Waldfischbach-Burgalben
Narren: Keine Prinzessin und Rathaussturm light?
„Wir haben gerade noch mal besprochen, wie sich die Lage aktuell darstellt“, erzählt Schiweck. Ergebnis: Karneval in der bekannten Form kann auch in Waldfischbach-Burgalben bedingt durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen nicht gefeiert werden. Normalerweise wären die Waldfischbacher Narren derzeit dabei, Sessionseröffnung und Inthronisation vorzubereiten. Letztere entfällt, „und wir werden in diesem Jahr auch keine neue Prinzessin haben“, sagt Schiweck. Prinzessin Laura I. wird weiter das Zepter in der Hand haben und die Repräsentationspflichten übernehmen – sofern es welche gibt. „Sie hat sich bereit erklärt, das zu tun“, sagt Schiweck.
Traditioneller Rathaussturm fällt aus
Schon bei der Sessionseröffnung zeigt sich, worauf derzeit geachtet werden muss: Die Gesundheit von Vereinsmitgliedern und Gästen habe Priorität bei allen Entscheidungen, unterstreicht Schiweck. Zudem ist die Anzahl der Besucher wegen der Corona-Pandemie beschränkt. Bei der Inthronisation der Prinzessin seien im Schnitt 180 Gäste anwesend, blickt Schiweck auf die vergangenen Jahre zurück. In den kleinen Saal im Bürgerhaus, wo die Prinzessin traditionell inthronisiert wird, „dürfen aktuell maximal 75 Personen. Da macht so eine Veranstaltung keinen Sinn“, sagt Schiweck. Eventuell gebe es intern im November die Sessionseröffnung.
„Die Tradition, dass im Karneval die Narren im Ort regieren, würden wir schon gerne aufrechterhalten“, sagt der KVW-Präsident. Sicher sei aber schon, dass es den traditionellen Rathaussturm am Neujahrstag nicht geben wird. Mit Ortsbürgermeister Michael Oestreicher werde er abstimmen, wie und in welcher Form die Narren an die Gemeindekasse und die Schlüssel zum Rathaus kommen. In kleinem Kreis soll das geschehen, „und anschließend werden wir intern mit den Vereinsmitgliedern ein bisschen feiern. Unter Corona-Bedingungen. Wahrscheinlich draußen bei einem Grumbeerbrode“, sagt Schiweck.
Eine Woche intensive Arbeit
Gestrichen ist auch die Prunksitzung zu Beginn des kommenden Jahres. Gut gelaunt hatte Schiweck als Sitzungspräsident im Januar 2020 noch durch das bunte Programm geführt. „Auch hier geht es um Gesundheitsschutz und das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag“, erläutert Schiweck, dass so eine Großveranstaltung derzeit nicht darstellbar sei. Für viele Mitglieder des Karnevalvereins bedeute die Prunksitzung allein rund um den Sitzungstermin eine Woche intensive Arbeit – Halle herrichten, Küche einrichten, Veranstaltung, Abbau. „Und es ist nicht absehbar, wie sich die Lage bis Januar entwickelt“, sagt Schiweck, der sich auch beruflich mit der Corona-Pandemie befasst. Er arbeitet beim ASB in Kaiserslautern, ist unter anderem in der Corona-Ambulanz im Einsatz.
Angesichts der Tatsache, dass dem Karnevalverein zudem Einnahmen fehlen – auch wegen ausgefallener Veranstaltungen wie dem Bruchwissefeschd –, wird darauf verzichtet, einen Karnevalsorden zu kreieren und zu verleihen.
Neuer Präsident, neuer Vorsitzender
Beim Karnevalverein sind sie froh, dass es den Tanzgruppen über Sommer möglich war, draußen zu trainieren. „Im Bruch oder auf dem Spielplatz in der Welschstraße haben sie zum Beispiel geübt“, erzählt Schiweck. Das Training jetzt in die Halle zu verlegen – in der Regel wird in der kleinen IGS-Sporthalle geübt –, „muss noch genau besprochen werden“, sagt Schiweck.
Wie außergewöhnlich die Zeiten sind, zeigte sich an der Jahreshauptversammlung. Dass es Wechsel im Vorstand geben würde, war klar: Präsident Herbert Sutter hatte angekündigt, aus persönlichen Gründen nicht mehr zu kandidieren. Das Amt mache viel Arbeit und bringe bis zu 150 Termine pro Jahr mit sich. Der langjährige Vorsitzende Paul Reichert hatte seinen Abschied aus Altersgründen frühzeitig angekündigt. Ursprünglich im April geplant, wurde die Sitzung bedingt durch Corona verschoben. Mit der Mehrzweckhalle in Höheischweiler wurde eine Halle gefunden, in der die Versammlung Ende September unter den geltenden Hygiene-Bestimmungen möglich war. „Es ist eben alles nicht so einfach momentan“, sagt Schiweck. Aber er sei optimistisch, dass Karneval irgendwann wieder wie früher gefeiert werden kann: „einfach nur mit viel Spaß“, sagt Schiweck.