Donsieders / Zweibrücken / Martinshöhe RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Wahlplakaten auf Abwegen für künftige Aufgaben empfehlen

Dieses Wahlplakat von Peter Spitzer hängt in Martinshöhe im Kreis Kaiserslautern.
Dieses Wahlplakat von Peter Spitzer hängt in Martinshöhe im Kreis Kaiserslautern.

Kolumne: Peter Spitzer (SPD) unterlag bei der Landratswahl in der Südwestpfalz Susanne Ganster (CDU). Welche Optionen hat er jetzt noch, um wieder Berufspolitiker zu werden?

Wer acht Jahre lang dem Landkreis Südwestpfalz als hauptamtlicher Beigeordneter gedient hat, sollte eigentlich die Grenzen des Kreisgebiets kennen. Links oben Bechhofen, rechts unten Bobenthal, links unten Hornbach, rechts oben – hm, schwierig. Leimen ist rechts, also geografisch, aber nicht oben. Oben rechts thront der Eschkopfturm, das ist aber kein Dorf. Definitiv nicht mehr Südwestpfalz ist dagegen Martinshöhe oben in der Mitte. Das gehört zur Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau im Kreis Kaiserslautern. Dort hängt aber ein Plakat mit Peter Spitzer – zur Landratswahl. Das ist ein bisschen pikant. Denn die Amtszeit des Lauterer Landrats Ralf Lessmeister (CDU) endet am 8. Dezember 2025. Dort wird am 18. Mai ein neuer Landrat gewählt. Bis zum 31. März können noch Bewerbungen eingereicht werden.

Ein Zweibrücker Sozialdemokrat hat ob des Wahlplakats Spitzers im Zweibrücker Stadtteil Oberauerbach schon gefrotzelt: „Will Spitzer jetzt Bürgermeister in Zweibrücken werden?“ Dort ist die Stelle des zweiten Mannes in der Stadt zum 1. September zu besetzen. Die Amtszeit von Christian Gauf (CDU) – wie Spitzer ein ehemaliger Handballer – endet am 31. August. Die Stelle ist ausgeschrieben, gesucht wird eine „engagierte und dynamische Persönlichkeit, die den vielfältigen Aufgaben des Amts [...] gerecht wird“.

Dieses Wahlplakat von Peter Spitzer hängt im Zweibrücker Vorort Oberauerbach, im Hintergrund ist die Bushaltestelle „Altes Denkm
Dieses Wahlplakat von Peter Spitzer hängt im Zweibrücker Vorort Oberauerbach, im Hintergrund ist die Bushaltestelle »Altes Denkmal«.

Auch in Pirmasens hing ein Plakat des Mannes aus Donsieders, das ihn mit Angelika Glöckner und Ministerpräsident Alexander Schweitzer zeigt. Pirmasens? Da endet am 30. April 2027 die Amtszeit von CDU-Oberbürgermeister Markus Zwick. Gewählt wird also im kommenden Jahr. Noch zeichnet sich kein SPD-Herausforderer für Zwick ab. Sollte bei den Sozis vom Horeb geeignetes Personal fehlen, können sie ja mal in Donsieders anrufen.

2026 ist Landtagswahl

Wer seine Plakate so weit streut, hat möglicherweise höhere Ziele. Danach ließe sich schon 2026 greifen, dann steht die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an. Zwei Wahlkreise liegen in der Südwestpfalz: der Wahlkreis 47 mit der Stadt Zweibrücken und den Verbandsgemeinden Thaleischweiler-Wallhalben, Waldfischbach-Burgalben und Zweibrücken-Land sowie der Wahlkreis 48 mit der Stadt Pirmasens und den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland, Hauenstein, Pirmasens-Land und Rodalben. In beiden Wahlkreisen ging das Direktmandat 2021 an die CDU-Bewerber. Im Wahlkreis Pirmasens kam Alexander Fuhr (Dahn) über die Landesliste der SPD ins Parlament. Ob Fuhr noch einmal antritt? Spitzer hofft es, denn der vordere Platz auf der Landesliste ist an die Person Fuhr geknüpft, der seit 24 Jahren im Landtag sitzt.

Also dann im Wahlkreis Zweibrücken gegen den Arzt und Ex-Fußballer Christoph Gensch von der CDU? In der VG Waldfischbach-Burgalben lag Spitzer am Sonntag vorne. Vor acht Jahren war er in Thaleischweiler-Wallhalben fast gleichauf. Falls die SPD also einen sucht, einfach mal in Donsieders anrufen.

Sein bestes Ergebnis fuhr Spitzer aber in der Verbandsgemeinde Rodalben ein, in der er klar vorne lag. Da wird übrigens am 14. September ein Nachfolger von Wolfgang Denzer (SPD) gewählt. Noch schließt Spitzer eine Kandidatur aus.

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