Geiselberg RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Meisen gegen den Eichenprozessionsspinner

Kai und Fynn Sprau haben rund um den Geiselberger Sportplatz Nistkästen aufgehängt. Die dort brütenden Meisen haben schon im ers
Kai und Fynn Sprau haben rund um den Geiselberger Sportplatz Nistkästen aufgehängt. Die dort brütenden Meisen haben schon im ersten Jahr den gefährlichen Eichenprozessionsspinner verdrängt.

Seine giftigen Brennhaare verursachen Hautreaktionen: Der Eichenprozessionsspinner hat 2018 und 2019 auch am Geiselberger Sportplatz Probleme bereitet. Dieses Jahr war der Falter dort nicht zu sehen – dank eines besonderen Ansiedlungsprojektes.

Der Geiselberger Kai Sprau ist ein passionierter Nistkastenbauer. Zusammen mit seinem neunjährigen Sohn Fynn bastelt Sprau dutzende Kästen und hängt sie in der Umgebung von Geiselberg auf. Über 100 Nistkästen hat der bei Hager arbeitende Geiselberger so schon angebracht. Und um das Problem des Eichenprozessionsspinner zu lösen, lag für Sprau die Lösung mit ein paar Nistkästen nahe. „Die Natur kann das selber regeln“, findet der Geiselberger. Dass die Meisen jedoch so effektiv arbeiten und gleich im ersten Jahr das Aufkommen des Eichenprozessionsspinners erledigen, hätte auch er nicht gedacht.

Sportverein kämpft gegen den Falter

2018 und 2019 hatte der Sportverein gewaltig mit dem Falter und seinen Raupen zu kämpfen. Die schönen Eichen auf dem Sportplatz und in direkter Nachbarschaft waren von dem Falter befallen worden. Einmal musste der Verein alles aufwendig und teuer absaugen lassen. Im Folgejahr wurde präventiv gespritzt, jedoch ließ sich das Insekt davon nicht beeindrucken und kam trotzdem. Besucher einer Privatfeier verletzten sich schließlich an den Brennhaaren des Insekts. Die Nacken und Arme der Betroffenen seien voller schmerzender Pusteln gewesen, erzählt Sprau.

Im Winter hat er deshalb neun Nistkästen auf dem Gelände verteilt. Seine Überlegung: Der Eichenprozessionsspinner befindet sich im März und April noch in Entwicklungsstadien, in denen er keine seiner giftigen Brennhaare ausgebildet hat. Dann können Vögel ihn noch gut fressen. Meisen brüten just in der Zeit und benötigen enorme Mengen an Futter für ihren Nachwuchs. Spraus Plan ging auf. Die Meisen haben offenbar die Insekten effektiv weggeputzt. Der Forst sei in der vorigen Woche vor Ort gewesen und habe Totholzäste aus den Eichen geschnitten. Dabei seien keine Spuren des Prozessionsspinners gefunden worden.

Mutige Vögel und fleißige Brüter

Blau- und Kohlmeisen seien für die Schädlingsvertilgung am besten geeignet. Vor allem, da sie sehr schnell Brutmöglichkeiten annehmen. „Das sind die mutigsten Vögel“, weiß der Nistkastenbauer zu berichten. Und auch fleißige Brüter. In so einem Nest könnten bis zu neun Eier liegen.

Im kommenden Jahr soll sich die Vogelschar am Sportplatz noch vergrößern. Nicht mit Meisen, da diese eigene Reviere bilden und deren Nistkästen 20 bis 30 Meter weit auseinander hängen müssen, wie Spraus Erfahrung gezeigt hat. Ihm schweben andere Vögel vor wie Kleiber oder Baumläufer. Auf jeden Fall seien die tierischen Schädlingsbekämpfer deutlich effektiver als mechanische Verfahren. „So genau, wie die den Baum absuchen, macht das kein Sauger.“ Und die natürlichen Helfer zieht Sprau sowieso der chemischen Keule vor. Die Nistkästen hat er übrigens dem Verein geschenkt.

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