Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 40 Jahren wieder in die Politik

Peter Hoffmann ist seit 2019 im Verbandsgemeinderat Hauenstein.
Peter Hoffmann ist seit 2019 im Verbandsgemeinderat Hauenstein.

Viele Hauensteiner kennen ihn vor allem als Arzt. Doch seit kurzem gestaltet er auch die Kommunalpolitik mit – wieder, nach vier Jahrzehnten. Seit 2019 sitzt Peter Hoffmann im Verbandsgemeinderat Hauenstein. Damit ist er mit 85 Jahren der älteste noch aktive Kommunalpolitiker im Landkreis.

Schon in der ersten Legislaturperiode des Verbandsgemeinderates ließ sich der Hausarzt ins kommunale Geschehen einbinden, war von 1974 bis 1979 Fraktionssprecher der CDU. Und auch wenn ihn danach seine große Praxis jahrzehntelang nicht aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen ließ, so habe er sich immer auch für die Politik im Ort interessiert, stellt er fest. Doch dass er sich vier Jahrzehnte später noch einmal in die Politik einmischen werde, habe er sich damals nicht denken können.

Der Anlass für seinen Wiedereinstieg ist die vom Land geplante Kommunal- und Verwaltungsreform, die derzeit allerdings auf Eis liegt. Sollte sie umgesetzt werden, droht der Verbandsgemeinde Hauenstein die Zusammenlegung mit einer anderen Gebietskörperschaft und damit der Verlust der Eigenständigkeit. „Was wir vor 50 Jahren bei einer relativ schweren Geburt mit der neuen Verbandsgemeinde Hauenstein gemeinsam geschafft haben, darf heute politisch nicht einfach revidiert werden“ – so begründet Peter Hoffmann seinen Schritt. Vor einem halben Jahrhundert habe er sich trotz der Belastung als Landarzt mit einer großen Praxis entschlossen, für eine Legislaturperiode bis 1979 als Fraktionssprecher der CDU die junge Verbandsgemeinde Hauenstein als „feste Größe“ zu etablieren.

Das Erkämpfte nicht einfach loslassen

Die Bürgermeister Dahm und Raber hätten in den wichtigen Aufbaujahren dieses junge Kommunalgebilde Verbandsgemeinde zu einer florierenden Großkommune machen können; heute stehe sie als Musterbeispiel für ein geglücktes Verwaltungsexperiment der damaligen Kommunalreform da. „Damit dies so bleibt, habe ich mich nochmals mit 83 Jahren als unabhängiges Mitglied in den Verbandsgemeinderat wählen lassen, und das hält mich auch nicht ab, als ältester aktiver Kommunalpolitiker tagtäglich für dieses Ziel weiter zu kämpfen.“ Der ehemalige Arzt ist sich sicher: „Bei einer Fusion oder Zwangsfusion wären nahezu alle Gemeinden der Verbandsgemeinde große Verlierer.“

Erneute Gebietsreformen in einem kurzen Zeitraum hätten ausschließlich Nachteile für die Bürger, glaubt er. Alle Untersuchungen würden belegen, dass es „keine Einsparungen bei Verwaltungskosten und keine Leistungsverbesserung der Verwaltung geben wird“. Die Verbandsgemeinde Hauenstein sei es Wert, erhalten zu bleiben, lautet seine Forderung. Diese Verbandsgemeinde sei die „finanzstärkste“ im Landkreis Südwestpfalz, basierend auf der „Steuerkraft-Messzahl“ , und für die Zukunft bestens gerüstet. Sie sei auch der Nachweis, dass die Einwohnerzahl als alleiniges Kriterium für die Leistungsfähigkeit solcher kommunaler Zusammenschlüsse untauglich sei. Die „Erfolgsgeschichte“ dieser Verbandsgemeinde müsse fortgesetzt werden, alles andere sei „Unsinn“. Gemeinden durch Schaffung eines größeren Verbandes einer Fremdbestimmung zu unterwerfen, sei nicht erfolgversprechend.

Schon immer „ein sehr politischer Mensch“

Auch wenn er sich jahrzehntelang aus beruflichen Gründen aus der aktiven Kommunalpolitik habe zurückziehen müssen, sei er „immer ein sehr politischer Mensch geblieben, dem das Wohlergehen dieser acht Gemeinden immer am Herzen gelegen war“, betont er. Als junger Arzt hatte er sich beim Aufbau des zweiten Standbeins „Fremdenverkehr“ schon in den 60er Jahren in die Pflicht nehmen lassen und gehörte dem ersten gewählten Vorstand des Fremdenverkehrsverein viele Jahre an.

In den 80er Jahren sei seine Initiative zum Bau eines Golfplatzes im Stopper leider nicht von dem erwünschten Erfolg gekrönt worden. Heute ist er überzeugt: „Die Zeit für diesen qualitativen Schritt der Infrastruktur war wegen einer relativ kleinen Zahl energischer Golfplatzgegner noch nicht reif genug.“

Die hausärztliche Medizin an die Universität gebracht

Was heute nur wenige wissen: Der Landarzt, der als blutjunger Arzt nach dem Tod seines Vaters Julius Hoffmann 1963 in dessen Fußstapfen trat, zählt neben zwei anderen rheinland-pfälzischen Kollegen zu den praktischen Medizinern, die die „hausärztliche Medizin an die Universität gebracht haben“. Schon in den 80er und 90er Jahren hatte der Hauensteiner Mediziner einen Lehrauftrag an der Medizinischen Fakultät in Mainz und brachte auch wöchentlich seine Patienten mit in die akademische Forschung und Lehre an der Universität. So erhielt er neben dem Professorentitel bald eine hohe staatliche Auszeichnung: Malu Dreyer, die damals Sozialministerin war, überreichte ihm – insbesondere für die Verdienste, praktische Alltagsmedizin mit der akademischen Lehre zu verbinden – im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz. „Eine Anerkennung, auf die ich persönlich stolz bin“, sagt er.

Das Mediziner-Gen hat er übrigens schon längst an Tochter Katja weitergegeben, die mit ihrem Ehemann in Annweiler eine Gemeinschaftspraxis führt. „Die hausärztlich-praktische Medizin, die mir Lebensinhalt und berufliche Erfüllung geblieben ist, ist also für das Haus Hoffmann weiter gesichert“, stellt er fest. Und womit hält er sich selbst fit? Die Antwort führt zum Golfplatz zurück: „Wenn es mir meine Freizeit erlaubt, spiele ich gerne ein paar Runden Golf.“

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