Kreis Südwestpfalz Mit zehn Metern Schnittbreite geht’s fix
Den ersten Grünschnitt für das Silagefutter finden die Bauern im Zweibrücker Land mit Blick auf Qualität und Menge weitgehend gut. Endlich kam jetzt der gewünschte Regen, doch er reichte nicht aus. Die Feldflur ist zu trocken. Darunter leiden das Getreide, der erst ausgesäte Mais, die Futtererbsen und das Grünland für den zweiten Ernteschnitt. „Es wäre Regen notwendig, der 20 Zentimeter und mehr ins Erdreich eindringt“, sagt Landwirt Otto Schunck aus Oberauerbach.
Er füllte bei sommerlichem Sonnenschein gerade an der Straße nach Contwig sein Fahrsilo mit Gras. Über den Zufahrtsweg zu seinem Wiesengrundstück hinweg zeigt er auf einen eingesäten Maisacker, auf dem der Wind den Staub an der Oberfläche aufgewirbelt hat. Es fehle dringend Regen, berichtet der Landwirt, da es im April schon zu trocken war. Die Bauern seien jetzt allerdings mit der Sonne zufrieden, denn sie konnten den Grünschnitt passend angetrocknet einfahren. Für eine schnelle Silageernte hat Schunck sich Unterstützung bei benachbarten Landwirten eingekauft, die das Mähen seiner Wiesen und den Transport des Grünfutters mit großen Kippern übernehmen. Jörg Klein aus Niederhausen entlädt gerade seinen großen neuen Hänger, der an die 20 Kubikmeter Gras mit einem eingebauten Förderband in der Ladefläche des Hängers auf das bereits eingelagerte Grünfutter schiebt. Das sei ein technischer Fortschritt, der die Entladung sicherer mache, findet Schunck. Kleins Sohn verteilt das angelieferte Grüngut mit dem Frontlader des Traktors und verdichtet es zudem beim Drüberfahren. So kann später der Gärprozess beim mit Folie verschlossenen Silo wie gewünscht ablaufen. Jörg Klein erzählt, dass er seinen ersten Silageschnitt bereits zufriedenstellend abgeschlossen hat. Bei Landwirt Klaus Schwuchow aus Winterbach-Niederhausen hat Yannik Schneider aus Käshofen mit einem sogenannten Butterflymähwerk die Wiesen unterhalb der Battweiler Höhe gemäht. Das moderne Gerät hat eine Schnittbreite von zehn Metern, was den Zeitaufwand für das Mähen wesentlich verringert. Der Lohnunternehmer spricht ebenfalls von einer allgemein guten ersten Grünschnitternte. Das Gras sei in dieser extremen Wärmephase so schnell gewachsen, wie es niemand erwartet hätte, berichtet Schneider. Auch beim Einfahren des Grases setzt Schwuchow auf Nachbarschaftshilfe, damit das Grünfutter ideal angetrocknet ins Silo kommt. Nur bei den Talwiesen sei die Menge etwas weniger gewesen als sonst üblich, schätzt Bauer Otto Schunck. Das sei eine Folge des nassen Winters und des Frühjahrs, als es im Tal zu feucht gewesen sei, was dem Wachstum geschadet habe. Beim zweiten Schnitt könnte das wiederum ein Vorteil sein. Die weitere Entwicklung beim Getreide hänge von dem jetzt notwendigen Regen ab, berichten die Landwirte im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Es werde Regen benötigt, der tiefer ins Erdreich eindringen müsse, wenn er von Nutzen sein soll. Beim fast verblühten Raps gibt es gut entwickelte Felder, aber auch Äcker, auf denen der Ertrag im Sommer nicht die Erwartungen erfüllen wird. Das seien vor allem Flurbereiche, in denen es in der Winterzeit über Wochen ungünstige Staunässe gab, berichten die Landwirte. Auch die Grumbeerbauern brauchen den Regen für ihre Knollenfrucht, damit es nicht zu einem störenden Entwicklungsknick kommt. Manchem Maisacker und Erbsenfeld hat der Regen übers Wochenende hinaus schon geholfen, damit die Keimlinge endlich aus dem Boden spitzen.