Hermersberg
Mit Meisen gegen den Eichenprozessionsspinner
Die Gemeinde werde jetzt 40 Nistkästen für Meisen bauen und diese an besonders gefährdeten Stellen aufhängen, kündigte Hermersbergs Bürgermeister Erich Sommer (CDU) an.
In Geiselberg hatte ein Privatmann Meisennistkästen gebaut und diese im Bereich des Geiselberger Sportplatzes aufgehängt. Eine naturnahe Schädlingsbekämpfung, ohne Einsatz von Gift und letztlich für die Gemeinde auch eine kostengünstige Lösung. Seine Geiselberger Amtskollegin Marika Vatter (FWG) habe berichtet, dass Geiselberg gute Erfahrungen mit diesem Vorgehen gegen den Eichenprozessionsspinner gemacht habe. „Deshalb greifen wir diese Idee auf, probieren das auch mal“, kündigte Sommer in der Ratssitzung am Mittwoch an.
Der Eichenprozessionsspinner selbst, eine Falterart, ist ungefährlich. Gefährlich für den Menschen sind die Raupen, die die Bäume befallen und deren Härchen bei Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Bislang war es immer erforderlich, an befallenen Bäumen, die an stark frequentierten Stellen standen, die Raupen zu bekämpfen, was teuer war und nicht immer naturnah möglich war, weil zum Teil Gift eingesetzt werden musste.
Umweltfreundliche Bekämpfung des Problems
Um diesem Problem nun umweltfreundlicher Herr zu werden, werden zunächst die 40 Nistkästen für Meisen, die die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen, gebaut und an für den Befall sensiblen Stellen aufgehängt. Dazu gehören Bereiche, die von Wanderern und Radfahrern gerne frequentiert werden, wie zum Beispiel der Horbacher Kopf oder das Pferdsbrünnchen. Sollte die Aktion im kommenden Jahr ähnliche Erfolge bringen, wie sie jetzt wohl schon in Geiselberg zu verzeichnen sind, „könnten wir die Zahl der Nistkästen, die Orte, an denen sie angebracht werden, ja problemlos erweitern“, sagte Sommer.
Dorf soll grüner werden
Dass der Eichenprozessionsspinner vermehrt auftritt, ist auch eine Folge des Klimawandels. Seine Verbreitung wird gleichfalls durch anhaltende Trockenheit begünstigt. Den Eichenprozessionsspinner naturnah bekämpfen ist nur eines von mehreren Themenfeldern, mit denen sich die Gemeinde in Bezug auf den Klimawandel stärker befassen will. Ein weiterer Punkt wird sein, „dass wir unser Dorf deutlich besser und stärker durchgrünen“, kündigte Sommer an. Er werde demnächst mit einer Landschafts- und Gartenbauerin den Ort genauer unter die Lupe nehmen, gemeinsam mit ihr Stellen begutachten, die stärker begrünt werden sollen, und klären, wie das geschehen könnte. Auch im Hinblick auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen. Das Ergebnis soll Diskussionsgrundlage für den Umweltausschuss werden, der sich mit diesem Thema intensiver befassen wird, kündigte Sommer an.