellschaftliche Bedürfnisse eingehe.

Zwar biete die Talstraße mit Anbindung in Richtung Marhöferstraße ein großes Entwicklungspotenzial, doch seien dort fast ausschließlich Einfamilienhäuser und Tiny-Häuser umsetzbar. Eine generelle Lückenschließung in den Schützengärten sei ebenso wie eine Erweiterung entlang der Talstraße für die FWG vorstellbar. Entscheidend sei ein stimmiges, sozial ausgewogenes und ökologisch verträgliches Gesamtkonzept, das sich harmonisch in die Umgebung einfüge und zum Dorf passe. Die FWG tendiere aufgrund der Fläche und der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu einem kleineren Baugebiet in der Ortsmitte.

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